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Wartezeiten an der Fahrzeugwaage reduzieren: Die wichtigsten Stellhebel

14 min Lesedauer TBSoft Redaktion
Feine weiße Linienzeichnung eines Terminplaners, einer Stoppuhr und einer geöffneten Einfahrtsschranke mit Signalgeber

Wo verlieren Fahrzeuge im Werk Zeit? Ein Praxisleitfaden zu Voravisierung, Anmeldung, Identifikation, Auftragsauswahl und Belegen – mit Kennzahlen, Kapazitätsbeispiel und Umsetzungsplan.

Wartezeiten an der Fahrzeugwaage lassen sich reduzieren, wenn unnötige Klärungen und Bedienwege aus dem belegten Waagenbereich herausgenommen werden. Dazu gehören fehlende Auftragsdaten, eine unklare Fahrzeugzuordnung, Rückfragen zum Ladeplatz und das Warten auf einen Ausdruck. Welche Maßnahme am meisten hilft, zeigt sich erst, wenn diese Zeitanteile getrennt erfasst werden.

Ein Fahrzeug steht bereits auf der Waage, während das Büro noch die Baustelle zu einem Auftrag sucht. Dahinter wartet ein beladener Lkw auf seine Zweitwiegung. Die Gewichtserfassung selbst wäre schnell erledigt, doch der gesamte Ablauf stockt. In diesem Fall schafft eine schnellere Datenabfrage möglicherweise mehr Entlastung als eine Änderung an der Messtechnik.

Dieser Leitfaden richtet sich an Werksleitung, Disposition, Waagepersonal und IT. Er zeigt die wichtigsten organisatorischen und digitalen Stellhebel sowie ein ausdrücklich vereinfachtes Kapazitätsbeispiel. Die beschriebenen Maßnahmen sind Planungsempfehlungen; Zeitgewinn und Umsetzbarkeit hängen vom tatsächlichen Betrieb ab. Den Gesamtprozess erläutert die Übersicht zu Wiegesoftware, Fahrzeugwaage und Verladung.

Zuerst messen, wo die Fahrzeuge tatsächlich warten

„Zeit an der Waage“ ist als Kennzahl zu ungenau. Ein Fahrzeug kann vor der Anmeldung warten, die Waage belegen, auf einen Radlader warten oder nach der Zweitwiegung an der Belegausgabe stehen. Diese Abschnitte haben unterschiedliche Ursachen und Verantwortliche.

Zeitabschnitte für eine aussagekräftige Bestandsaufnahme
KennzahlMessgrenzeWelche Frage sie beantwortet
Wartezeit vor der AnmeldungVom Eintreffen am festgelegten Wartepunkt bis zum Beginn der Anmeldung.Treffen zu viele Fahrzeuge gleichzeitig ein oder fehlt Bearbeitungskapazität?
Anmelde- und KlärungszeitVom Beginn der Anmeldung bis zur vollständigen Freigabe für den vorgesehenen nächsten Schritt.Welche Angaben müssen noch gesucht, ergänzt oder bestätigt werden?
Wartezeit vor jeder WiegungVom Eintritt in die Warteschlange der jeweiligen Wiegezone bis zum Beginn der Auffahrt.Wann übersteigt die Nachfrage die verfügbare Kapazität?
Waagenbelegungszeit je DurchfahrtVom Beginn der Auffahrt bis zur erneuten Freigabe der Waage für das nächste Fahrzeug.Welche Arbeit hält die Waage tatsächlich belegt?
Wartezeit vor der VerladungVom Eintreffen am festgelegten Lade-Wartepunkt bis zum Beginn der Beladung.Liegt der Engpass am Ladeplatz statt an der Waage?
Gesamter WerksaufenthaltVom Eintreffen am definierten Eingangspunkt bis zur endgültigen Ausfahrt.Wird der Besuch insgesamt kürzer oder wird die Wartezeit nur verlagert?

Legen Sie die Messpunkte einmal eindeutig fest und verwenden Sie sie vor und nach der Änderung gleich. Die Waagenbelegungszeit umfasst in diesem Modell Auffahrt, Positionierung, die während der Belegung nötigen Arbeitsschritte und Abfahrt. Die reine Dauer der Gewichtserfassung ist darin enthalten und wird nicht nochmals hinzuaddiert.

