Fahrmischer und Betonpumpen synchron planen
Pumpenleistung, Einbauleistung und Mischerumlauf müssen zusammenpassen. So planen Sie Lieferabstände, Fahrzeugbedarf und Pumpenfolgeaufträge – mit Rechenbeispiel, Wechselzeiten und Praxischeckliste.
Fahrmischer und Betonpumpen synchron zu planen bedeutet, die Lieferfolge an der gemeinsam erreichbaren Förder- und Einbauleistung auszurichten. Dafür müssen Pumpe, Baustelle, Werk und jedes Fahrzeug zum vorgesehenen Zeitpunkt bereit sein. Entscheidend sind auch Fahrzeugwechsel, vollständige Mischerumläufe und die Arbeiten nach dem letzten Betonabruf.
Die Pumpe steht um acht Uhr auf der Baustelle, und der erste Fahrmischer trifft pünktlich ein. Trotzdem kann der Ablauf ins Stocken geraten: Der Aufbau ist noch nicht abgeschlossen, die nächste Entladeposition wird später frei oder die Einbaukolonne übernimmt weniger Beton als angenommen. Während vor Ort Fahrzeuge warten, fehlen sie bereits für andere Lieferungen.
Dieser Artikel zeigt, wie Sie Pumpeneinsatz und Fahrmischerfolge gemeinsam aufbauen. Ein durchgerechnetes Beispiel verbindet Liefermenge, Wechselzeiten, Fahrzeugbedarf und den nächsten Pumpenauftrag. Die Grundlagen des gesamten Lieferprozesses erläutert ergänzend der Artikel zur Tourenplanung für Transportbeton.
Fahrmischer und Betonpumpe vom Einbau her planen
Ausgangspunkt ist die Menge, die am vorgesehenen Einbauort tatsächlich verarbeitet werden kann. Klären Sie mit den zuständigen Baustellenverantwortlichen, welche Leistung unter den konkreten Bedingungen erwartet wird und ob sie im gesamten Abschnitt gleich bleibt. Personal, Einbaustelle, Verteilung, gegebenenfalls Verdichtung und weitere Arbeitsschritte gehören in diese Einschätzung.
Unterscheiden Sie dabei drei Leistungsangaben:
- Technische Pumpenleistung: Die Leistungsdaten der Maschine beschreiben ihre Möglichkeiten unter den jeweils angegebenen Bedingungen. Sie sind keine Zusage für den gesamten Baustellenablauf.
- Erreichbare Förderleistung im Einsatz: Pumpenunternehmen und Baustelle beurteilen, welche Förderung mit dem vorgesehenen Beton, Förderweg und Maschinenaufbau möglich ist.
- Einbauleistung vor Ort: Sie beschreibt, wie viel Beton die Kolonne im betrachteten Abschnitt verarbeiten kann. Eine leistungsfähigere Pumpe erhöht diese Größe nicht automatisch.
Die für die Lieferplanung nutzbare Leistung wird durch das Zusammenspiel begrenzt. Wenn die Pumpe unter den angenommenen Einsatzbedingungen 36 m³/h fördern könnte, die Kolonne aber 24 m³/h verarbeitet, kann die Disposition nicht allein aus der Pumpenangabe eine Versorgung mit 36 m³/h ableiten. Beide Werte sind hier nur ein vereinfachtes Beispiel.
Zusätzlich zählt, worauf sich ein Stundenwert bezieht. Beschreibt er ausschließlich die Zeit des tatsächlichen Einbaus oder bereits den gesamten Ablauf einschließlich Fahrzeugwechseln? Werden Wechsel und kurze Unterbrechungen zweimal eingerechnet, fällt die Planung zu vorsichtig aus. Werden sie nirgends berücksichtigt, wird die Lieferfolge zu dicht.
Die gemeinsame Aufgabe von Auftrag, Ressourcen und Rückmeldungen beschreibt das Glossar zur Dispositionssoftware. Für die konkrete Betonage braucht diese Datengrundlage eindeutige Mengen-, Zeit- und Leistungsbezüge.
Die Pumpe vor dem ersten Ladeabruf einsatzbezogen auswählen
Ein verfügbarer Pumpentermin bestätigt noch nicht, dass die Maschine für den Auftrag geeignet ist. Frühzeitig zu klären sind insbesondere Aufstellort, Förderweg, benötigte Reichweite, Ausfalthöhe, Abstützung, Zufahrt und die geplante Position der Fahrmischer. Auch die erforderliche Pumpenbedienung muss verfügbar sein.
