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Digitale Verladeanweisung für Radladerfahrer

10 min Lesedauer TBSoft Redaktion
Weiße Linienzeichnung: Digitale Verladeanweisung mit Fahrzeug, Halde und Zielmenge für den Radlader beim Beladen eines Kippers

Fahrzeug, Material und Halde, Menge, Reihenfolge, Hinweise, Rückmeldung: Was auf einer digitalen Verladeanweisung für den Radladerfahrer steht, woher jede Angabe kommt und was nach der Beladung zurückkommt.

Eine digitale Verladeanweisung sagt dem Radladerfahrer, was er auf welches Fahrzeug lädt, bevor das Fahrzeug an der Halde steht, und nimmt seine Rückmeldung entgegen, bevor es zur Waage fährt. Was auf ihr steht, ist kein Formular, sondern ein Beleg mit sechs Feldgruppen: Fahrzeug, Sorte und Halde, Zielmenge, Reihenfolge, Hinweise, Rückmeldung. Jede Angabe hat eine Quelle im Werk und einen Zweck an der Halde, und wer beides kennt, weiß, was die Anweisung leisten muss und was sie nicht ersetzt.

Warum der Zuruf an den Radlader nicht reicht

Der Funkspruch „Kies 16/32, der blaue Sattel, voll machen“ hat drei Schwächen. Er wird gehört oder nicht, und niemand weiß es, bis das Fahrzeug an der falschen Halde steht. Er wird nicht aufgezeichnet, und wenn die Zweitwiegung eine andere Sorte zeigt als der Auftrag, steht Aussage gegen Aussage. Und er kennt keine Reihenfolge: Bei drei Fahrzeugen hintereinander an zwei Radladern entscheidet der Radladerfahrer selbst, wer zuerst kommt. Die Folgen sind Nachwiegungen, Bestandsfehler auf der falschen Halde und eine Wartespur, in der die Fahrzeuge nicht in der Reihenfolge stehen, in der sie gewogen wurden. An der Station Beladung des Hofverkehrs im Kieswerk ist die Verladeanweisung das Signal an den Radlader, und sie braucht eine Datenquelle statt einer Stimme.

Fahrzeug: Wen der Radlader belädt

Die Anweisung nennt das Fahrzeug so, wie der Radladerfahrer es aus der Kabine erkennt: Kennzeichen, Fahrzeugtyp, Farbe oder Spediteur, dazu die Position in der Reihenfolge. Die Quelle ist die Identifikation an der Einfahrt oder die Erstwiegung, mit der das Fahrzeug in den Vorgang eingetreten ist. Der Zweck ist, das richtige von drei wartenden Fahrzeugen zu beladen, und zwar das, das als Nächstes an der Reihe ist.

Sorte und Halde: Was von wo

Die Anweisung nennt die Lieferkörnung und den Lagerort, an dem sie liegt. Die Quelle ist der Auftrag für die Sorte und der Materialstamm für die Halde, der jeder Sorte einen Lagerort zuordnet. Wie Materialstammdaten im Kieswerk in Ebenen strukturiert sind, entscheidet, ob die Anweisung „Kies 16/32“ oder „Kies 16/32, Halde Süd 3“ sagt. Dazu gehört die Frage, ob der Bestand der Halde für die Zielmenge reicht, und die Antwort kommt aus dem gebuchten Bestand, der bei Lagerbeständen zwischen Halde, Verladung und Faktura nur so gut ist wie die letzte Inventur.

Zielmenge: Wie viel

Die Anweisung nennt die Menge in Tonnen, und diese Menge ist die kleinere von zwei Zahlen: der bestellten Menge der Fuhre aus dem Auftrag und der zulässigen Zuladung des Fahrzeugs, die sich aus zulässigem Gesamtgewicht und Tara ergibt. Die Quelle für die erste Zahl ist der Auftrag, die Quelle für die zweite der Fahrzeugstamm und die Erstwiegung. Der Zweck ist, dass der Radladerfahrer nicht „voll machen“ liest, sondern eine Zahl, die das Fahrzeug tragen darf. Welche Angaben vor der Ausfahrt bekannt sein müssen, damit keine Überladung entsteht, beginnt bei dieser Zahl.

Reihenfolge: Bei zwei Sorten auf einer Fahrt

Lädt ein Fahrzeug zwei Sorten, nennt die Anweisung die Reihenfolge und die Zwischenwiegung dazwischen: erst Splitt 2/5 an Halde Süd 1, dann zur Waage, dann Schotter 32/63 an Halde Nord 2, dann zur Ausfahrtswaage. Die Quelle ist der Auftrag mit zwei Positionen, der Zweck die Zwischenwiegung, ohne die beide Nettomengen nur geschätzt wären.

Hinweise: Was der Auftrag sonst verlangt

Die Anweisung trägt, was der Kunde oder die Baustelle verlangen: gewaschene statt ungewaschener Sorte, Plane erforderlich, Ladung nach hinten verteilen, ein Hinweis auf das Prüfzeugnis, das mitgehen soll. Die Quelle ist der Auftrag und der Kundenstamm, der Zweck ist, dass diese Angaben den Radladerfahrer erreichen, statt nur auf dem Lieferschein zu stehen, den er nie sieht.