Ordnen Sie die Zeitstempel einer Besuchskennung zu. Dasselbe Kennzeichen kann mehrmals am Tag auftauchen; Erstwiegung und Zweitwiegung gehören dennoch zum richtigen Besuch. Erfassen Sie außerdem, ob der Vorgang regulär lief oder beispielsweise wegen fehlender Angaben, eines Lesefehlers oder einer Mengenabweichung geklärt werden musste.

Betrachten Sie neben dem Mittelwert den Median und lange Wartefälle. Ein P90-Wert beschreibt die Dauer, die 90 Prozent der betrachteten Fälle nicht überschreiten. Für einen belastbaren Vergleich sollten Vorgangsarten, Schichten und Auslastung ähnlich sein. Eine ruhige Nachmittagsschicht ist kein geeigneter Beleg dafür, dass der morgendliche Rückstau behoben wurde.

1. Voravisierung und Zeitfenster an der verfügbaren Kapazität ausrichten

Bei einer Voravisierung werden die für den Besuch benötigten Daten vor der Ankunft bereitgestellt. Eine bloße Nachricht „Lkw kommt morgen“ hilft wenig, wenn Auftrag, Material oder Ladeziel weiterhin fehlen.

Ein zweckmäßiger Datensatz umfasst je nach Ablauf:

  • Auftrag oder Bestellung mit der richtigen Position;
  • Kunde beziehungsweise Lieferant, Material und Lieferziel;
  • geplanten Besuchstag oder ein vereinbartes Zeitfenster;
  • vorgesehene Menge als Planwert, getrennt von der später gemessenen Menge;
  • Fahrzeug- oder Transportbezug, soweit bereits bekannt;
  • zuständige Kontaktperson für Rückfragen und Änderungen.

Prüfen Sie vorab, ob Auftrag und Material freigegeben sind und ob der Ladeplatz den Besuch bearbeiten kann. Änderungen an Fahrzeug, Termin oder Menge müssen den bereits vorbereiteten Besuch erreichen. Ein früher Ausdruck oder ein alter QR-Code darf einen inzwischen gesperrten Auftrag nicht weiterhin freigeben.

Zeitfenster helfen, Ankünfte zu verteilen. Sie müssen jedoch zur Kapazität von Anmeldung, Waage und Verladung passen. Werden alle Fahrzeuge auf den Schichtbeginn terminiert, entsteht trotz Terminliste eine gemeinsame Warteschlange. Für verspätete, zu früh eintreffende und unangemeldete Fahrzeuge braucht es eine bekannte Regel sowie ausreichend Spielraum.

Berücksichtigen Sie bei einer gemeinsam genutzten Waage auch die Rückkehr zur Zweitwiegung. Eine Zeitfensterplanung, die nur Einfahrten zählt, kann die gleichzeitige Nachfrage beladener Fahrzeuge übersehen.

2. Die Anmeldung vor der Auffahrt vollständig abschließen

Ein bereits auf der Waage stehendes Fahrzeug sollte nicht der Ausgangspunkt einer längeren Auftragssuche sein. Klären Sie fehlende Angaben möglichst an einer vorgelagerten Anmeldung oder über eine geeignete digitale Vorbereitung. Der Übergang zur Waage erfolgt erst, wenn der für diesen Schritt benötigte Datenstand vorliegt.

Für das Waagepersonal ist ein klarer Bearbeitungsstand hilfreich: angekündigt, eingetroffen, in Klärung oder bereit zur Wiegung. Die Anzeige sollte erkennen lassen, was fehlt und wer es klärt. Eine unvollständige Anmeldung automatisch als „bereit“ zu behandeln, verlagert die Rückfrage nur nach hinten.

Häufige Ursachen lassen sich organisatorisch beheben: Disposition und Waage verwenden dieselbe Auftragsnummer, Speditionen erhalten die benötigten Anmeldeangaben vorab, und kurzfristige Änderungen gelangen an eine benannte Stelle.

Für längere Klärungen kann ein gesonderter Wartebereich sinnvoll sein, sofern die örtliche Verkehrsführung ihn zulässt. Der Fahrer benötigt eine eindeutige Anweisung, einen erreichbaren Ansprechpartner und eine geregelte Rückkehr in den Ablauf. Ein Fahrzeug aus der Schlange zu nehmen, ohne dessen Fall weiterzubearbeiten, verkürzt lediglich die sichtbare Schlange.

