Transportbeton · Fachartikel

Wie viele Fahrmischer benötigt ein Auftrag wirklich?

9 min Lesedauer TBSoft Redaktion
Weiße Linienzeichnung der Fahrmischer-Bedarfsplanung mit Fahrzeugflotte, Umlaufzeit, Liefertakt und Rechner

Drei Größen entscheiden über den Fahrzeugbedarf einer Betonage: Takt an der Baustelle, Umlauf je Fahrzeug und Rundung. Mit Rechenweg, Beispiel, vier Fällen, in denen die Rechnung kippt, und dem Bedarfsrechner.

Die Zahl der Fahrmischer für einen Auftrag ist das Ergebnis einer Division: Umlaufzeit eines Fahrzeugs geteilt durch den Takt an der Baustelle, aufgerundet auf ganze Fahrzeuge. Die Formel ist einfach. Schwierig sind die beiden Zahlen, die in sie hineingehen, weil der Takt von der Baustelle und der Umlauf von Werk, Strecke und Wartezeit abhängt, und weil beide sich während der Betonage ändern. Wer die drei Größen kennt, kann am Telefon eine Zusage prüfen, statt sie zu schätzen, und weiß, welche der Zahlen er nach der ersten Lieferung kontrollieren muss.

Der Takt: wie oft die Baustelle ein Fahrzeug aufnehmen kann

Der Takt ist der Abstand zwischen zwei Entladebeginnen. Er ergibt sich aus der Ladung je Fahrzeug und der Einbauleistung der Baustelle: Ladung geteilt durch Einbauleistung, umgerechnet in Minuten. Acht Kubikmeter je Ladung bei 32 Kubikmetern je Stunde ergeben einen Takt von 15 Minuten. Die Einbauleistung ist dabei die Leistung, die Fördergerät und Kolonne gemeinsam erreichen, nicht die Förderleistung der Pumpe aus dem Datenblatt.

Zwei Grenzen liegen unter dem Takt. Ein Fahrzeug kann nicht schneller entladen werden, als die Entladung dauert, und die Anlage kann Fahrzeuge nicht schneller beladen, als die Beladung dauert. Ist die Beladung länger als der rechnerische Takt, bestimmt die Anlage den Takt, nicht die Baustelle. Wie die Lieferfolge aus der Abnahmeleistung entsteht und was ein Wechsel am Entladeplatz daran ändert, ist die Grundlage dieser ersten Größe.

Der Umlauf: wie lange ein Fahrzeug gebunden ist

Der Umlauf ist die Zeit vom Beladebeginn bis zur erneuten Beladebereitschaft: Beladen, Hinfahrt, Vorbereitung an der Baustelle, Entladen, Rückfahrt und die Schritte bis zur nächsten Beladung. Dazu kommt ein Puffer für Verkehr, Rangieren und kurze Wartezeiten, weil ein Umlauf ohne Puffer nur am Reißbrett gleichmäßig ist.

Der Umlauf ist die Größe, die am häufigsten unterschätzt wird, weil die Fahrzeit nur einen Teil davon ausmacht. Bei 25 Minuten Fahrt je Richtung und 15 Minuten Entladung liegt der Umlauf mit Beladung, Vorbereitung und Rückkehr bereits bei rund 85 Minuten. Jede Wartezeit vor der Pumpe verlängert ihn, und wo im Umlauf zwischen Wasserzugabe und Entladeende Minuten verloren gehen, verändert sich der Fahrzeugbedarf mit.

Der Bedarf: Umlauf geteilt durch Takt, aufgerundet

Aus beiden Größen folgt der Bedarf. Ein Umlauf von 85 Minuten bei einem Takt von 15 Minuten ergibt 5,67, also sechs Fahrzeuge. Die Aufrundung ist keine Reserve: Mit sechs Fahrzeugen hat jedes Fahrzeug fünf Minuten Spielraum je Umlauf, und diese fünf Minuten sind an einem Tag mit Verkehr schnell aufgebraucht. Ein Fahrzeug weniger reißt den Takt, ein Fahrzeug mehr wartet auf der Baustelle, weil die Einbauleistung den Takt begrenzt.

Vier Fälle, in denen die Rechnung kippt

Die Division stimmt nur, solange Takt und Umlauf gleich bleiben. Vier Situationen ändern eine der beiden Zahlen während der Betonage, und jede hat eine andere Folge für die Disposition.

Was Takt und Umlauf verändert und was daraus für die Disposition folgt
FallWirkung auf Takt und UmlaufFolge für die Disposition
Die Einbauleistung sinktDer Takt wird länger, der Umlauf bleibt gleich. Rechnerisch reichen weniger Fahrzeuge.Beladene Fahrzeuge warten. Nächste Beladungen später ansetzen, freie Ladefenster anderen Aufträgen geben, statt Fahrzeuge zu stapeln.
Der Umlauf wird längerStau, Sperrung oder Wartezeit verlängern den Umlauf, der Takt bleibt gleich. Der Bedarf steigt.Ein weiteres Fahrzeug einplanen oder den Takt mit der Baustelle strecken. Ohne beides reißt die Versorgung.
Mehrere Baustellen teilen die FahrzeugeJe Auftrag stimmt die Rechnung, in der Summe teilen sich die Aufträge Fahrzeuge und Ladefenster der Anlage.Bedarf je Auftrag addieren und gegen Fahrzeugpool und Ladekapazität der Anlage prüfen, bevor die Zusage erfolgt.
Gemischte FahrzeuggrößenKleinere Ladungen verkürzen den Takt je Fahrzeug und erhöhen die Zahl der Fahrten bei gleichem Umlauf.Je Fahrt mit der tatsächlichen Ladung rechnen. Ein Fahrzeug mit sechs Kubikmetern ersetzt keines mit acht.