Dass Reichweite und Ausfalthöhe eigenständige Auswahlmerkmale sind, zeigen beispielsweise die Herstellerangaben zur Liebherr 24 XH. Eine passende Mastklasse allein beantwortet deshalb nicht sämtliche Fragen zur örtlichen Eignung. Die konkrete Auswahl und Einsatzfreigabe erfolgen anhand der Baustellenbedingungen und der Vorgaben für die verwendete Maschine.
Die BG RCI zu Autobetonpumpen nennt unter anderem geeignete, tragfähige Anfahrtswege und eine standsichere Aufstellung. Für die Disposition folgt daraus: Offene Voraussetzungen müssen eine zuständige Person und einen Klärtermin erhalten. Ein freier Kalendereintrag ersetzt die Prüfung vor Ort nicht.
Planen Sie die Pumpenankunft und die bestätigte Einsatzbereitschaft getrennt. Zwischen beiden liegen Aufbau, Vorbereitung und erforderliche Abstimmungen. Weitere für den Förderbeginn benötigte Arbeiten und Materialien sind ebenfalls mit den zuständigen Beteiligten zu berücksichtigen.
Für den ersten Fahrmischer müssen drei Voraussetzungen zusammenkommen: ein freigegebener Auftrag, eine übernahmebereite Pumpe und eine aufnahmebereite Baustelle. Soll der Beton ab 08:00 Uhr übernommen werden, müssen die dafür erforderlichen Schritte davor liegen. „Pumpe um acht“ und „erste Lieferung um acht“ sind ohne diesen Bezug keine abgestimmte Planung.
Den Mischerumlauf vom Beladebeginn bis zur nächsten Beladung rechnen
Die Fahrzeit zur Baustelle ist nur ein Abschnitt der Fahrzeugbindung. Zum vollständigen Umlauf gehören Beladen, Hinfahrt, Vorbereitung an der Baustelle, Entladung, Freimachen der Entladeposition, Rückfahrt und die Arbeiten bis zur erneuten Beladebereitschaft.
Hin- und Rückfahrt können unterschiedlich lange dauern. Ein anderer Rückweg, Verkehrsbelastung oder ein nächstes Lieferwerk verändern die verfügbare Zeit. Maßgeblich ist deshalb die vorgesehene Einsatzfolge des Fahrzeugs. Bei Lieferungen aus mehreren Standorten ergänzt die Mehrwerksdisposition den Blick auf Werk, Sorte und freie Ladefenster.
Für gleich große Ladungen und einen gleichmäßigen Ablauf helfen drei Rechenschritte:
- Übernahmedauer je Ladung: Ladungsmenge geteilt durch die vereinbarte Leistung während der Übernahme, umgerechnet in Minuten.
- Abstand der Übernahmebeginne: Übernahmedauer plus die noch nicht darin enthaltene Wechselzeit am gemeinsamen Entladeplatz.
- Rechnerischer Fahrzeugbedarf: Vollständige Umlaufzeit geteilt durch diesen Abstand, auf ganze Fahrzeuge aufgerundet.
Die Rechnung setzt voraus, dass die Fahrzeuge geeignet und besetzt sind und zum jeweiligen Beladebeginn bereitstehen. Sie bestätigt weder freie Mischkapazität noch einen störungsfreien Umlauf. Bei unterschiedlichen Ladungen, wechselnden Werken oder mehreren Entladepositionen ist jede Fahrt mit ihren tatsächlichen Zeiten zu planen.
Prüfen Sie auch die Grenzen der Fahrzeugkapazität. Die eingesetzte Ladung hängt vom konkreten Fahrzeug, Material und Auftrag ab. Eine Trommelgröße darf nicht ohne weitere Prüfung als beliebig nutzbare Transportmenge übernommen werden.
Rechenbeispiel: 60 m³, sechs Fahrmischer und eine Betonpumpe
Eine Baustelle erhält eine vereinbarte Liefermenge von 60 m³ in zehn Ladungen zu je 6 m³. Pumpe und Baustelle sind zum ersten Übernahmebeginn um 08:00 Uhr bereit. Die geeignete Pumpe könnte unter den angenommenen Bedingungen 36 m³/h fördern; die Einbaukolonne erreicht während der Übernahme 24 m³/h.