3. Fahrzeugidentifikation und Auftragsauswahl zusammenführen

Eine schnelle Fahrzeugerkennung entlastet den Ablauf nur, wenn danach der richtige Besuch und Auftrag gefunden werden. Muss der Fahrer anschließend aus einer langen Liste ähnlicher Baustellen wählen, bleibt ein wesentlicher Teil der Bedienzeit bestehen.

Wiederkehrende Verzögerungen bei Identifikation und Auswahl
BeobachtungMögliche VerbesserungWichtige Kontrolle
Kennzeichen wird manuell neu erfasstVorhandene Fahrzeugdaten oder automatische Erkennung nutzen.Ergebnis dem richtigen Besuch zuordnen; unbekannte Fahrzeuge gezielt bearbeiten.
Viele ähnliche Aufträge werden angezeigtAuf freigegebene Aufträge für Besuch, Werk und Fahrzeugbezug eingrenzen.Material und Lieferziel bleiben zur Bestätigung verständlich sichtbar.
Bei der Rückkehr beginnt die Auswahl von vornDen offenen Besuch und die zugehörige Erstwiegung wiederfinden.Keine neue Lieferung anlegen, nur weil dieselbe Kennung erneut verwendet wird.
Ein Code ist nicht lesbar oder das Fahrzeug wurde gewechseltEinen betreuten Ersatzweg mit Besuchsbezug vorsehen.Eine Ersatzkennung darf keine ungeprüfte Berechtigung erzeugen.
Der Fahrer versteht den nächsten Schritt nichtKlare Anweisungen, passende Sprachen und gut erkennbare Ladeziele einsetzen.Bedienung mit ortsunkundigen Personen im vorgesehenen Umfeld erproben.

Kennzeichen, RFID, QR-Code und Kundenkarte haben unterschiedliche Stärken. Der Vergleich zur Fahrzeugidentifikation an der Waage hilft bei der Auswahl. Für die automatische Kennzeichenerkennung bietet TBAutoIdent einen Produkteinstieg.

Erkennung und Auftragsfreigabe bleiben getrennte Prüfungen. Ein bekanntes Fahrzeug kann mit einem anderen Anhänger, für eine andere Baustelle oder ohne gültigen Auftrag kommen. Gesparte Eingaben sollen aus verlässlich übernommenen Informationen entstehen.

Auch am besetzten Waageplatz lässt sich die Auswahl vereinfachen. Selbstbedienung ist dafür keine zwingende Voraussetzung. Wenn ein Terminal vorgesehen ist, erläutert der Leitfaden zur Selbstbedienungswaage die Anforderungen an Fahrerführung und Unterstützung.

4. Waage, Schranken und Fahrerführung als gemeinsamen Ablauf planen

Der Fahrer muss rechtzeitig erkennen, wo er wartet, wann er auffahren darf und wann die Waage wieder verlassen werden kann. Unklare Signale verursachen Rückfragen und erneutes Positionieren. Bei gegenläufigem Verkehr kann zusätzlich die Ausfahrt eines Fahrzeugs die Einfahrt des nächsten blockieren.

Prüfen Sie den Ablauf mit den tatsächlich eingesetzten Fahrzeuglängen, Aufbauhöhen und Bedienpositionen. Terminal, Signalgeber und Belegausgabe sollen erreichbar beziehungsweise erkennbar sein, ohne unnötiges Rangieren auszulösen. Auch Sicht bei Dunkelheit, Sonne oder verschmutzten Scheiben gehört zum Praxistest.

Für die Kapazitätsplanung sind Ein- oder Zweirichtungsverkehr und die Einordnung der Waage in den Standort relevant. Diese Gesichtspunkte behandelt auch der Planungsleitfaden für Fahrzeugwaagen von METTLER TOLEDO. Herstellerbeispiele ersetzen dabei keine Messung der eigenen Abläufe.

Ein schnellerer Prozess darf die erforderlichen Messbedingungen und Schutzfunktionen nicht verkürzen. Bei einer statischen Fahrzeugwiegung bleiben korrekte Positionierung, Stillstand und die vorgesehenen Voraussetzungen der Messwertübernahme erhalten. Die technische Öffnungs- oder Schließbewegung einer Schranke ist kein beliebig verkürzbarer Bearbeitungsschritt.

