Glossar · Tief- & Erdbau

Hinterfüllung

Lagenweiser Einbau geeigneten Materials hinter Bauwerken, in Arbeitsräumen oder über Leitungszonen — mit abgestimmter Verdichtung und Entwässerung.

Auch: Arbeitsraumverfüllung ·Rückverfüllung ·Verfüllung

Als Hinterfüllung wird der Einbau von Boden oder Baustoff hinter beziehungsweise neben einem Bauwerk bezeichnet. Typische Bereiche sind Arbeitsräume an Kellerwänden, Widerlager, Stützwände, Schächte und Leitungsgräben. Ziel ist ein dauerhaft standsicherer, möglichst setzungsarmer Anschluss an das umgebende Gelände oder den weiteren Oberbau.

Wahl des Verfüllmaterials

Das Material muss sich für Einbauraum, Bauwerk und spätere Nutzung eignen. Wichtige Eigenschaften sind Verdichtbarkeit, Kornaufbau, Wasserdurchlässigkeit, Frostempfindlichkeit und mögliche umweltrelevante Bestandteile. Je nach Planung können aufbereiteter Aushub, natürliche Gesteinskörnungen oder zugelassene Recyclingbaustoffe verwendet werden.

Ungeeignet sind Materialien, die sich nicht kontrolliert verdichten lassen, schädlich auf Abdichtungen oder Leitungen wirken oder zu unzulässigem Wasserstau führen.

Lagenweiser Einbau

Hinterfüllmaterial wird in abgestimmten Lagen eingebaut und verdichtet. In engen Arbeitsräumen kommen kleinere oder ferngesteuerte Geräte zum Einsatz. Verdichtungsenergie und Schütthöhe müssen so gewählt werden, dass die geforderte Dichte erreicht wird, ohne Abdichtung, Dämmung, Rohrleitung oder Bauwerk zu beschädigen.

Bei beidseitig hinterfüllten Bauteilen ist ein möglichst gleichmäßiger Baufortschritt wichtig, damit keine ungeplanten einseitigen Belastungen entstehen.

Entwässerung und Dokumentation

Drän- und Filterschichten dürfen beim Einbau nicht verschoben oder mit feinem Boden zugesetzt werden. Herkunft, Sorte und Menge des Materials sowie ausgeführte Lagen und Verdichtungsnachweise werden entsprechend den Projektanforderungen dokumentiert. Eine fachgerechte Hinterfüllung verhindert Setzungsmulden, Schäden an Außenanlagen und spätere Nacharbeiten.

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