Rückmeldung: Was zurückkommt

Nach der Beladung meldet der Radladerfahrer: beladen, mit Uhrzeit, gegebenenfalls mit der geschätzten Menge nach Schaufeln oder Radladerwaage, und mit einem Vermerk, wenn etwas nicht stimmte, Halde fast leer, Sorte verunreinigt, Fahrzeug nicht erschienen. Die Quelle ist der Radladerfahrer selbst, und das ist die einzige Feldgruppe, die er ausfüllt. Der Zweck liegt an drei Stellen: Die Waage weiß, dass das Fahrzeug zur Zweitwiegung kommt. Die Disposition weiß, dass die Fuhre unterwegs ist. Und die Auswertung kennt die Beladezeit je Halde und je Sorte. Der Bestand wird von der Rückmeldung nicht gebucht, sondern von der Zweitwiegung, die Rückmeldung ist die Vorwarnung, dass eine Halde zur Neige geht.

Die Verladeanweisung Feld für Feld: Quelle im Werk und Zweck an der Halde
FeldgruppeQuelleZweck
Fahrzeug mit Position in der ReihenfolgeIdentifikation an der Einfahrt, ErstwiegungDas richtige Fahrzeug in der richtigen Reihenfolge
Sorte und HaldeAuftrag, Materialstamm mit Lagerort, gebuchter BestandDie richtige Halde, Bestand reicht für die Menge
ZielmengeAuftrag, Fahrzeugstamm mit zulässigem Gesamtgewicht, TaraEine Zahl statt „voll machen“, keine Überladung
Reihenfolge bei zwei SortenAuftrag mit mehreren PositionenZwischenwiegung an der richtigen Stelle
HinweiseAuftrag, Kundenstamm, BaustelleKundenwünsche erreichen den Radlader
RückmeldungRadladerfahrerWaage, Disposition und Auswertung wissen, was geladen wurde

Wie die Anweisung den Radladerfahrer erreicht

Der übliche Weg ist ein Gerät in der Kabine, das die Anweisungen in der Reihenfolge der Wiegungen zeigt und die Rückmeldung mit einem Fingertipp entgegennimmt. Was am Hof passiert, soll im Vorgang stehen, welche Fuhre beladen wurde, was noch aussteht, wo es hakt, so beschreibt es die Lösungsseite zur mobilen App für Hof, Waage, Fahrer und Büro. Welche Rollen am Hof mobil erfassen und mit welchen Geräten, wird im Projekt anhand der tatsächlichen Abläufe festgelegt. Als Übergang oder Ergänzung dienen eine Anzeigetafel an der Halde, die das nächste Fahrzeug mit Sorte und Menge zeigt, oder ein Ausdruck, den der Fahrer nach der Erstwiegung mitnimmt und dem Radladerfahrer zeigt. Wie die mobile App zwischen Waage, Fahrer und Büro die Rollen verbindet, gilt für den Radlader als Rolle am Hof entsprechend.

Einführung: erst eine Halde, dann alle

Die Verladeanweisung wird an einem Radlader eingeführt, nicht an allen. Der Pilot bekommt das Gerät, die anderen arbeiten mit Funk weiter, und nach zwei Wochen zeigt der Vergleich, ob die Nachwiegungen am Pilotradlader seltener geworden sind. Vorher stehen zwei Regeln fest: Der Radladerfahrer belädt in der Reihenfolge der Anweisungen, und eine Abweichung, andere Sorte, andere Menge, anderes Fahrzeug, wird gemeldet, nicht stillschweigend ausgeführt. Die Waage bleibt die Instanz, die den Beleg erzeugt, und die Zweitwiegung entscheidet, was geladen wurde, nicht die Rückmeldung.

Häufige Fragen zur digitalen Verladeanweisung

Braucht jeder Radlader ein Gerät?

Jeder, der Kundenfahrzeuge belädt. Ein Radlader, der nur Halden umschichtet oder die Aufbereitung beschickt, braucht keine Anweisung, sondern einen internen Auftrag, wenn seine Fahrt einen Bestand bewegt.

Was passiert, wenn der Radladerfahrer eine andere Menge lädt als angewiesen?

Die Zweitwiegung zeigt es, und die Abweichung steht im Protokoll neben der Anweisung. Liegt die Ladung über der zulässigen Zuladung, geht das Fahrzeug zurück zur Halde. Liegt sie darunter, entscheidet der Auftrag, ob nachgeladen wird. Die Anweisung macht die Abweichung sichtbar, sie verhindert sie nicht.

Ersetzt die Rückmeldung die Zweitwiegung?

Nein. Die Rückmeldung sagt, dass beladen wurde und was der Radladerfahrer schätzt. Das Gewicht kommt von der Waage, und nur die Waage bucht Bestand und Beleg. Eine Radladerwaage liefert eine bessere Schätzung, aber keinen Beleg.

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