Bauwelt · Wiegefehler vermeiden

Brutto, Tara und Netto: Wie Wiegefehler entstehen und digital verhindert werden

13 min Lesedauer TBSoft Redaktion
Feine weiße Linienzeichnung eines Waagen-Auswertegeräts, eines Prüfprotokolls und einer Lupe mit Häkchen zur Kontrolle von Wiegedaten

Plausible Gewichte können trotzdem zur falschen Lieferung gehören. So erkennen Werke Fehler bei Fahrzeug, Anhänger, Auftrag, Tara und Eingaben – mit Prüfmatrix, Beispielen und Abnahmefällen.

Brutto minus Tara ergibt Netto. Wiegefehler entstehen jedoch oft schon, bevor diese Rechnung ausgeführt wird. Ein Gewicht gehört zum falschen Fahrzeug, ein Anhänger wurde gewechselt oder ein alter Tarawert passt nicht mehr. Auch eine korrekt gemessene und richtig berechnete Menge kann im falschen Auftrag landen.

Wiegesoftware kann solche Fehler vermeiden helfen, indem sie Messwerte direkt übernimmt, Bezüge verbindlich prüft und ungeklärte Vorgänge vor dem Abschluss anhält. Entscheidend ist, welche Information an welcher Stelle kontrolliert wird. Eine allgemeine Meldung „Gewicht plausibel“ reicht dafür nicht aus.

Dieser Artikel richtet sich an Waagepersonal, Werksleitung und Verantwortliche für die Abrechnung. Er zeigt typische Fehlerbilder und die dazu passenden digitalen Prüfungen. Die beschriebenen Funktionen sind Anforderungen an einen abgestimmten Prozess; der konkrete Umfang hängt von Waage, Software und Betriebsorganisation ab.

Brutto, Tara und Netto: Die Rechnung braucht den richtigen Bezug

Bei der hier betrachteten Fahrzeugwiegung bezeichnet Brutto die Masse des beladenen Fahrzeugs beziehungsweise Gespanns. Tara ist die Masse dieses Fahrzeugs in einem festgelegten Zustand ohne die zu bestimmende Nutzladung. Netto ist die daraus ermittelte Ladungsmenge. Im passenden Verfahren gilt: Netto = Brutto − Tara.

Ein einfaches Beispiel lautet: 31.680 kg Brutto − 12.420 kg Tara = 19.260 kg Netto. Damit diese Menge den tatsächlichen Materialumschlag beschreibt, müssen beide Gewichte zum richtigen Vorgang und zu einem vergleichbaren Fahrzeugzustand gehören. Die rechnerische Richtigkeit prüft diese Voraussetzungen nicht mit.

Erstwiegung und Zweitwiegung sind dabei zeitliche Bezeichnungen. Bei einer Abholung wird häufig zuerst leer und danach beladen gewogen. Bei einer Anlieferung ist die Reihenfolge umgekehrt. Eine Software darf die Bedeutung der Messungen deshalb nicht allein aus der Reihenfolge der Eingaben ableiten.

Auch eine Gewichtsdifferenz nach einer Teilentladung ist gesondert zu betrachten: Sie kann die entnommene Teilmenge beschreiben, während das Gewicht bei der Ausfahrt noch Restladung umfasst. Dieses Gewicht ist dann keine Fahrzeugleertara. Die Verfahrenswahl vertieft der Artikel Erstwiegung, Zweitwiegung und gespeicherte Tara; die Grundbegriffe erklärt das Glossar zur Verwiegung.

Typische Wiegefehler und die passende digitale Prüfung

Für die Fehlersuche lohnt sich eine Trennung in drei Bereiche: die tatsächliche Messung, ihre Zuordnung und die weitere Datenverarbeitung. Eine Prüfung muss dort greifen, wo der Fehler entsteht. Ein Mengenvergleich im ERP kommt beispielsweise zu spät, wenn an der Waage bereits der falsche Auftrag zur Verladung freigegeben wurde.

