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Kieswerk rund um die Uhr: Selbstbedienung an der Waage

10 min Lesedauer TBSoft Redaktion
Weiße Linienzeichnung: Selbstbedienungswaage im Kieswerk mit Kipper, Kartenterminal, Kennzeichenerkennung und Belegausgabe bei Nacht

Eine Nacht am Selbstbedienungsterminal, Zeitmarke für Zeitmarke: Welche Voraussetzungen ein Kieswerk vorher schafft, damit Fahrer ohne Waagebüro wiegen, laden und mit Beleg abfahren.

Selbstbedienung an der Waage macht aus einem Kieswerk mit Bürozeiten ein Kieswerk, das liefert, wenn der Kunde laden will: vor dem ersten Waagendienst, nach dem letzten, am Samstag. Der Fahrer identifiziert sich am Terminal, findet seinen Auftrag, wiegt, lädt, wiegt noch einmal, unterschreibt und fährt mit Beleg. Damit das funktioniert, muss vor der ersten Nacht eine Reihe von Fragen beantwortet sein, und die beste Art, sie zu finden, ist, eine Nacht am Terminal Zeitmarke für Zeitmarke durchzugehen.

Was rund um die Uhr im Kieswerk bedeutet

Selbstbedienung an der Waage ist nur die halbe Lieferung. Die andere Hälfte ist die Beladung, und die muss ohne Waagebüro funktionieren: aus einem Silo oder Verladebunker, der abends gefüllt wird, oder durch einen Radladerfahrer in der Schicht, der die Aufträge der Nacht kennt. Ein Kieswerk, das beides nicht hat, kann nachts wiegen, aber nicht laden, und dann bleibt die Selbstbedienung auf die Zweitwiegung von Fahrzeugen beschränkt, die tagsüber beladen wurden.

Die zweite Voraussetzung ist die Kundengruppe. Selbstbedienung ist für Stammkunden mit Karte und Rechnung gedacht: Spediteure, Tiefbauunternehmen, Betonwerke, die mehrmals in der Woche laden. Der Privatkunde mit Anhänger, die Beratung zur Körnung und der Barverkauf bleiben im besetzten Betrieb. Wie eine Selbstbedienungswaage in Abläufen und Voraussetzungen allgemein aussieht, gilt im Kieswerk mit dieser Einschränkung.

17:45 Uhr: Die letzte besetzte Wiegung

Der Waagendienst geht, und die Nacht beginnt mit einer Übergabe, die niemand sieht. Die Aufträge für die Nacht sind angelegt, weil ein Fahrer am Terminal nur auswählen kann, was existiert. Die Kundenkarten und Kennzeichen der Nachtkunden sind freigegeben, und zwar nicht pauschal, sondern für Zeiten, Fahrzeuge und Materialien: TBAutoIdent steuert die Selbstbedienung über Zeiten, Personen und Fahrzeuge, mit oder ohne vorbestimmte Materialien. Das Silo ist gefüllt, der Drucker am Terminal hat Papier, und die Beleuchtung an Waage und Terminal ist eingeschaltet.

Die Voraussetzung aus dieser Zeitmarke heißt Freigabe: Wer darf wann was in Selbstbedienung laden? Diese Frage ist vor der ersten Nacht je Kunde zu beantworten, und die Antwort steht in der Software, nicht im Kopf des Waagendienstes.

18:30 Uhr: Der erste Fahrer am Terminal

Ein Sattelzug eines Spediteurs, der für ein Betonwerk fährt, hält am Terminal. Der Fahrer hält die Kundenkarte vor, oder die Kamera hat das Kennzeichen bereits erkannt, und das Terminal zeigt ihm seine Aufträge. TBTouchScale führt ihn mit einer reduzierten Oberfläche zu seinem Auftrag, er wählt ihn, die Erstwiegung wird gespeichert, er fährt zum Silo, lädt, kommt zurück, die Zweitwiegung ergibt das Netto, er unterschreibt auf dem Bildschirm, der Lieferschein wird gedruckt, und das PDF geht an sein Büro und an das Betonwerk.