Für Rückstau, Fußwege und Fahrbewegungen sind standortbezogene Schutzmaßnahmen festzulegen. Die ASR A1.8 „Verkehrswege“ der BAuA behandelt unter anderem Gefährdungen durch die Nutzung und die betrieblichen Verhältnisse sowie Schutzmaßnahmen und Unterweisung. Wartebereiche sollen weder notwendige Verkehrswege noch die sichere Unterstützung bei Störungen behindern.

5. Belege und Datenübergabe aus der belegten Wiegezone lösen

Prüfen Sie, welche Schritte tatsächlich vor der Abfahrt von der Waage abgeschlossen sein müssen. Dazu gehören die erforderlichen Messungen und Freigaben. Je nach abgestimmtem Verfahren können dagegen Dokumentenbereitstellung, Versand oder Teile der kaufmännischen Weiterverarbeitung nachgelagert erfolgen.

Ein typischer Ansatz ist, den Lieferschein aus den bereits bestätigten Daten automatisch zu erzeugen. Doppelte Eingaben von Kennzeichen, Material oder Gewicht entfallen. Ein vereinbarter digitaler Abruf oder Versand kann außerdem den Weg zum Büro vermeiden. Falls Papier erforderlich ist, sollte die Ausgabe so angeordnet sein, dass sie den übrigen Verkehr möglichst wenig aufhält.

Vor der Umsetzung sind vier Fragen zu beantworten:

  1. Welche Belege braucht der Fahrer vor der Weiterfahrt? Ausgabe, Unterschrift und gegebenenfalls weitere Bestätigungen werden für den Geschäftsvorfall festgelegt.
  2. Woran erkennt er den Abschluss? Eine eindeutige Meldung nennt den abgeschlossenen Schritt, den nächsten Weg und den Belegzugang.
  3. Was passiert bei einer Ausgabestörung? Derselbe Beleg bleibt erhalten und wird über einen freigegebenen Ersatzweg bereitgestellt oder erneut ausgegeben.
  4. Welche ERP-Rückmeldung ist vor der Ausfahrt nötig? Das richtet sich nach dem Betriebsablauf; ein noch ausstehender Export ist von einer fehlenden fachlichen Freigabe zu unterscheiden.

Wird die Übergabe an das ERP nachgelagert, braucht sie eine dauerhaft gespeicherte Aufgabe, einen sichtbaren Übernahmestatus und eine zuständige Stelle für Fehler. Der Fahrer kann nur dann vorher weiterfahren, wenn alle dafür erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Eine verlorene Verbindung darf weder einen unbemerkten Datenverlust noch eine doppelte Lieferung verursachen.

Die Einzelheiten erläutert der Artikel Wiegesoftware und ERP verbinden. TBTouchScale unterstützt eine reduzierte Fahrerbedienung sowie digitales Unterschreiben und Drucken; die Einbindung in Verkehrsführung und Belegablauf wird für den jeweiligen Betrieb abgestimmt.

Rechenbeispiel: Was eine Minute weniger Waagenbelegung bewirkt

Das folgende Beispiel ist ein vereinfachtes Rechenmodell, keine Leistungsangabe für eine Waage oder Software. Ein Werk nutzt eine gemeinsame Waage für Erstwiegung und Zweitwiegung. Jeder abgeschlossene Besuch benötigt genau zwei Durchfahrten.

Betrachtet wird ein gleichmäßig ausgelasteter Betrieb über einen hinreichend langen Zeitraum. Auffahrt, erforderliche Bearbeitung und Abfahrt belegen die Waage im Ausgangszustand durchschnittlich drei Minuten pro Durchfahrt. Durch vollständigere Vorbereitung und geänderte Belegausgabe wird als zu prüfendes Ziel eine Belegungszeit von zwei Minuten angesetzt. Messbedingungen und Sicherheitsabläufe bleiben dabei erhalten.