Es gibt eine gemeinsame Entladeposition. Nach jeder Ladung werden drei Minuten für das Freimachen und den Wechsel zum nächsten Fahrzeug angesetzt. Während dieser Wechselzeit findet im vereinfachten Modell kein weiterer Einbau statt. Die Vorbereitung des nächsten Fahrmischers erfolgt vorher außerhalb dieser Position.
Alle Mengen, Leistungen und Zeitwerte sind eigene Rechenannahmen, keine Branchenrichtwerte. Erforderliche Anpumpmengen, verbleibende Mengen in der Förderleitung und Rückmengen sind im realen Auftrag gesondert abzugleichen; die 60 m³ bezeichnen hier die zu koordinierende Liefermenge.
Aus der Einbauleistung wird ein 18-Minuten-Takt
Die Übernahme einer Ladung dauert 6 m³ ÷ 24 m³/h × 60 = 15 Minuten. Mit drei Minuten Wechselzeit beginnt die nächste Übernahme nach 18 Minuten.
Im fortlaufenden Rhythmus entspricht das 6 m³ ÷ 18 Minuten × 60 = 20 m³/h. Der Unterschied zu den 24 m³/h entsteht durch die zusätzlich angesetzte Wechselzeit. Wer sie bereits in einem gemessenen durchschnittlichen Stundenwert berücksichtigt hat, darf sie nicht noch einmal addieren.
Zehn Übernahmen benötigen 10 × 15 = 150 Minuten. Dazwischen liegen neun Wechsel zu je drei Minuten, also weitere 27 Minuten. Vom ersten Beginn bis zum letzten Übernahmeende dauert der Auftrag damit 177 Minuten: von 08:00 bis 10:57 Uhr. Nach der letzten Ladung liegt kein weiterer Wechsel innerhalb dieses Mengenablaufs; die nachfolgenden Arbeiten werden im Pumpenzeitplan berücksichtigt.
Der vollständige Umlauf ergibt sechs benötigte Fahrmischer
Für jedes Fahrzeug werden folgende Zeiten angenommen:
| Abschnitt | Dauer | Abgrenzung |
|---|---|---|
| Beladen im Werk | 10 Minuten | Beginnt im bestätigten Ladefenster. |
| Hinfahrt | 30 Minuten | Vom Werk bis zum vereinbarten Baustellenpunkt. |
| Vorbereitung vor der Entladung | 5 Minuten | Außerhalb der gemeinsamen Entladeposition. |
| Übernahme des Betons | 15 Minuten | 6 m³ bei 24 m³/h. |
| Freimachen und Fahrzeugwechsel | 3 Minuten | Das abgehende Fahrzeug ist in diesem Zeitraum noch gebunden. |
| Rückfahrt | 30 Minuten | Zurück zum vorgesehenen Lieferwerk. |
| Weitere Schritte bis zur Beladebereitschaft | 5 Minuten | Für diesen Einsatz angenommene Dauer. |
| Gesamter Umlauf | 98 Minuten | Vom Beladebeginn bis zur erneuten Beladebereitschaft. |
Der rechnerische Bedarf lautet 98 ÷ 18 = 5,44, aufgerundet also sechs Fahrmischer. Fünf Fahrzeuge könnten denselben Beladetakt im Modell nicht dauerhaft halten. Die zehn Lieferungen benötigen aber auch nicht zehn verschiedene Fahrzeuge: Die ersten vier Mischer übernehmen jeweils noch eine zweite Fahrt.
Werk, Fahrer und Fahrzeuge müssen für alle vorgesehenen Ladefenster verfügbar sein. Die ersten sechs Fahrmischer stehen für ihre jeweiligen ersten Beladungen bereit; danach erfolgt die Wiederverwendung. Zwischen Beladebeginn und Übernahmebeginn liegen 10 + 30 + 5 = 45 Minuten.
| Lieferung und Fahrzeug | Beladebeginn | Übernahmebeginn | Übernahmeende |
|---|---|---|---|
| 1 · Fahrmischer 1 | 07:15 Uhr | 08:00 Uhr | 08:15 Uhr |
| 2 · Fahrmischer 2 | 07:33 Uhr | 08:18 Uhr | 08:33 Uhr |
| 6 · Fahrmischer 6 | 08:45 Uhr | 09:30 Uhr | 09:45 Uhr |
| 7 · Fahrmischer 1, zweite Fahrt | 09:03 Uhr | 09:48 Uhr | 10:03 Uhr |
| 10 · Fahrmischer 4, zweite Fahrt | 09:57 Uhr | 10:42 Uhr | 10:57 Uhr |
Fahrmischer 1 ist nach seinem um 07:15 Uhr begonnenen Umlauf um 08:53 Uhr wieder beladebereit. Seine zweite Beladung ist für 09:03 Uhr vorgesehen. Die rechnerischen zehn Minuten Abstand entstehen durch die Aufrundung auf sechs Fahrzeuge. Sie sind kein zusätzliches Reservefahrzeug und ersetzen keine Prüfung realer Schwankungen.