Die Voraussetzung heißt Identifikation und Auftrag. Beides muss vor der Nacht existieren, und für die Nacht gilt: Erstwiegung statt gespeicherter Tara, weil niemand da ist, der einen Anhängerwechsel bemerkt. Welche Fahrzeugidentifikation an der Waage das Werk wählt, entscheidet darüber, wie viele Fahrer nachts am Terminal scheitern.

21:10 Uhr: Ein Fremdfahrer ohne Karte

Ein Fahrer, den das Werk nicht kennt, holt für einen Stammkunden ab. Er hat keine Karte, sein Kennzeichen ist nicht hinterlegt, und am Terminal steht niemand, der ihn einordnen könnte. Drei Regeln sind möglich: Der Stammkunde hat eine Karte, die für beliebige Fahrzeuge freigegeben ist, und der Fahrer hat sie mitbekommen. Der Auftrag trägt einen QR-Code, den das Werk dem Kunden mit der Auftragsbestätigung geschickt hat, und der Fahrer hält ihn vor den Scanner. Oder der Fahrer wird abgewiesen und liest auf dem Bildschirm, wen er anrufen kann.

Die Voraussetzung heißt Regel für Fremdfahrer. TBScale erzeugt QR-Codes in Formaten von A4 bis Scheckkarte, die getestet, exportiert und per E-Mail versendet werden können. Welche der drei Regeln das Werk wählt, hängt davon ab, wie viele Fremdfahrer nachts kommen und wie viel Kontrolle der Kunde über seine Karte hat.

23:40 Uhr: Das Fahrzeug ist zu schwer

Die Zweitwiegung ergibt ein Bruttogewicht über dem zulässigen Gesamtgewicht des Zuges, weil der Fahrer am Silo länger gedrückt hat als vorgesehen. Tagsüber sagt der Waagendienst: Abladen und noch einmal wiegen. Nachts muss das Terminal das sagen, und dafür muss es das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs kennen und die Regel, was bei Überschreitung passiert: Rückfahrt zur Halde, erneute Zweitwiegung, Beleg erst nach dem zweiten Ergebnis.

Die Voraussetzung heißt Fahrzeugdaten. Welche Angaben vor der Ausfahrt bekannt sein müssen, damit keine Überladung entsteht, gilt nachts doppelt, weil kein Mensch die Ladung ansieht. Ob und wie das Terminal die Überschreitung meldet und ob es den Beleg verweigert, wird bei der Einrichtung anhand der Fahrzeuge des Werks festgelegt.

02:15 Uhr: Eine Störung

Der Drucker meldet Papierende, oder die Verbindung zum Werksnetz bricht ab. Der Fahrer steht am Terminal und hat gerade gewogen. Für den Drucker ist die Antwort einfach, wenn der Beleg ohnehin als PDF an den Kunden geht und der Fahrer weiß, dass er ohne Ausdruck abfahren darf. Für die Verbindung gehört die Antwort ins Betriebskonzept: Was das Terminal ohne Verbindung tut, welche Wiegungen es speichert und wann es sie überträgt, wird vor dem Start festgelegt, so wie die Lösungsseite zu Schnittstellen es für jedes führende System vorsieht.

Die Voraussetzung heißt Störungsregel: eine Telefonnummer auf dem Bildschirm, eine Rufbereitschaft, die weiß, was sie am Telefon entscheiden darf, und eine Kamera, die aufzeichnet, was am Terminal geschieht.

06:00 Uhr: Das Büro am Morgen

Der Waagendienst kommt und findet die Nacht als Protokoll vor: jede Wiegung mit Zeit, Fahrzeug, Auftrag und Beleg, jeden abgebrochenen Vorgang mit dem Punkt, an dem er abbrach, jedes unbekannte Kennzeichen, das die Kamera gesehen hat. Die Belege sind versendet, die Bestände sind gebucht, und der Tagesabschluss der Nacht ist gelaufen, wenn er automatisch eingestellt ist. TBScale führt den Tagesabschluss manuell oder automatisch aus, und für die Selbstbedienung ist automatisch die richtige Einstellung.

