Klassieren
Trennung eines Schüttgut-Stoffstroms in definierte Korngrößen-Klassen durch Sieben, Sichten oder Hydroklassieren — bestimmt die Sortenvielfalt und Wertschöpfung jedes Sand- und Kieswerks.
Auch: Sieben ·Klassifizieren ·Kornklassierung
Klassieren bezeichnet die Trennung eines Schüttgut-Stoffstroms in definierte Korngrößen-Klassen. Es ist neben dem Brechen der zweite zentrale Prozessschritt im Sand- und Kieswerk — ohne klassiertes Material gibt es keine Lieferkörnung und damit keinen Verkauf nach Korngruppen.
Verfahren
Im Werk kommen drei Hauptverfahren zum Einsatz:
- Sieben (mechanisch) — Material läuft über Vibrations- oder Spannrostsiebe; die Sieblinie bestimmt sich aus der Maschenweite der eingesetzten Siebe.
- Sichten (windgestützt) — feinste Fraktionen werden über einen Luftstrom getrennt; Standard bei Trockenprozessen für Sand und Mehl.
- Hydroklassieren (im Wasserstrom) — Sand wird im Wasser nach Sinkgeschwindigkeit klassiert; übliche Variante in Naß-Werken, oft kombiniert mit dem Waschen.
Vibrationssiebe — die Arbeitspferde
Mechanische Vibrationssiebe sind die häufigsten Klassieraggregate:
- Linearschwinger für Vor- und Grobsiebung
- Kreisschwinger für Standard-Trennung
- Spannrostsiebe für feine Korngrößen, wenig verklebende Materialien
- Mehrdeck-Siebe trennen in einem Durchgang in 3–4 Fraktionen gleichzeitig
Klassiergenauigkeit
Klassiergüten werden über den Trennschnitt beschrieben — typische Werte sind 90–95 % Korndurchsatz im definierten Bereich. Höhere Trennschärfen erfordern langsamere Siebgeschwindigkeit oder mehrstufige Siebung — beides erhöht den Energie- und Anlagenbedarf.
Wirtschaftliche Bedeutung
Klassieren ist die Wertschöpfungsachse jedes Sand- und Kieswerks: je mehr definierte Korngruppen verkauft werden können, desto höher die Marge. Material in der „falschen“ Klasse landet entweder in einer minderwertigen Mischung oder im Recycling-Kreislauf zurück in den Brecher.
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