Fehlerbilder im Wiegeprozess und geeignete Ansatzpunkte für die Prüfung
FehlerbildWie es entstehtPassende Kontrolle
Falsches Fahrzeug oder GespannKennung ist falsch zugeordnet oder der Anhänger hat gewechselt.Tatsächliche Kombination vor der Messwertzuordnung mit dem Besuch abgleichen.
Falscher AuftragBekanntes Fahrzeug erhält den zuletzt verwendeten oder einen ähnlich benannten Auftrag.Besuchsbezug, Material, Lieferziel und zulässige Auftragsposition bestätigen.
Unpassende TaraHistorischer Wert passt nicht zum aktuellen Fahrzeugzustand.Herkunft, Geltungsbereich und Prüfstand der Tara vor Verwendung kontrollieren.
Manuelle FehleingabeZahlendreher, verwechselte Einheit oder falsches Dezimalformat.Messwerte direkt übernehmen; Ersatzangaben gezielt prüfen und kennzeichnen.
Alter oder ungeeigneter MesswertVerbindung ist unterbrochen, Messung noch nicht freigegeben oder Positionierung fehlerhaft.Gerätestatus, aktuelle Erfassung und erforderliche Messbedingungen prüfen.
Falsch berechnete oder übertragene MengeBrutto und Tara werden doppelt verarbeitet oder kg und t verwechselt.Bedeutung, Einheit und Verarbeitung jedes übergebenen Werts verbindlich festlegen.
Doppelter AbschlussMehrfaches Bestätigen oder erneute Datenübertragung erzeugt eine weitere Lieferung.Eindeutige Vorgangs- und Belegkennung verwenden und Wiederholungen erkennen.

Diese Kontrollen ergänzen einander. Eine gültige Auftragsnummer sagt nichts über die Fahrzeugposition aus. Ein stabiler Messwert bestätigt nicht die Tara. Und ein positiver Nettowert belegt noch keine richtige Lieferung.

Fahrzeugwechsel und Anhänger: Das Gespann vor der Zuordnung prüfen

Eine häufige Fehlerquelle ist die Gleichsetzung von Zugfahrzeug und vollständiger Fahrzeugkombination. Die Zugmaschine ist bekannt, heute hängt aber ein anderer Auflieger dahinter. Wird die bisherige Tara übernommen, kann die Nettomenge abweichen, obwohl das erkannte Kennzeichen stimmt.

Dasselbe gilt für getauschte Container, Wechselbrücken und andere Aufbauten. Die Software sollte deshalb die Bestandteile des tatsächlich gewogenen Gespanns mit dem Besuch verbinden. Welche Angaben erforderlich sind, richtet sich nach dem Verfahren. Eine einzelne Kundenkarte kann diese Information nicht automatisch ersetzen.

Bei zwei aktuellen Wiegungen ist außerdem zu kontrollieren, ob die Kombination zwischen Ein- und Ausgang unverändert geblieben ist. Eine Abweichung muss vor dem Abschluss sichtbar werden. Eine Meldung wie „Anhänger stimmt nicht mit der Erstwiegung überein“ ist dabei hilfreicher als „Vorgang ungültig“: Das Waagepersonal erkennt unmittelbar, was zu klären ist.

Erkennungssysteme können den Abgleich unterstützen. Bei TBAutoIdent stehen unterschiedliche Identifikationswege im Mittelpunkt. Welche davon Fahrzeug, Fahrer oder Besuch zuordnet, muss im Prozess festgelegt sein. Mehrdeutige oder widersprüchliche Ergebnisse sollten in einen geregelten Prüfablauf führen.

Der Vergleich von Kennzeichen, RFID, QR-Code und Kundenkarte hilft, diese Zuordnungen zu planen. Entscheidend bleibt die Verbindung zum aktuellen Gespann; eine erfolgreiche Erkennung allein ist keine vollständige Prüfung.

Falscher Besuch oder Auftrag: Warum plausible Gewichte nicht genügen

Ein Fahrzeug kann mehrmals täglich ins Werk kommen. Wird bei der Rückkehr von der Verladung die Erstwiegung einer anderen Fahrt aufgerufen, sind die einzelnen Gewichte möglicherweise unauffällig. Erst der falsche Zusammenhang erzeugt die fehlerhafte Menge.

Das folgende eigene Beispiel zeigt diese Wirkung. Beide Tarawerte können für sich genommen zu einem Fahrzeugzustand passen; für den betrachteten Besuch ist nur einer der richtige Bezug. Es handelt sich um ein Rechenmodell, nicht um gemessene Betriebsdaten oder eine Toleranzvorgabe.