Den nächsten Pumpenauftrag vom vollständigen Einsatzende ableiten
Die letzte Betonübernahme beendet die Pumpenbindung nicht. Nachlauf, Reinigung, Rückbau und Herstellung der Fahrbereitschaft benötigen einen eigenen Zeitraum. Anschließend folgen der Weg zum nächsten Einsatzort und die dort erforderliche Vorbereitung.
Die BG RCI zur Organisation von Fahrmischer- und Pumpeneinsätzen betont die frühzeitige Abstimmung der Baustellenbedingungen und bezieht auch die erforderlichen Reinigungsmöglichkeiten ein. Für den Dispositionsplan sind deshalb Ort und Dauer dieser Arbeiten zu klären; es wird kein pauschaler Nachlauf für alle Einsätze unterstellt.
Für unser Beispiel nehmen wir nach der letzten Übernahme 40 Minuten bis zur Abfahrt, 30 Minuten Fahrt zur nächsten Baustelle und dort 35 Minuten bis zur Einsatzbereitschaft an. Die 40 Minuten schließen das abschließende Freimachen der Entladeposition und sämtliche hier angesetzten Arbeiten vor der Abfahrt ein.
| Meilenstein | Berechnung | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Letzte Übernahme beendet | 08:00 Uhr + 177 Minuten | 10:57 Uhr |
| Nachlauf abgeschlossen, abfahrbereit | + 40 Minuten | 11:37 Uhr |
| Ankunft an der nächsten Baustelle | + 30 Minuten | 12:07 Uhr |
| Dort einsatzbereit | + 35 Minuten | 12:42 Uhr |
Ein nächster Übernahmebeginn um 12:15 Uhr wäre mit dieser Pumpe im Modell 27 Minuten zu früh. Die Alternativen müssen vor einer Zusage geprüft werden: ein späterer Beginn, eine andere geeignete Pumpe oder eine andere Einsatzfolge. Zusätzliche Fahrmischer lösen diesen zeitlichen Konflikt nicht.
Besonders bei mehreren Baustellen ist die Pumpe mit Personal und zugesagtem Zeitraum als gemeinsame Ressource zu reservieren. Ein Pumpenwechsel benötigt eine erneute Eignungsprüfung und eine bestätigte Übergabe. Bei externen Partnern hilft der Leitfaden Eigenfuhrpark und Fremdspediteure gemeinsam disponieren bei Kapazitätszusage, Zuständigkeiten und Rückmeldungen.
Wartezeitpuffer und Materialversorgung bewusst begrenzen
Ein etwas früher eintreffender Fahrmischer kann Schwankungen abfangen, wenn es eine geeignete Warteposition gibt und die Lieferbedingungen das erlauben. Mehrere vorsorglich beladene Fahrzeuge erzeugen dagegen gebundene Kapazität und älteren Beton. Ein Puffer braucht daher einen Zweck, einen zulässigen Umfang und eine laufende Überprüfung.
Trennen Sie drei Fälle: Das Fahrzeug ist noch leer verfügbar, eine Ladung ist bereits hergestellt oder der Fahrmischer steht mit Beton an der Baustelle. Diese Reserven lassen sich unterschiedlich flexibel einsetzen. Das Werk muss wissen, welche Ladungen tatsächlich freigegeben sind und welche Kapazität lediglich bereitgehalten wird.
Für das Produktalter sind der fachlich festgelegte Herstellungsbezug sowie Fahrt, mögliche Wartezeit und weitere Verarbeitung gemeinsam zu betrachten. Eine günstige Ankunftsprognose bestätigt keine Verwendbarkeit. Die maßgeblichen Material- und Verarbeitungsbedingungen werden von den zuständigen Fachverantwortlichen festgelegt und bei einer Verzögerung erneut geprüft.
Bewerten Sie Reserven an den tatsächlichen Engpässen. Ein zusätzliches Fahrzeug hilft bei einer längeren Rückfahrt, wenn Ladeplatz, Pumpe und Einbau die nächste Lieferung übernehmen können. Ist die Entladeposition belegt oder die Kolonne langsamer, schafft es zunächst zusätzliche Wartezeit.
