Glossar · Sand & Kies

Sieblinie

Grafische Darstellung der Korngrößen­verteilung einer Gesteinskörnung — entscheidet über Verarbeitbarkeit, Tragfähigkeit und Eignung in Beton, Asphalt und Tragschichten.

Auch: Korngrößenverteilung ·Korn­verteilungskurve

Die Sieblinie ist die grafische Darstellung der Korn­größen­verteilung einer Gesteins­körnung. Aufgetragen wird der durch­gegangene Massen­anteil (in %) über die Sieb­lochweite (in mm, logarithmisch). Sie ist die zentrale Kenngröße für die Beurteilung eines Sand-, Kies- oder Splittmaterials und Basis nahezu jeder normativen Prüfung.

Wie wird sie ermittelt?

Die Sieblinie entsteht durch das Sieben einer trockenen Material­probe über einen genormten Siebsatz (z. B. 0,063 / 0,125 / 0,25 / 0,5 / 1 / 2 / 4 / 8 / 16 / 31,5 / 63 mm). Das Verfahren ist in DIN EN 933-1 geregelt. Pro Sieb wird der Rückstand gewogen, daraus ergibt sich der kumulative Sieb­durchgang — die Sieblinie.

Sieblinien-Klassen für Beton

Für Beton-Mischungen unterscheidet die DIN 1045 / DIN EN 12620 drei normierte Sieblinien-Bereiche:

  • Sieblinie A (grob) — niedriger Sand-Anteil, hohe Tragfähigkeit, schlechtere Verarbeit­barkeit
  • Sieblinie B (mittel) — Standard für die meisten Beton-Anwendungen, gute Verarbeit­barkeit + Tragfähigkeit
  • Sieblinie C (fein) — hoher Sand-Anteil, sehr gut verarbeit­bar, höherer Zement­bedarf

Außerhalb dieser Bereiche liegen unzulässige Sieblinien (oft als „Ausfallkörnung“ bezeichnet).

Stetige vs. ausgefallene Kornverteilung

  • Stetige Sieblinien decken alle Korn­größen kontinuierlich ab — typisches Bild bei natürlich gewachsenen Kiessand-Mischungen
  • Ausfallkörnungen überspringen Korn­größen­bereiche — können gezielt eingesetzt sein (z. B. Drainage­schichten), sind aber für Beton meist ungeeignet

Bedeutung im Werks- und Hof-Geschäft

Jede Lieferung mit definierter Korngruppe hat eine zugesicherte Sieblinie. Der Liefer­schein dokumentiert die Korn­gruppe, das Werks-Prüf­zeugnis die konkrete Sieblinie der Charge. Bei Reklamationen, Audits oder kritischen Bau­vorhaben ist die Sieblinie der primäre technische Nachweis.

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