Beispiel: Die falsche Erstwiegung führt zu einer weiterhin plausibel wirkenden Nettomenge
GrößeRichtig zugeordneter BesuchErstwiegung eines anderen Besuchs
Bruttogewicht31.680 kg31.680 kg
Verwendete Tara12.420 kg11.980 kg
Berechnetes Netto19.260 kg19.700 kg
Zusätzliche berechnete Menge durch Fehlzuordnung440 kg

Eine Prüfung auf „Netto größer als null“ würde beide Ergebnisse akzeptieren. Nötig sind zusätzlich eine eindeutige Besuchskennung, der Fahrzeugbezug und ein zulässiger Vorgangsstatus. Ist bereits eine Erstwiegung vorhanden, soll die Rückkehr diesen Besuch fortsetzen. Ein neuer Besuch braucht dagegen eine bewusste Zuordnung zum neuen Geschäftsvorgang.

Auch der richtige Besuch kann mit dem falschen Auftrag verbunden sein. Kunde, Material, Auftragsposition und Lieferziel sollten deshalb verständlich erkennbar sein. Zwei Aufträge desselben Kunden können unterschiedliche Baustellen oder Materialien betreffen. Die Vorauswahl des zuletzt verwendeten Auftrags ist dafür kein hinreichender Nachweis.

Vor dem Abschluss ist zu prüfen, ob zwischenzeitlich relevante Sperren oder Änderungen vorliegen. Ein bekanntes Fahrzeug darf nicht allein deshalb weiterarbeiten, weil seine frühere Abholung korrekt abgewickelt wurde.

Veraltete Tara: Den Zustand prüfen, nicht nur das Datum

Ein Tarawert kann erst wenige Stunden alt und trotzdem ungeeignet sein. Ein anderer Aufbau, zusätzliche Ausrüstung oder veränderte Flüssigkeitsmengen können den Fahrzeugzustand verändert haben. Umgekehrt ist ein Datum allein kein Beleg dafür, dass ein Wert falsch geworden ist. Für die Verwendung zählt die fachliche Eignung.

§ 26 Absatz 2 MessEV knüpft die Verwendung gespeicherter Taragewichtswerte daran, dass sie der tatsächlichen Tara zum Verwendungszeitpunkt entsprechen oder eine Benachteiligung des Vertragspartners ausgeschlossen ist. Ein grüner Status in der Fahrzeugkartei erfüllt diese Voraussetzung nicht von selbst.

Für die digitale Prüfung braucht der Tarabezug deshalb eine Herkunft, den Geltungsbereich und einen nachvollziehbaren Prüfstand. Eine gesperrte oder ungeklärte Tara sollte nicht automatisch in den nächsten Vorgang übernommen werden. Der Prozess benötigt stattdessen eine geeignete neue Taraermittlung oder einen abgestimmten Ersatzablauf.

Zu prüfen ist auch die Behandlung von Resten und Anhaftungen. Bleibt nach einer Entladung Material im Fahrzeug, darf der dabei erfasste Zustand nicht ungeprüft als allgemeine Leertara dienen. Ebenso können Wasser, Schnee oder mitgeführte Gegenstände außerhalb der eigentlichen Ladung den Tarabezug verändern.

Ein verändertes Materialgewicht ist dagegen nicht automatisch ein Wiegefehler: Wasser im gelieferten Schüttgut gehört zunächst zur gewogenen Masse. Soll eine Trockenmasse abgerechnet werden, sind dafür zusätzliche, getrennt festgelegte Ermittlungen und Berechnungen nötig. Eine passend wirkende Tara darf nicht verwendet werden, um das Wiegeergebnis auf eine gewünschte Menge zu bringen.

Manuelle Eingaben, Dezimalzeichen und Einheiten absichern

Die direkte Übernahme aus dem vorgesehenen Waagenanschluss vermeidet einen typischen Übertragungsweg für Zahlendreher. Sie funktioniert jedoch nur zuverlässig, wenn die Anwendung die Bedeutung des empfangenen Werts kennt: Brutto, Netto oder Tara, zugehörige Einheit, Gerätestatus und Messbezug müssen eindeutig sein.

Ein häufiger Schnittstellenfehler ist die Verwechslung von Kilogramm und Tonnen. 19,26 t entsprechen 19.260 kg. Wird die Zahl 19,26 ohne Umrechnung als Kilogramm interpretiert, ist das Ergebnis um den Faktor 1.000 zu klein. Die Beziehung zwischen Tonne und Kilogramm dokumentiert die SI-Broschüre des BIPM, Tabelle 8.