Die Voraussetzung heißt Morgenprotokoll: Das Büro muss die Nacht in zehn Minuten prüfen können, sonst wird die Selbstbedienung zur Quelle von Rückfragen statt zur Entlastung.

  • Freigaben je Kunde

    Wer darf wann welches Material in Selbstbedienung laden, hinterlegt je Karte, Fahrzeug und Zeitfenster.

  • Aufträge vor der Nacht

    Jeder Fahrer wählt am Terminal nur aus, was das Büro angelegt hat. Rahmenaufträge mit Restmenge decken wiederkehrende Abrufe ab.

  • Beladung ohne Büro

    Silo oder Verladebunker für die gängigen Sorten, oder ein Radladerfahrer in der Schicht mit den Aufträgen der Nacht.

  • Belegweg ohne Ausdruck

    Lieferschein als PDF an Fahrer, Spediteur und Kunde, Ausdruck als Zusatz. Ein leerer Drucker hält dann niemanden auf.

  • Störungsregel

    Nummer auf dem Bildschirm, Rufbereitschaft mit Entscheidungsbefugnis, Kamera am Terminal, festgelegtes Verhalten ohne Verbindung.

  • Morgenprotokoll

    Wiegungen, Abbrüche und unbekannte Kennzeichen der Nacht auf einen Blick, Belege versendet, Bestände gebucht, Tagesabschluss gelaufen.

Wo die Selbstbedienung endet

Beratung, Neukunden, Reklamationen und Barverkauf bleiben beim Waagendienst, und die Selbstbedienung ist am Tag die Entlastung, die den Waagendienst dafür frei macht. Wie der Hofverkehr im Kieswerk mit Anmeldung, Warteschlange, Beladung und Ausfahrt gesteuert wird, ändert sich mit dem Terminal am Tag stärker als in der Nacht, weil dann Selbstbedienung und besetzte Waage nebeneinander laufen. Was Terminal und Kennzeichenerkennung im Jahr an Wiegezeit und Waagebüro sparen, lässt sich mit den eigenen Wiegezahlen im Wiegeprozess-ROI-Rechner abschätzen. Der Beleg selbst folgt dem Weg vom Wiegeschein zum unterschriebenen, versendeten und archivierten Lieferschein, und die Unterschrift am Terminal ist nachts der einzige Nachweis, dass der Fahrer die Menge gesehen hat.

Häufige Fragen zur Selbstbedienung im Kieswerk

Braucht das Kieswerk nachts einen Radladerfahrer?

Nur für Sorten, die nicht aus dem Silo kommen. Werke mit wenigen gängigen Sorten füllen abends das Silo und beschränken die Nachtfreigaben auf diese Sorten. Werke mit vielen Sorten oder Sonderkörnungen brauchen eine Verladeschicht oder beschränken die Selbstbedienung auf die Randzeiten, in denen der Radlader noch besetzt ist.

Können Privatkunden das Terminal nutzen?

In der Regel nicht. Selbstbedienung setzt Kundenkarte, Rechnung und Freigabe voraus. Ein Privatkunde, der bar zahlt und Beratung zur Körnung braucht, kommt zum besetzten Betrieb. Wer Privatkunden außerhalb der Bürozeit bedienen will, braucht eine Kasse am Terminal und eine Regel für Beratung, und beides wird vor der Einführung geklärt.

Was passiert, wenn ein Fahrer am Terminal nicht weiterkommt?

Er ruft die Nummer auf dem Bildschirm an, und die Rufbereitschaft sieht den Vorgang und entscheidet. In den ersten Wochen sind diese Anrufe die beste Quelle für fehlende Freigaben und missverständliche Bildschirmtexte. Danach werden sie selten.

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