Rechnerische Kapazität einer gemeinsam genutzten Waage ohne zusätzliche Pausen oder Leerzeiten
GrößeAusgangszustandAngenommenes Ziel
Mittlere Belegungszeit pro Durchfahrt3 Minuten2 Minuten
Rechnerisch mögliche Durchfahrten pro Stunde60 ÷ 3 = 2060 ÷ 2 = 30
Benötigte Durchfahrten pro Besuch22
Daraus abgeleitete Besuchskapazität pro Stunde20 ÷ 2 = 1030 ÷ 2 = 15
Belegung für eine Nachfrage von 12 Besuchen pro Stunde12 × 2 × 3 = 72 Waagenminuten pro Stunde12 × 2 × 2 = 48 Waagenminuten pro Stunde

Im Ausgangszustand benötigen zwölf Besuche rechnerisch mehr Waagenzeit, als innerhalb einer Stunde verfügbar ist. Eine solche Nachfrage lässt sich unter den Modellannahmen nicht dauerhaft ohne wachsenden Rückstau bearbeiten. Im Zielzustand wären für dieselbe Nachfrage 48 der 60 Minuten belegt; zwölf Minuten verblieben als rechnerische Reserve.

Die Belegungszeit sinkt um ein Drittel. Die daraus berechnete maximale Besuchskapazität steigt von zehn auf fünfzehn, also um 50 Prozent. Daraus folgt keine pauschale Verkürzung der Wartezeit um 50 Prozent. Zeitliche Bündelung, unterschiedlich lange Besuche, Rückkehr von der Verladung und andere Engpässe bestimmen die tatsächliche Warteschlange.

Auch die abgeleiteten fünfzehn Besuche pro Stunde sind keine Garantie für fünfzehn vollständig abgefertigte Fahrzeuge in jeder Kalenderstunde. Erstwiegung und Zweitwiegung liegen zeitlich auseinander. Schichtbeginn, Schichtende und bereits offene Besuche verändern die Verteilung. Für eine belastbare Planung sind die tatsächlichen Ankünfte und Rückkehrzeiten zu betrachten.

Die Rechnung zeigt vor allem, warum die Zahl der Wiegungen beziehungsweise Durchfahrten und die Zahl der Besuche getrennt erfasst werden müssen. Die Grundlagen zu Erstwiegung, Zweitwiegung und Tara erklärt der Vergleich der Wiegeverfahren; die Begriffe ordnet das Glossar zur Verwiegung ein.

Stoßzeiten und Verladung gemeinsam betrachten

Eine schnellere Waage kann den Engpass zum Ladeplatz verlagern. Wenn der Radlader bereits ausgelastet ist oder ein bestimmtes Material nur an einem Ladepunkt verfügbar ist, sinkt die Wartezeit vor der Waage möglicherweise, während sie vor der Beladung steigt.

Planen Sie deshalb die Reihenfolge gemeinsam mit Disposition und Verladung. Maßgeblich sind unter anderem Materialverfügbarkeit, Ladeleistung, Fahrzeugtyp und die Zahl der Rückkehrer zur Zweitwiegung. Durchschnittswerte über den gesamten Tag verdecken häufig die Belastung einzelner Zeitfenster.

Bei wechselnder Fahrtrichtung braucht die Nutzung einer gemeinsamen Waage eine bekannte Regel. Eine starre Bevorzugung aller Einfahrten kann beladene Rückkehrer lange warten lassen. Eine dauerhafte Bevorzugung aller Ausfahrten kann umgekehrt neue Besuche aufstauen. Die örtliche Verkehrsführung und die tatsächliche Last bestimmen, welche Reihenfolge geeignet ist.

Eine zweite Waage kommt als Maßnahme infrage, wenn die vorhandene Waage auch bei geordnetem Ablauf der maßgebliche Engpass bleibt. Wenn dagegen alle Fahrzeuge dieselbe langsame Anmeldung oder denselben Ladeplatz benötigen, beseitigt die zusätzliche Waage diese Ursache nicht. Vor einer Investition sollten Messdaten und der geplante Ablauf die erwartete Wirkung belegen.

Verbesserungen schrittweise einführen und ihre Wirkung prüfen

Beginnen Sie mit einem häufigen Vorgang, etwa vorangemeldeten Schüttgutabholungen. Ein überschaubarer Pilot erleichtert es, Ursachen und Wirkung auseinanderzuhalten. Der Leitfaden zum digitalen Wiegeprozess unterstützt dabei, die Schritte vollständig abzubilden.