Dezimal- und Tausendertrennzeichen sind ebenfalls verbindlich zu behandeln. Eine als deutscher Anzeigetext formatierte Zahl darf nicht unverändert durch eine Schnittstelle laufen, die den Punkt als Dezimaltrennzeichen erwartet. Übergebene Werte brauchen eine eindeutige Einheit und ein vereinbartes Zahlenformat. Auf dem Bildschirm hilft die Einheit unmittelbar am Wert.

Wird ein Nettowert übernommen, darf nicht anschließend erneut die Tara abgezogen werden. Die Schnittstellenbeschreibung muss festhalten, wo die Mengenberechnung erfolgt und welche Werte nur zur Anzeige oder Dokumentation übertragen werden. Diese Bedeutung ist ebenso wichtig wie das Datenformat.

Für erforderliche manuelle Ersatzangaben braucht es eine kontrollierte Erfassung mit Herkunft, Benutzer und Begründung. Sie dürfen nicht wie frisch gemessene Werte erscheinen. Welche Eingaben im konkreten Mess- und Belegverfahren möglich sind, ist fachlich zu klären. Originalwerte bleiben nachvollziehbar; Eingabemasken sollen keine stillen Rundungen oder Änderungen vornehmen, die den Messbezug verändern.

Messbedingungen und aktuelle Werte vor der Übernahme kontrollieren

Bei einer statischen Vollverwiegung muss das gesamte zu wiegende Gespann entsprechend der Betriebsanleitung auf der vorgesehenen Wiegefläche stehen. Eine ruhige Anzeige allein belegt diese Position nicht. Welche Sichtkontrolle oder zusätzliche technische Positionsprüfung erforderlich ist, richtet sich nach der Anlage.

Auch der Zustand der Waage gehört dazu. Anhaftungen, angesammeltes Material oder mechanische Beeinträchtigungen sind durch eine korrekte Nettorechnung nicht behoben. Ein festgelegter Prüf- und Wartungsablauf bleibt daher erforderlich. Die Bedeutung regelmäßiger Kontrollen erläutert beispielsweise METTLER TOLEDO zur Genauigkeit und Instandhaltung von Fahrzeugwaagen.

Vor der Messwertübernahme braucht die Software einen für das Verfahren geeigneten Gerätezustand und einen aktuellen Messbezug. Bleibt nach einem Verbindungsabbruch der letzte Wert auf dem Bildschirm stehen, darf dieser nicht als neue Wiegung gespeichert werden. Ein neu gesetzter Zeitstempel der Anwendung macht einen alten Messwert nicht aktuell.

Die Prüfung sollte deshalb die Verbindung und die bereitgestellten Statusinformationen der Messtechnik berücksichtigen. Meldungen müssen erkennbar unterscheiden, ob noch auf einen geeigneten Messwert gewartet wird, die Verbindung fehlt oder der Vorgang aus einem anderen Grund nicht fortgesetzt werden kann.

Ebenso sind Messbereich und Mindestlast zu beachten. Die Eignung einer Fahrzeugwaage für eine kleine Nettomenge folgt nicht allein daraus, dass das beladene Fahrzeug innerhalb der Höchstlast liegt. Hinweise dazu enthält das Informationsblatt der Eichdirektion Nord für nichtselbsttätige Waagen. Die konkrete Anwendung muss zur verwendeten Messtechnik passen.

Warnung oder Stopp: Prüfregeln mit einer klaren Reaktion verbinden

Eine Prüfung ist erst vollständig, wenn ihre Reaktion feststeht. Manche Abweichungen lassen sich durch eine begründete betriebliche Entscheidung klären. Fehlt dagegen ein erforderlicher Messwert oder der richtige Fahrzeugbezug, ist die Grundlage des normalen Abschlusses nicht vorhanden.

Beispiele für abgestimmte Reaktionen vor dem Wiegeabschluss
FeststellungReaktion im vorgesehenen ProzessWodurch die Klärung erfolgt
Erforderliche Messung fehlt oder ist nicht aktuellNormalen Wiegeabschluss aussetzen.Geeignete Messung erfassen oder den ausdrücklich vorgesehenen Ersatzprozess anwenden.
Fahrzeugkombination oder Besuch stimmt nichtZuordnung vor dem Abschluss klären.Tatsächliches Gespann und Messbezüge prüfen; gegebenenfalls erforderliche Messungen wiederholen.
Gespeicherte Tara ist gesperrt oder ungeklärtWert nicht automatisch verwenden.Eignung durch die zuständige Stelle prüfen oder neue Taraermittlung veranlassen.
Menge weicht vom geplanten Auftrag abVereinbarte Mengenprüfung auslösen.Restmenge, Verladung und zulässige Abweichung fachlich klären.
Messung korrekt, Belegausgabe gestörtAusgabestatus sichtbar machen und Ersatzweg nutzen.Denselben abgeschlossenen Beleg erneut oder alternativ ausgeben.
ERP bestätigt die Übernahme nichtÜbergabe als ausstehend beziehungsweise in Klärung führen.Ursache prüfen und denselben Vorgang kontrolliert erneut übertragen.

