Hofverkehr im Kieswerk steuern: Anmeldung, Warteschlange, Beladung und Ausfahrt
Anmeldung, Warteschlange, Beladung, Ausfahrt: An jeder Station des Hofverkehrs eine Frage, ein Signal an den Fahrer und eine Datenquelle. Wie ein Kieswerk den Hof ohne Zuruf und Winken steuert.
Hofverkehr im Kieswerk wird an den meisten Orten mit Winken gesteuert. Der Waagendienst winkt den nächsten Lkw auf die Waage, der Radladerfahrer winkt ihn zur Halde, und an der Ausfahrt winkt niemand, weil das Fahrzeug einfach fährt. Das funktioniert, bis zwei Radlader, zwei Waagen, ein Terminal und eine Schlange bis zur Straße zusammenkommen. Dann braucht der Hof vier Stationen, und an jeder eine Frage, ein Signal, das der Fahrer im Führerhaus sieht, und eine Datenquelle, aus der das Signal kommt.
Was auf dem Hof schiefgeht
Ein Fahrer fährt zur falschen Halde, weil er den Zuruf nicht gehört hat. Zwei Lkw stehen gleichzeitig am selben Radlader, während der zweite Radlader leer wartet. Ein Fahrzeug verlässt den Hof ohne Zweitwiegung, weil die Ausfahrt offen war. Ein Fremdfahrer sucht das Büro und blockiert die Auffahrt zur Waage. Die Schlange vor der Waage staut bis auf die Straße zurück, obwohl die Waage frei ist, weil die Fahrzeuge nach der Erstwiegung nicht von der Halde zurückkommen. Alle fünf Fälle haben dieselbe Ursache: Niemand auf dem Hof weiß, wer wo ist und was er als Nächstes tun soll.
Anmeldung: Wer ist da?
Die Frage an der Einfahrt lautet, welches Fahrzeug mit welchem Auftrag auf den Hof gekommen ist. Das Signal an den Fahrer ist die Bestätigung, dass er angemeldet ist und wo er warten soll, ohne dass er aussteigt. Die Datenquelle ist die Kennzeichenerkennung an der Einfahrt, ersatzweise die Karte oder der Code am Terminal, verbunden mit dem Auftrag, der vorher angelegt wurde. TBAutoIdent erkennt Kennzeichen und Fahrzeugtypen und steuert, wer wann was in Selbstbedienung abholen darf. Ein Fahrzeug, das nicht erkannt wird, bekommt das Signal, zum besetzten Arbeitsplatz zu fahren, und nicht die ganze Schlange hinter sich.
Warteschlange: Wer ist dran?
Die Frage lautet, in welcher Reihenfolge die angemeldeten Fahrzeuge zur Waage und zur Halde kommen. Die einfache Antwort ist die Ankunftsreihenfolge, die bessere berücksichtigt, welche Halde frei ist: Drei Fahrzeuge für Kies 16/32 hintereinander an Radlader 2 sind schneller beladen als abwechselnd Sand, Kies, Sand, Kies an beiden. Das Signal an den Fahrer ist der Aufruf, den er im Führerhaus sieht, als Ampel an der Wartespur, als Tafel oder als Nachricht auf dem Gerät. Die Datenquelle ist die Liste der angemeldeten Fahrzeuge mit Zeitstempel, Auftrag und Sorte, verbunden mit dem Status der Waagen und Radlader. Wie die Rechenkette der Stoßzeit an der Waage im Schotterwerk zeigt, entsteht die Schlange oft nicht an der Waage, sondern an der Halde, und die Warteschlange muss beides kennen.
Beladung: Was kommt auf welchen Lkw?
Die Frage lautet, welches Fahrzeug an welcher Halde welche Sorte in welcher Menge bekommt. Das Signal an den Fahrer ist die Halde, die er anfährt. Das Signal an den Radladerfahrer ist die Verladeanweisung mit Fahrzeug, Sorte und Zielmenge, und seine Rückmeldung ist das Signal an die Waage, dass das Fahrzeug zur Zweitwiegung kommt. Die Datenquelle ist der Auftrag mit der Sorte, der Materialstamm mit der Halde je Sorte und der Bestand, der sagt, ob die Halde reicht. Was am Hof passiert, soll im Vorgang stehen, welche Fuhre beladen wurde, was noch aussteht, wo es hakt, so beschreibt es die Lösungsseite zur mobilen App für Hof, Waage, Fahrer und Büro. Welche Angaben eine digitale Verladeanweisung für den Radladerfahrer trägt und wie sie ihn erreicht, wird im Projekt anhand der Radlader und Halden festgelegt.