Ein praxistauglicher Ablauf umfasst vier Schritte:

  1. Ausgangslage erfassen. Mehrere repräsentative Schichten einschließlich Stoßzeiten beobachten. Zeitabschnitte, Besuchsarten und Klärungsgründe mit denselben Messgrenzen dokumentieren.
  2. Eine Hauptursache auswählen. Beispielsweise fehlende Auftragsangaben vor der Ankunft klären. Verantwortliche, gewünschte Wirkung und notwendige Kontrollen festlegen.
  3. Den geänderten Ablauf erproben. Fahrer und Beschäftigte einweisen. Auch verspätete Ankünfte, unbekannte Fahrzeuge, unlesbare Codes, Druckerstörungen und fehlende ERP-Rückmeldungen durchspielen.
  4. Das Gesamtergebnis vergleichen. Wartezeit, Waagenbelegung, Werksaufenthalt und abgeschlossene Besuche unter vergleichbarer Last bewerten. Fehler, Nachbearbeitung und ungeklärte Vorgänge mitbetrachten.

Halten Sie insbesondere fest, ob die Verbesserung an der Waage zusätzliche Arbeit an anderer Stelle erzeugt. Zehn eingesparte Eingaben am Terminal bringen wenig, wenn sie anschließend im Büro nachgetragen werden müssen.

Für eine Freigabe sollten die Beteiligten mindestens nachweisen können, dass der richtige Auftrag gewählt wird, die notwendigen Messbedingungen erhalten bleiben, keine zweite Lieferung durch einen Nachdruck entsteht und Störungen in einen erreichbaren Klärungsprozess führen. Die Anforderungsliste zur Auswahl von Wiegesoftware hilft, solche Erwartungen als überprüfbare Kriterien festzuhalten.

Häufige Fragen zu Wartezeiten an der Fahrzeugwaage

Was lässt sich meist zuerst verbessern?

Beginnen Sie mit der häufigsten belegten Ursache. Sind Auftrag oder Baustelle bei Ankunft regelmäßig unklar, bietet die Vorbereitung einen konkreten Ansatz. Dominiert dagegen das Warten auf die Verladung, sollte dort angesetzt werden. Ohne getrennte Zeitmessung wäre eine allgemeine Empfehlung wenig belastbar.

Macht eine Selbstbedienungswaage die Abfertigung automatisch schneller?

Nein. Der Fahrer benötigt verständliche Schritte, vorbereitete Daten und Hilfe bei Ausnahmen. Ein Terminal kann Eingaben und Wege vereinfachen. Eine lange Auftragssuche oder eine unklare Fehlermeldung kann auch dort Wartezeit verursachen.

Verhindern feste Zeitfenster jeden Rückstau?

Zeitfenster können die Ankunftsverteilung verbessern. Verspätungen, ungeplante Besuche, Rückkehrer zur Zweitwiegung und schwankende Ladezeiten bleiben zu berücksichtigen. Die Planung braucht deshalb passende Kapazitätsgrenzen und Spielraum.

Kann man die Zweitwiegung aus Zeitgründen einfach weglassen?

Der vorgesehene Mess- und Mengenbezug muss erhalten bleiben. Ob ein anderes Verfahren, etwa eine geeignete gespeicherte Tara, eingesetzt werden kann, hängt von dessen Voraussetzungen und dem konkreten Betrieb ab. Zeitdruck allein begründet keinen Wechsel des Verfahrens.

Welche Kennzahl zeigt den Erfolg am besten?

Betrachten Sie Wartezeit vor der Waage und gesamten Werksaufenthalt gemeinsam. Ergänzen Sie abgeschlossene Besuche, lange Wartefälle und Nachbearbeitung. So erkennen Sie, ob Fahrzeuge tatsächlich zügiger abgefertigt werden und der Ablauf weiterhin verlässlich bleibt.

Mit TBScale den passenden Ablauf für Ihr Werk planen

TBScale verbindet Verwiegung, Fahrzeug- und Auftragsbezug sowie digitale Lieferscheine und abgestimmte Schnittstellen. Welche Schritte vorbereitet, automatisiert oder an einen anderen Prozesspunkt verlagert werden können, wird anhand der vorhandenen Messtechnik, Organisation und Systemlandschaft festgelegt. Einen branchenspezifischen Einstieg bietet Wiegesoftware für die Baustoffbranche.

Für eine konkrete Besprechung helfen eine Skizze des Fahrzeugwegs, die Zahl der Besuche und Wiegungen in einer Spitzenstunde sowie einige typische Wartefälle. Damit lässt sich prüfen, welche Änderung den Engpass im Werk tatsächlich entlasten kann.

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