Quarzsand
Hochreiner Sand mit Quarz-Anteil über 90 % — gewonnen aus speziellen Lagerstätten, eingesetzt in Glas-, Gießerei- und Chemieindustrie sowie für hochwertige Bauprodukte.
Auch: Industriesand ·Silica-Sand
Quarzsand ist ein hochreiner Sand mit einem Quarz-Anteil (SiO₂) von typischerweise über 90 % — die hochwertigsten Sorten erreichen 99 % und mehr. Er wird aus speziellen Lagerstätten gewonnen, in denen geologische Prozesse über Jahrmillionen die nicht-quarzigen Bestandteile entfernt haben.
Eigenschaften
- Hoher SiO₂-Gehalt — entscheidend für industrielle Anwendungen
- Härte 7 auf der Mohs-Skala
- Chemische Beständigkeit gegen Säuren und Laugen
- Hitzebeständigkeit bis weit über 1.000 °C
- Sortenreine, definierte Korngrößenverteilung
Aufbereitung
Im Kieswerk wird Quarz-haltiger Rohsand durch mehrstufige Verfahren aufbereitet:
- Klassieren (Sieben) nach Korngröße
- Waschen zur Entfernung der Schluff- und Tonanteile
- Magnetscheidung zur Entfernung eisenhaltiger Mineralien
- Optische Sortierung oder Flotation bei höchsten Reinheitsanforderungen
- Trocknung und Klassen-getrennte Silo-Lagerung
Verwendung
Quarzsand ist primär ein Industriesand:
- Glasherstellung (Flach-, Hohl- und Spezialglas)
- Gießereisand für Form- und Kernherstellung
- Filtersand für Wasseraufbereitung
- Sandstrahlen und Oberflächenbehandlung
- Solar-Silizium-Vorprodukte (höchste Reinheitsanforderungen)
- Sport- und Reitplätze (definierte Kornform und Drainage)
- Spezialbauprodukte — kunstharzgebundene Quarzböden, Reaktionsharzmörtel, Quarzwaschbeton
Wirtschaftliche Bedeutung
Quarzsand ist als „Industrierohstoff“ preislich deutlich höher angesiedelt als gewöhnlicher Bausand. Hochreine Vorkommen sind weltweit begrenzt. In Deutschland sind die Lagerstätten im Münsterland, in der Lausitz und im Rheinland von strategischer Bedeutung.
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