Betriebliche Mengentoleranzen sind keine pauschalen Toleranzen für Messfehler. Eine zulässige Mehrmenge zum Auftrag macht einen unpassenden Tarawert nicht richtig. Umgekehrt beweist eine ungewöhnliche Menge noch keinen Defekt der Waage. Prüfgrenzen brauchen einen benannten Zweck und eine für den jeweiligen Fall geeignete Reaktion.

Eine automatische Vorzeichenbehandlung kann zu einem festgelegten Ein- und Ausgangsverfahren gehören. Sie darf aber keine falsche Zuordnung verdecken, indem aus jedem negativen Unterschied schlicht ein positiver Betrag wird. Die Bedeutung der Gewichte muss bereits geklärt sein.

Am Selbstbedienungsterminal TBTouchScale braucht der Fahrer eine verständliche nächste Handlung und erreichbare Unterstützung. Ein allgemeiner Knopf „Trotzdem abschließen“ für sämtliche Warnungen würde die unterschiedlichen Prüfgründe vermischen. Die zulässigen Entscheidungen und Benutzerrechte sollten stattdessen zum jeweiligen Fehlerbild passen.

Fehler berichtigen und den ursprünglichen Vorgang erhalten

Bei einer festgestellten Abweichung ist zuerst zu klären, was falsch ist: die Messung, die Zuordnung oder die Weiterverarbeitung. Ist die Messung unter ungeeigneten Bedingungen entstanden, kann eine erneute Verwiegung erforderlich sein. Bei einer falschen Auftragszuordnung ist dagegen der betriebliche Bezug zu prüfen. Eine reine Druckerstörung rechtfertigt keine neue Lieferung.

Der ursprüngliche Stand muss bei der Berichtigung nachvollziehbar bleiben. Sinnvoll sind die betroffene Vorgangskennung, der Anlass, der verantwortliche Benutzer und der Bezug zur berichtigten Zuordnung oder neuen Messung. Eine Änderung im Fahrzeugstamm darf abgeschlossene Lieferungen nicht unbemerkt neu berechnen.

Wenn der Beleg bereits an die Abrechnung übergeben wurde, benötigt auch das Folgesystem die abgestimmte Berichtigung. Ein neu erzeugtes PDF allein korrigiert keine bereits übernommenen strukturierten Daten. Die Zusammenhänge erläutert der Artikel Wiegesoftware und ERP verbinden.

Eine kontrollierte Nachverwiegung schafft einen zusätzlichen Messbezug. Sie sollte nicht bloß einen früheren Wert überschreiben, bis die gewünschte Auftragsmenge erscheint. Welche Messung für den Abschluss maßgeblich ist, muss sich aus dem dokumentierten Ablauf ergeben.

Wie Sie den Fall aufnehmen, freigeben und bis zur bestätigten ERP-Übernahme verfolgen, erläutert der Leitfaden Korrekturen, Stornos und Nachverwiegungen nachvollziehbar dokumentieren. Er enthält eine Rollenmatrix und konkrete Prüffälle für die Abnahme.

Die Fehlervermeidung mit gezielten Prüffällen abnehmen

Testen Sie die vorgesehenen Kontrollen nicht nur mit regulären Fahrten. Bereiten Sie in einer geeigneten Testumgebung oder betreuten Abnahme bewusst unpassende Zuordnungen und gestörte Abläufe vor. Vorher steht für jeden Fall fest, was erkannt werden soll und welche Reaktion erwartet wird. Mess- und Anlagenstörungen werden dabei fachgerecht simuliert.

