Glossar · Sand & Kies

Brechsand

Aus dem Brechen von Hartgestein gewonnener Sand mit Korngrößen unter 2 mm — kantig, scharfkantig und damit besonders verzahnungsstark in Mischungen und Tragschichten.

Auch: Splittsand ·Edelbrechsand

Brechsand ist Sand mit Korngrößen unter 2 mm, der nicht durch natürliche Verwitterung entstanden, sondern beim Brechen von Hartgestein gewonnen wurde. Er fällt im Sand- und Kies­werk bzw. Steinbruch als Beiprodukt der Splitt-Produktion an oder wird gezielt durch Nach­zerkleinerung erzeugt.

Abgrenzung zu Natursand

  • Natursand ist durch Wasser oder Wind kantengerundet
  • Brechsand ist gebrochen — scharfkantig, mit Bruchflächen

Diese scharfkantige Form macht Brechsand besonders verzahnungs­stark in Mischungen. In tragenden Schichten und Asphalt-Rezepturen ist er deshalb oft Natursand vorzuziehen.

Verwendung

  • Asphalt-Mischgut als feines Korn (Asphalt-Sand)
  • Beton in bestimmten Rezepturen — vor allem für hochfeste oder feuer­beständige Mischungen
  • Mineralgemische für Trag- und Frostschutz­schichten
  • Pflasterfugen-Sand (oft als Sondersorte Edelbrechsand)
  • Mörtel und Putze in technischen Anwendungen

Eigenschaften

Im Vergleich zu Natursand hat Brechsand:

  • Höhere Reibungswerte und damit bessere innere Stabilität in Mischungen
  • Mehr Feinanteile (Mehl) — kann Wasserbedarf erhöhen, je nach Anwendung erwünscht oder unerwünscht
  • Schärferes Oberflächenbild in Sichtanwendungen
  • Mineralogische Eigenschaften des Ausgangsgesteins — entscheidend für Verträglichkeit mit Bindemitteln

Wirtschaftliche Bedeutung

Mit zunehmender Erschöpfung leicht zugänglicher Naturkies-Vorkommen gewinnt Brechsand als Substitut an Bedeutung — er macht zusätzliche Wertschöpfung aus dem ohnehin laufenden Brech­prozess möglich und reduziert die Abhängigkeit von Naturkies-Quellen.

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