Durchsatz an der Waage im Schotterwerk: Stoßzeiten entschärfen
Ankünfte je Stunde mal Zeit je Wiegung: Woran der Durchsatz an der Waage im Schotterwerk hängt, welche Stellhebel es gibt und warum nach der Waage oft der Radlader der nächste Engpass ist.
Durchsatz an der Waage im Schotterwerk ist eine Multiplikation: Ankünfte im Zeitfenster mal Wiegungen je Fahrzeug mal Zeit je Wiegung, verglichen mit den Minuten, die die Waage in diesem Fenster hat. Morgens, wenn die Baustellen ihre erste Fuhre wollen, geht diese Rechnung in vielen Werken nicht auf, und die Schlange steht bis zur Straße. Die Rechenkette hat vier Glieder, an jedem Glied gibt es Stellhebel, und hinter der Waage wartet das fünfte Glied, das nach jeder Verbesserung an der Waage zum Engpass wird: der Radlader.
Die Rechenkette der Stoßzeit
Das erste Glied sind die Ankünfte im Zeitfenster, das zweite die Wiegungen je Fahrzeug, zwei bei Erstwiegung und Zweitwiegung, eine bei gespeicherter Tara. Das dritte Glied ist die Zeit je Wiegung vom Auffahren bis zum Abfahren, mit Identifikation, Auftragsaufruf, Gewicht und Beleg dazwischen. Das vierte Glied sind die verfügbaren Waagenminuten, also Waagen mal Minuten im Fenster. Der Bedarf ist das Produkt der ersten drei Glieder. Ist er größer als das vierte, wächst die Schlange, und zwar um die Differenz.
Diese Rechnung ist grob, weil Fahrzeuge nicht gleichmäßig ankommen und keine Wiegung wie die andere dauert. Sie reicht aber, um zu sehen, an welchem Glied das Werk ansetzen muss, und sie lässt sich mit einer Stoppuhr an einem einzigen Morgen aufstellen. Was allgemein gegen Wartezeiten an der Fahrzeugwaage hilft, bekommt durch die Rechenkette eine Reihenfolge.
Glied 1: Ankünfte glätten
Der wirksamste Hebel ist der unbequemste: weniger Fahrzeuge im selben Viertelstundenfenster. Stammkunden mit festen Abrufen lassen sich staffeln, wenn der Auftrag ein Zeitfenster trägt und die Auftragsbestätigung es nennt. Fahrer, die vor der Bürozeit laden dürfen, ziehen Ankünfte aus dem Fenster heraus: Die Selbstbedienung an der Waage im Kieswerk beginnt für Stammkunden, bevor der Waagendienst kommt, und das gilt im Schotterwerk mit Silo ebenso. Voraussetzung sind Aufträge, die vor der Ankunft existieren, und Freigaben je Kunde und Zeit.
Glied 2: Wiegungen je Fahrzeug
Ein Fahrzeug mit gespeicherter Tara fährt einmal auf die Waage, eines ohne zweimal. Für Stammfahrzeuge, die täglich kommen, halbiert die gespeicherte Tara die Waagenminuten, und die Frage ist nur, wie oft die Tara geprüft wird. Ob Erstwiegung, Zweitwiegung oder gespeicherte Tara die richtige Wahl ist, entscheidet sich je Fahrzeug: Sattelkipper eines Spediteurs mit wechselnden Aufliegern brauchen die Erstwiegung, der eigene Vierachser nicht. Die Software muss die gespeicherte Tara mit Datum führen und nach einer Regel zur Prüfung auffordern.
Glied 3: Zeit je Wiegung
Zwischen Auffahren und Abfahren liegen Sekunden, die sich summieren: das Kennzeichen ablesen und tippen, den Kunden suchen, den Auftrag anlegen, das Gewicht übernehmen, den Beleg drucken, auf den Ausdruck warten. Die Kennzeichenerkennung von TBAutoIdent nimmt die Identifikation aus der Zeit heraus, der Auftrag aus dem Büro nimmt das Anlegen heraus, das Terminal von TBTouchScale nimmt den Waagendienst aus der Wiegung heraus, und der Beleg als PDF nimmt das Warten auf den Drucker heraus. Im Werkshof-Simulator verkürzt eine Ampel jede Wiegung um eine Viertelminute und glättet die Streuung, weil der Fahrer weiß, wann er auffahren darf.