Der Artikel ETA statt Rückfragen erklärt, wie Ankunft, Übernahmebeginn und nachfolgende Fahrzeugverfügbarkeit zusammenhängen. Gerade bei einer Pumpenbetonage müssen diese drei Zeitpunkte unterscheidbar bleiben.
Bei langsamerem Einbau Mischerfolge und Pumpenfolge gemeinsam ändern
Eine geänderte Einbauleistung wirkt gleichzeitig auf die noch offenen Ladungen, die Mischerumläufe und das Ende des Pumpeneinsatzes. Die neue Leistung gehört deshalb in denselben Auftragsstand, aus dem die verbleibende Lieferfolge geplant wird.
Im Beispiel sind um 09:12 Uhr vier Ladungen mit zusammen 24 m³ übernommen und die zugehörigen Wechsel abgeschlossen. Für die verbleibenden 36 m³ wird ab der fünften Ladung eine Einbauleistung von 18 m³/h bestätigt. Die Wechselzeit bleibt bei drei Minuten.
Jede weitere 6-m³-Ladung benötigt jetzt 20 Minuten Übernahme. Die sechs verbleibenden Übernahmen und fünf dazwischenliegende Wechsel dauern 6 × 20 + 5 × 3 = 135 Minuten. Der letzte Beton ist damit um 11:27 Uhr übernommen, also 30 Minuten später als ursprünglich geplant. Bei unveränderten Folgezeiten verschiebt sich die Einsatzbereitschaft der Pumpe an der nächsten Baustelle von 12:42 auf 13:12 Uhr.
Das ist eine Neuberechnung des Bedarfsverlaufs, noch kein ausgeführter Fahrplan. Einige Mischer können bereits beladen oder unterwegs sein. Vor der Umsetzung müssen deshalb produzierte Mengen, bestätigte Ankünfte, Wartepositionen und noch offene Ladeabrufe abgeglichen werden. Fahrzeuge lassen sich nicht allein wegen eines größeren künftigen Lieferabstands sofort anderweitig zusagen.
Bei einer Unterbrechung der Pumpe oder fehlender Einbaufreigabe wird zusätzlich geklärt, welche Abrufe noch gestoppt werden können und wie mit bereits gebundenem Material umzugehen ist. Ein späterer Termin setzt das Produktalter nicht zurück. Technische Maßnahmen an der Pumpe und die Entscheidung über den Beton bleiben bei den zuständigen Fachverantwortlichen.
Der Praxisleitfaden Spitzenzeiten, Wetter und Baustellenänderungen disponieren ergänzt diese Betrachtung um Mengenänderungen, Sperrungen und Ausfälle.
Mit gemeinsamen Meilensteinen und einer Freigabecheckliste arbeiten
Für eine abgestimmte Betonage reichen Fahrzeugpositionen allein nicht aus. Die Disposition braucht verlässliche Rückmeldungen dazu, ob Pumpe und Baustelle übernahmebereit sind, welche Ladung gerade bearbeitet wird, welche Menge bereits übernommen wurde und was den weiteren Ablauf einschränkt.
Führen Sie Pumpenankunft, bestätigte Einsatzbereitschaft, Übernahmebeginn, Unterbrechung, letzte Übernahme und Abfahrbereitschaft als unterscheidbare Meilensteine. Bei den Fahrmischern bleiben Auftrag, Ladung und aktueller Prozessstand erkennbar. Die fachlichen Grundlagen erläutert Welche Fahrzeugstatus eine gute Disposition wirklich benötigt.
Automatische Meldungen, manuelle Bestätigungen und Prognosen sollten mit Herkunft und Zeitpunkt geführt werden. Eine Position auf dem Baustellengelände bestätigt weder einen abgeschlossenen Pumpenaufbau noch eine übernommene Ladung. Fehlt eine Rückmeldung, wird die Unsicherheit sichtbar und erhält eine zuständige Person für die Klärung.
Vor dem ersten Abruf hilft diese gemeinsame Checkliste:
- Sind Menge, Sorte, Einbauabschnitte und maßgebliche Materialbedingungen abgestimmt?
- Sind geeignete Pumpe, Bedienung, Aufstellort, Förderweg und Baustellenvoraussetzungen bestätigt?
- Bezeichnen alle Beteiligten mit dem Lieferbeginn denselben Übernahmepunkt?
- Sind Einbauleistung und Wechselzeiten eindeutig abgegrenzt, einschließlich erwarteter Änderungen?