Die Anlage als zweite Grenze

Die Rechnung je Auftrag übersieht eine Grenze, die erst bei mehreren Betonagen sichtbar wird: die Ladekapazität der Anlage. Dauert eine Beladung zehn Minuten, kann eine Anlage sechs Fahrzeuge je Stunde beladen, für alle Baustellen zusammen. Zwei Betonagen im Viertelstundentakt brauchen acht Beladungen je Stunde, und das schafft die Anlage nicht, ganz gleich, wie viele Fahrmischer im Hof stehen. Der Fahrzeugbedarf ist deshalb immer zusammen mit den Ladefenstern zu prüfen. Bei mehreren Werken kommt die Frage hinzu, ob das Nachbarwerk einen Teil der Ladungen übernimmt und wie sich dessen längere Anfahrt auf den Umlauf auswirkt. Diese Zusammenführung von Kapazitäten über Werke ist die Fortsetzung der Rechnung für die Werksgruppe.

Auch die Pumpe begrenzt: Sie ist für die gesamte Betonage gebunden, mit Anfahrt, Aufbau, Reinigung und Abbau. Wie sich Fahrmischer und Betonpumpe gemeinsam takten und wann die Pumpe für den nächsten Auftrag frei ist, gehört in dieselbe Zusage wie die Fahrzeuge.

Rechnen mit dem Fahrmischer-Bedarfsrechner

Der Fahrmischer-Bedarfsrechner stellt genau diese Rechnung an: Betonmenge, Zeitfenster, Einbauleistung, Ladung je Fahrzeug, Be- und Entladezeit, Entfernung, Geschwindigkeit und Puffer eingeben, Fahrzeugbedarf, Takt und Dauer der Betonage erhalten. Dazu kommt ein Taktplan mit Abfahrts- und Ankunftszeiten je Fahrt, die Frischbetonzeit je Ladung und der Vergleich, was ein Fahrzeug mehr oder weniger an der Dauer ändert. Der Rechner ist eine Planungsrechnung mit Durchschnittswerten. Er gibt Bauleitung und Werk vor der Betonage eine gemeinsame Zahlenbasis, ersetzt aber nicht die Disposition, die Baustellen bündelt und auf den Tag reagiert.

Was die Software daraus macht

In der Disposition wird dieselbe Rechnung mit den tatsächlichen Fahrzeugen, Fahrern und Fahrzeiten angestellt, für jeden Auftrag und für alle Aufträge des Tages zusammen. TBDispo führt Aufträge, Fahrmischer, Pumpen und Touren in einer Planung und zeigt, wenn ein neuer Auftrag den Fahrzeugpool oder die Ladefenster überfordert, bevor der Vertrieb zusagt. TBGeoCom liefert die Strecken- und Zeitberechnung für den Umlauf je Baustelle, statt einer Schätzung aus der Erinnerung. Und die Umlaufzeit selbst wird zur Kennzahl der Disposition, an der sich Baustellen und Strecken vergleichen lassen: Wo der gemessene Umlauf regelmäßig über dem geplanten liegt, ist die Rechnung für den nächsten Auftrag an dieser Baustelle zu korrigieren.

Häufige Fragen zum Fahrmischerbedarf

Reicht die Trommelgröße als Ladung?

Nein. Die einsetzbare Ladung hängt von Fahrzeugkonfiguration, Gewichtsgrenzen, Betonsorte und den Bedingungen auf der Baustelle ab. Ein Fahrzeug, das nominell zehn Kubikmeter fasst, fährt bei schwerem Beton oder einer Gewichtsbeschränkung auf der Zufahrt weniger. Gerechnet wird mit der Ladung, die tatsächlich gefahren wird.

Warum ein Fahrzeug aufrunden statt eine Reserve einplanen?

Die Aufrundung ist die Mindestzahl, mit der der Takt rechnerisch gehalten wird. Ob eine Reserve nötig ist, hängt von der Baustelle ab: bei einer langen Anfahrt durch die Stadt eher ja, bei zehn Minuten Landstraße eher nein. Die Reserve ist eine Entscheidung der Disposition, die Aufrundung ist Mathematik.

Muss der Umlauf in die Frischbetonzeit passen?

Nicht der ganze Umlauf, aber der Teil von der Wasserzugabe bis zum Entladeende: Beladen, Ausfahrt, Hinfahrt, Warten und Entladen. Die Rückfahrt zählt nicht. Übersteigt dieser Teil die vereinbarte Zeit, hilft kein weiteres Fahrzeug, sondern eine kürzere Strecke, ein anderes Werk oder eine angepasste Rezeptur.

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