Lieferkörnung
Auslieferungs-Klasse einer Gesteinskörnung mit zugesichertem Untersieb (d) und Obersieb (D) — etwa Splitt 8/11 — Verkaufseinheit, die Sieblinie, Norm und Anwendung definiert.
Auch: Korngruppe ·Korngröße ·Klassierung
Die Lieferkörnung (auch Korngruppe) ist die kommerzielle Verkaufs-Klasse einer Gesteinskörnung. Sie wird in der Form d/D angegeben — wobei d das Untersieb (untere Korngrenze) und D das Obersieb (obere Korngrenze) bezeichnen, jeweils in Millimetern.
Beispiele typischer Lieferkörnungen
- 0/2 — feiner Sand (z. B. Putzsand, Mörtelsand)
- 0/4 — feiner Kiessand / Bettsand
- 2/5, 5/8, 8/11, 11/16 — klassische Splitt-Klassen
- 0/16, 0/32 — Kiessand-Tragschichtmaterial
- 16/22, 22/32 — gröbere Splitte und Schotter
- 32/63 — Schotter, Frostschutzmaterial, Gleisbett
Normative Toleranzen
Eine d/D-Lieferung muss eine definierte Korngrößenverteilung einhalten — also eine zugesicherte Sieblinie. Die zulässigen Über- und Untersieb-Anteile sind in DIN EN 12620 (für Beton), DIN EN 13043 (für Asphalt) und DIN EN 13242 (für ungebundene Schichten) geregelt. Typische Vorgaben:
- Überkorn (> D) — max. 1–15 % je nach Norm und Verwendung
- Unterkorn (< d) — max. 1–10 %
Deklaration auf dem Lieferschein
Jede Werkslieferung enthält auf dem Lieferschein:
- Sorte (z. B. Splitt aus Basalt)
- Lieferkörnung (z. B. 8/11)
- Norm-Bezug (z. B. DIN EN 12620)
- Charge bzw. Prüfzeugnis-Referenz
- Tonnage und Datum
Bei normbasierten Bauvorhaben (Asphalt, Beton, Tragschichten im Verkehrswegebau) ist diese Deklaration verbindlicher Bestandteil der Bauakte.
d/D versus Sieblinie
Die Lieferkörnung beschreibt den Bereich der Korngrößen — die Sieblinie beschreibt die Verteilung innerhalb dieses Bereichs. Beide Angaben gehören zusammen: ohne Sieblinie ist eine Korngruppe nicht eindeutig beschrieben.
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