Ausfahrt: Wer darf raus?
Die Frage lautet, ob das Fahrzeug gewogen ist, ob der Beleg erzeugt ist und ob das Gewicht zulässig ist. Das Signal an den Fahrer ist die grüne Ampel oder die geöffnete Schranke, und der Beleg in der Hand oder auf dem Gerät. Die Datenquelle ist der Status des Vorgangs: Zweitwiegung abgeschlossen, Beleg erzeugt, Bruttogewicht unter dem zulässigen Gesamtgewicht. Ein Fahrzeug ohne abgeschlossene Zweitwiegung bekommt kein grünes Signal, und die Frage nach der Überladung wird an dieser Station beantwortet, nicht auf der Straße. Welche Angaben vor der Ausfahrt bekannt sein müssen, damit die Schranke entscheiden kann, ist ein eigener Katalog.
| Station | Frage | Signal an den Fahrer | Datenquelle |
|---|---|---|---|
| Anmeldung | Wer ist mit welchem Auftrag da? | Angemeldet, Wartebereich, oder zum besetzten Arbeitsplatz | Kennzeichenerkennung, Karte oder Code, Auftrag |
| Warteschlange | Wer ist als Nächster dran? | Aufruf per Ampel, Tafel oder Nachricht | Liste der angemeldeten Fahrzeuge, Status von Waagen und Radladern |
| Beladung | Was kommt auf welchen Lkw? | Halde und Verladestelle, Rückmeldung des Radladers | Auftrag, Materialstamm mit Halde je Sorte, Bestand |
| Ausfahrt | Ist gewogen, belegt und zulässig? | Grüne Ampel oder Schranke, Beleg | Status des Vorgangs, Zweitwiegung, Gesamtgewicht |
Der Hof im Simulator
Ob der Hof mit einer Waage und zwei Radladern durch die Stoßzeit kommt oder eine zweite Waage braucht, lässt sich vor dem Umbau durchspielen. Im Werkshof-Simulator werden Ankünfte, Waagen, Beladestellen und Module wie Terminal, Kennzeichenerkennung und Schranke eingestellt, der Werkstag läuft als Zeitraffer, und der Vergleich der Szenarien zeigt die Wartezeiten als Mittel über fünf Werkstage mit unterschiedlichen Zufallsankünften. Die Ampel verkürzt dort jede Wiegung um eine Viertelminute und glättet die Streuung, was dem entspricht, was das Signal an der Wartespur im Werk bewirkt.
Was die Steuerung vom Werk verlangt
Vier Dinge stehen vor der Technik. Eine Hofordnung auf Papier, die die vier Stationen und ihre Signale beschreibt und an der Einfahrt hängt. Eine Beschilderung, die Wartespur, Halden und Ausfahrt so benennt, wie die Signale sie nennen. Eine Information an die Fahrer, was Karte, Code und Ampel bedeuten, bevor sie zum ersten Mal kommen. Und eine Regel für die Ausnahmen: Privatkunden, Eingangswiegungen mit Rückfracht, Werksverkehr und das Terminal neben dem besetzten Arbeitsplatz. Wie die Selbstbedienung an der Waage im Kieswerk nachts läuft, ist einfacher als am Tag, weil nachts nur eine Station besetzt ist: die Anmeldung am Terminal.
Häufige Fragen zur Steuerung des Hofverkehrs
Braucht der Hof eine Schranke?
Nur, wenn Fahrzeuge ohne Zweitwiegung den Hof verlassen und das Werk das nicht anders verhindern kann. Eine Ampel an der Ausfahrt mit klarer Hofordnung reicht in vielen Werken. Die Schranke ist das Signal, das sich nicht überhören lässt, und sie kostet die Zeit, die sie zum Öffnen braucht.
Wie erfährt der Fahrer, welche Halde er anfahren soll?
Über das Signal nach der Erstwiegung: Tafel, Ausdruck oder Nachricht auf dem Gerät, je nachdem, was das Werk einrichtet. Der Zuruf durch das Waagenfenster ist das Signal, das am häufigsten missverstanden wird, und das einzige, das keine Datenquelle hat.
Was ist mit Fahrzeugen, die nicht wiegen, zum Beispiel Werksverkehr?
Sie fahren über eigene Wege und melden sich nicht an der Einfahrt an, oder sie bekommen einen internen Auftrag, wenn ihre Fahrt einen Bestand bewegt. Was auf dem Hof ohne Auftrag fährt, taucht in keiner Datenquelle auf und darf deshalb keine Station der Kundenfahrzeuge kreuzen.
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