Glied 4: Waagenminuten
Eine zweite Waage verdoppelt das vierte Glied, aber sie ist der teuerste Hebel und wirkt nur, wenn die Software den Vorgang über beide Waagen führt: Erstwiegung an der einen, Zweitwiegung an der anderen, eine Warteschlange für beide. Werke mit Eingangswiegung nutzen die Eingangswaage in der Stoßzeit für Erstwiegungen und die Ausfahrtswaage für Zweitwiegungen, was ohne zweite Waage dieselbe Wirkung hat, wenn die Hofordnung mitspielt.
| Stellhebel | Wirkung in der Rechenkette | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Abrufzeiten staffeln | Weniger Ankünfte im selben Fenster | Aufträge mit Zeitfenster, Bestätigung an den Kunden |
| Selbstbedienung vor der Bürozeit | Ankünfte wandern aus der Stoßzeit heraus | Terminal, Freigaben je Kunde, Silo oder Verladeschicht |
| Gespeicherte Tara | Eine Wiegung statt zwei je Stammfahrzeug | Tara mit Datum, Prüfregel, Erstwiegung bei wechselnden Aufliegern |
| Kennzeichenerkennung | Identifikation ohne Tippen | Kamera an der Auffahrt, Fahrzeugstamm, Rückfall auf Karte |
| Aufträge aus dem Büro | Kein Anlegen an der Waage | Auftrag vor der Ankunft, Abruf mit Restmenge |
| Terminal am Tag | Waagendienst nur für Ausnahmen | Terminal neben dem besetzten Arbeitsplatz, klare Zuordnung, wer wo wiegt |
| Zweite Waage | Doppelte Waagenminuten | Vorgang über beide Waagen, eine Warteschlange, Hofordnung |
Das nächste Glied: der Radlader
Sobald die Waage schneller ist, steht die Schlange nicht mehr vor der Waage, sondern vor der Halde. Vierzig Fahrzeuge brauchen vierzig Beladungen, und die Beladezeit hängt an der Entfernung der Halde, an der Zahl der Schaufeln und daran, ob der Radladerfahrer weiß, welches Fahrzeug als Nächstes welche Sorte bekommt. Die Hebel hier: ein Silo für die gängigen Sorten, ein zweiter Radlader in der Stoßzeit, eine Verladeanweisung statt Funk und eine Hofordnung, die die Fahrzeuge in der Reihenfolge zur Halde schickt, in der sie gewogen wurden. Wie der Hofverkehr mit Anmeldung, Warteschlange, Beladung und Ausfahrt gesteuert wird, entscheidet über das fünfte Glied.
Der Werkshof-Simulator rechnet beide Glieder zusammen: Ankünfte, Waagen, Beladestellen und Module wie Terminal, Kennzeichenerkennung und Schranke werden eingestellt, der Werkstag läuft im Zeitraffer, und der Vergleich der Szenarien zeigt das Mittel über fünf Werkstage mit unterschiedlichen Zufallsankünften. Damit lässt sich prüfen, ob die zweite Waage oder der zweite Radlader die Schlange auflöst, bevor eines von beiden gekauft wird.
Wie das Werk die eigene Rechnung aufstellt
Ein Morgen mit Stoppuhr reicht. Ankünfte je Viertelstunde von der ersten bis zur letzten Fuhre der Stoßzeit, je Fahrzeug die Zahl der Wiegungen, je Wiegung die Zeit vom Auffahren bis zum Abfahren, je Beladung die Zeit an der Halde. Daraus entsteht die Rechenkette mit den eigenen Zahlen, und aus ihr die Reihenfolge der Hebel. Was Terminal und Kennzeichenerkennung im Jahr an Wiegezeit und Waagebüro sparen, rechnet der Wiegeprozess-ROI-Rechner mit denselben Zahlen aus.
Häufige Fragen zum Durchsatz an der Waage
Ist die Waage oder der Radlader der Engpass?
Wer morgens die Schlange vor der Waage sieht, hält die Waage für den Engpass. Ob das stimmt, zeigt die Rechenkette: Reichen die Waagenminuten, aber die Beladungen nicht, ist es der Radlader, und die Schlange vor der Waage ist nur die Folge davon, dass die Fahrzeuge nach der Erstwiegung nicht zur Halde kommen.
Lohnt eine zweite Waage, bevor die Wiegezeit verkürzt ist?
Selten. Die zweite Waage verdoppelt die Minuten, die Hebel an den Gliedern 2 und 3 halbieren den Bedarf, und das kostet weniger. Im Beispiel reicht die zweite Waage ohne diese Hebel knapp, mit ihnen ist sie nicht nötig.
Wie viel Zeit spart die Kennzeichenerkennung je Wiegung?
Die Sekunden zwischen Auffahren und Auftragsanzeige, die heute mit Ablesen, Tippen und Suchen vergehen. Wie viele das sind, sagt die Stoppuhr am eigenen Morgen. Bei Fremdfahrern, deren Kunde erst gesucht werden muss, ist die Ersparnis größer als bei Stammfahrern mit Karte.
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