Eine kompakte Prüfliste umfasst:

  1. Ein bekanntes Zugfahrzeug kommt mit einem anderen Anhänger; der bisherige Tarabezug wird nicht ungeprüft verwendet.
  2. Zwei Besuche desselben Fahrzeugs sind vorhanden; die Rückkehr findet die richtige Erstwiegung.
  3. Zwei Aufträge desselben Kunden betreffen unterschiedliche Baustellen; die Auswahl zeigt den Unterschied verständlich.
  4. Ein historischer Tarawert wird gesperrt; abhängige offene Vorgänge gelangen in den vorgesehenen Prüfablauf.
  5. Ein Wert in Tonnen wird übergeben; Umrechnung und Darstellung in Kilogramm bleiben fachlich richtig.
  6. Ein bereits berechneter Nettowert wird übernommen; die Anwendung zieht nicht erneut Tara ab.
  7. Die Waagenverbindung wird kontrolliert unterbrochen; der letzte Anzeigewert kann nicht als neue Messung bestätigt werden.
  8. Eine Mengenwarnung tritt auf; nur die dafür berechtigte Person kann die vorgesehene Entscheidung dokumentieren.
  9. Ein Abschluss wird wiederholt bestätigt oder übertragen; es entsteht keine zweite Lieferung.
  10. Eine Berichtigung folgt nach der ERP-Übernahme; Ursprungsbezug und Weitergabe der Änderung bleiben nachvollziehbar.

Bewerten Sie im Betrieb, welche Warnungen tatsächlich zu einer Klärung führen und welche ständig ohne Nutzen auftreten. Zu viele unspezifische Meldungen erschweren die Aufmerksamkeit für relevante Abweichungen. Passen Sie Regeln anhand dokumentierter Ursachen an; das bloße Abschalten einer störenden Prüfung löst den zugrunde liegenden Fehler nicht.

Für eine Beschaffung oder Erweiterung unterstützt die Anforderungsliste zur Auswahl von Wiegesoftware dabei, diese Prüffälle in verbindliche Anforderungen zu übersetzen.

Häufige Fragen zu Brutto, Tara, Netto und Wiegefehlern

Kann ein positiver Nettowert trotzdem falsch sein?

Ja. Die Rechnung kann mit einer falschen Tara oder mit Messungen aus unterschiedlichen Besuchen ein positives und unauffälliges Ergebnis liefern. Zusätzlich zur Mengenprüfung sind deshalb Fahrzeugkombination, Besuch, Auftrag und Herkunft der verwendeten Werte zu kontrollieren.

Verhindert eine geeichte Waage alle Wiegefehler?

Eine Eichung ersetzt nicht die richtige Anwendung und Zuordnung. Ein falscher Auftrag, ein anderer Anhänger oder eine verwechselte Einheit können auch bei korrekter Gewichtserfassung zu fehlerhaften Lieferdaten führen. Messtechnik, Betriebsablauf und Datenverarbeitung müssen zusammenpassen.

Wie lässt sich eine veraltete Tara digital erkennen?

Die Software kann hinterlegte Gültigkeitsregeln, Sperren, Fahrzeugkombinationen und dokumentierte Änderungen prüfen. Veränderungen, die weder erfasst noch auf andere geeignete Weise festgestellt wurden, sind dadurch nicht automatisch bekannt. Deshalb gehören Zustandskontrollen und klare Anlässe für eine erneute Taraermittlung zum Verfahren.

Darf eine falsche Menge einfach im Lieferschein geändert werden?

Zuerst ist die Ursache zu klären. Eine fehlerhafte Messung, eine falsche Zuordnung und eine gestörte Ausgabe erfordern unterschiedliche Schritte. Die Berichtigung muss den ursprünglichen Vorgang und die verwendeten Messbezüge nachvollziehbar erhalten; bereits übergebene Abrechnungsdaten sind im abgestimmten Verfahren mit zu berücksichtigen.

Die passenden Prüfungen mit TBScale einrichten

TBScale verbindet Verwiegung, Fahrzeug- und Auftragsbezug sowie digitale Belege. Rollen und Schnittstellen werden auf den Betriebsablauf abgestimmt. Einen branchenspezifischen Überblick bietet die Seite Wiegesoftware für die Baustoffbranche.

Für die Planung sind einige anonymisierte Fehlerfälle besonders hilfreich: ein falsch zugeordneter Auftrag, ein ungeklärter Tarawert oder eine Berichtigung nach der Abrechnung. An diesen Beispielen lässt sich festlegen, welche Datenprüfung den Fehler früh erkennt, wer die Ursache klärt und wie der Vorgang korrekt fortgesetzt wird.

Demo für Ihren Wiegeprozess anfragen und die erforderlichen Kontrollen anhand Ihrer tatsächlichen Abläufe durchgehen.

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