- Passen die Ladefenster und vollständigen Fahrzeugumläufe zur geplanten Folge?
- Sind zulässige Wartepositionen, Rückmeldewege und Zuständigkeiten für Abweichungen geklärt?
- Umfasst die Pumpenreservierung auch Nachlauf, Weiterfahrt und Vorbereitung des Folgeeinsatzes?
Nach dem Auftrag lohnt der Vergleich von Plan und tatsächlichem Ablauf. Unterscheiden Sie Wartezeit wegen fehlenden Betons, wegen belegter Entladeposition und wegen einer Unterbrechung von Pumpe oder Einbau. Ein einzelner Mittelwert verschleiert diese Ursachen und führt leicht zur falschen Reserveplanung.
Software an einer vollständigen Betonage prüfen
TBDispo führt Aufträge, Fahrmischer, Pumpen und verfügbare Ressourcen in einer gemeinsamen Planung zusammen. Für die Einführung ist zu prüfen, wie die im Betrieb benötigten Meilensteine, Reservierungen und Änderungen im konkreten Systemaufbau abgebildet werden.
TBTelematik ergänzt Fahrzeug- und Auftragsinformationen. TBGeoCom unterstützt die Betrachtung von Geo-, Strecken- und Zeitinformationen. Wie diese Angaben in Produktion, Lieferung und kaufmännische Abläufe eingehen, zeigt die Branchenübersicht für Transportbeton.
Für weitere Materialflüsse wie Mischgut, Schüttgut und Aushub steht TBDispoPlan als Baustein für Flotten- und Dispositionsmanagement zur Verfügung. Die jeweils benötigten Abläufe und Schnittstellen werden anhand der vorhandenen Systeme abgestimmt.
Für eine gemeinsame Demo eignet sich eine konkrete Betonage mit Pumpenfolgeauftrag: zunächst den geplanten Ablauf zeigen lassen, dann eine langsamere Einbauleistung und eine verspätete Rückfahrt einspielen. Entscheidend ist, ob die Folgen für Ladeabrufe, Fahrmischer, Pumpe und nächste Baustelle nachvollziehbar werden und die betroffenen Stellen den freigegebenen Stand erhalten.
Häufige Fragen zur Fahrmischer- und Pumpenplanung
Bestimmt die maximale Pumpenleistung den Liefertakt?
Sie ist nur eine der Grenzen. Für den Takt zählen die im Einsatz erreichbare Förderung, die tatsächliche Einbauleistung und zusätzlich erforderliche Wechselzeiten. Eine größere Pumpe verkürzt den Auftrag nicht automatisch, wenn die Einbaukolonne oder ein anderer Prozessschritt begrenzt.
Wie viele Fahrmischer werden für eine Betonpumpe benötigt?
Bei einem gleichmäßigen Ablauf ergibt sich ein rechnerischer Bedarf aus vollständiger Umlaufzeit geteilt durch den Abstand der Übernahmebeginne, aufgerundet auf ganze Fahrzeuge. Im Beispiel führen 98 Minuten Umlauf und 18 Minuten Takt zu sechs Fahrmischern. Eignung, Fahrer, Werkbelegung und Reserven sind zusätzlich zu prüfen.
Müssen Fahrzeugwechsel gesondert eingeplant werden?
Ja, soweit sie nicht bereits in der angesetzten durchschnittlichen Leistung enthalten sind. Im Beispiel werden 15 Minuten Übernahme und drei Minuten Wechsel getrennt gerechnet. Bei zehn Ladungen liegen neun Wechsel zwischen erstem Übernahmebeginn und letztem Übernahmeende.
Wann ist die Betonpumpe für den nächsten Auftrag verfügbar?
Erst nach den erforderlichen Arbeiten am bisherigen Einsatzort, der Weiterfahrt und der Vorbereitung am neuen Ort. Übernahmeende, Abfahrbereitschaft, nächste Ankunft und erneute Einsatzbereitschaft sind unterschiedliche Zeitpunkte. Ihre Dauer wird einsatzbezogen abgestimmt.
Hilft ein zusätzlicher Fahrmischer bei einer langsamen Betonage?
Er kann helfen, wenn die Versorgung durch zu lange Fahrzeugumläufe begrenzt ist und die übrigen Ressourcen mehr Beton übernehmen können. Bei einem Engpass in Pumpe, Entladeposition oder Einbaukolonne entstehen durch weitere Fahrzeuge zunächst zusätzliche Bindung und Wartezeit.
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