Gussasphalt
Sich selbst verdichtendes, fließfähiges Asphalt-Mischgut für Brücken, Industrieböden und Hochbau-Estriche — anders als Walzasphalt ohne nachträgliche Walzverdichtung verarbeitbar.
Auch: Asphaltguss ·MA ·Mastixasphalt
Gussasphalt (Norm-Kürzel MA — Mastixasphalt) ist ein hochbindemittelreiches Asphalt-Mischgut, das sich beim Einbau selbst verdichtet — ohne Walzen. Bei Verarbeitungstemperatur (~220–250 °C) ist Gussasphalt fließfähig wie zähflüssiger Pudding und kann mit Schiebe-Bohlen oder von Hand verteilt werden.
Aufbau und Eigenschaften
Gegenüber Walzasphalt hat Gussasphalt:
- einen deutlich höheren Bitumen-Gehalt (typisch 7–9 % vs. 4–6 %)
- höheren Füller-Anteil
- keinen Hohlraumgehalt (praktisch dicht)
- höhere Wasserundurchlässigkeit
- hervorragende Dauerhaftigkeit gegen Witterung und chemische Belastung
Typische Einsatzbereiche
- Brückenbeläge (Wasserdichtigkeit zwingend)
- Industrieböden (Chemiebeständigkeit, Belastbarkeit)
- Hochbau-Estriche (auch im Wohnungsbau, sehr leiser, fugenloser Boden)
- Parkhäuser, Tiefgaragen
- Tunnelfahrbahnen
Verarbeitung
Gussasphalt wird in speziellen Gussasphalt-Kochern transportiert, die das Material während der Fahrt durchrühren und auf Temperatur halten. An der Einbaustelle wird er auf die vorbereitete Unterlage geschüttet oder gepumpt und mit Reibebohlen geglättet. Walzen kommen nicht zum Einsatz — die Verdichtung erfolgt durch die Eigenschwerkraft des fließenden Materials.
Abgrenzung zu Walzasphalt
Während Walzasphalt das Standard-Material für Straßen und Verkehrsflächen ist, ist Gussasphalt das Premium-Material für anspruchsvolle Spezialanwendungen — entsprechend höherer Material- und Einbaupreis.
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