Baustoffsoftware · Lieferscheine, Dokumente und Archiv

Lieferscheine archivieren und im Alltag schnell finden

11 min Lesedauer TBSoft Redaktion
Weiße Linienzeichnung eines durchsuchbaren digitalen Belegarchivs mit zugeordnetem Lieferschein

Wie Lieferscheine ins Archiv kommen, wie sie dem Vorgang zugeordnet werden und wie Büro, Buchhaltung und Kunde sie in Sekunden finden: fünf typische Suchen, fehlende Angaben, Korrekturen und geregelter Zugriff.

Ein Lieferschein ist archiviert, wenn ihn die Buchhaltung in dreißig Sekunden findet, ohne zu wissen, in welchem Ordner er liegt. Das gelingt nicht durch Scannen, sondern durch Zuordnung: Jeder Beleg gehört zu einem Kunden, einer Baustelle, einem Auftrag, einer Wiegung und einer Rechnung. Wer diese Zuordnung beim Entstehen des Belegs mitführt, hat ein Lieferscheinarchiv, in dem jede Frage des Alltags eine Suche ist. Wer sie später herstellen will, hat einen Scanstapel.

Das Archiv ist die stille Mitte des digitalen Lieferscheinprozesses. Waage und Fakturierung erzeugen Belege, das Kundenportal zeigt sie, aber gefunden werden sie im Archiv. Was ein Dokumentenarchiv grundsätzlich ist, ist das eine. Hier geht es um die praktische Ablage und Recherche von Lieferscheinen im Baustoffwerk.

Wie ein Lieferschein ins Archiv kommt

Drei Wege führen ins Archiv, und sie unterscheiden sich in der Qualität der Zuordnung. Der beste Weg ist der, bei dem der Beleg seine Zuordnung mitbringt.

Wege eines Lieferscheins ins Archiv
WegZuordnungAufwandWann sinnvoll
Direkt aus der Wiegesoftware beim Abschluss der WiegungVollständig: Kunde, Baustelle, Auftrag, Fahrzeug, Wiegung, BelegnummerKeiner nach der EinrichtungRegelfall für alle Lieferscheine des Werks
Aus der Fakturierung mit der RechnungRechnung und enthaltene Lieferscheine gemeinsamKeiner nach der EinrichtungErgänzt den ersten Weg um den Rechnungsbezug
Scan eines Papierbelegs mit NacherfassungNur, was jemand beim Scannen einträgtHoch, je BelegAusnahme: Fremdbelege, Altbestand, Notbelege nach Störung

Der dritte Weg ist nicht falsch, aber er sollte die Ausnahme sein. Ein Werk, das seine eigenen Lieferscheine scannt, hat den Prozess an der Waage noch nicht digitalisiert. Der Beleg entsteht dort als digitaler Lieferschein mit allen Merkmalen des Vorgangs.

Zuordnung: Vorgang statt Ordner

Ein Papierarchiv ordnet nach einem Kriterium: Kunde und Monat, oder Belegnummer. Ein digitales Archiv ordnet nach allen Kriterien gleichzeitig, wenn die Felder gefüllt sind. Die folgenden Angaben sollte jeder archivierte Lieferschein tragen. Sie kommen aus dem Vorgang, nicht aus der Ablage.

  • Kunde und Baustelle

    Der Kunde als Stammdatum, die Baustelle oder Lieferadresse als eigenes Stammdatum unter dem Kunden. Ohne Baustelle als Feld gibt es keine Suche nach Baustelle.

  • Auftrag und Bestellnummer

    Die Auftragsnummer des Werks und die Bestellnummer des Kunden. Kunden fragen nach ihrer Nummer, nicht nach Ihrer.

  • Wiegung

    Wiegescheinnummer, Waage, Zeitpunkt, Brutto, Tara, Netto. Der Beleg muss bis zum Messwert zurückführen.

  • Fahrzeug und Spediteur

    Kennzeichen, Fahrer, Spediteur. Bei Reklamationen und Spediteursabrechnungen die erste Frage.

  • Rechnung

    Rechnungsnummer und Position, sobald abgerechnet. Vom Lieferschein zur Rechnung und zurück, auch bei Sammelrechnungen.

  • Version und Status

    Original, Korrektur, Storno, mit Bezug zueinander. Der gültige Stand ist erkennbar, der ursprüngliche bleibt erhalten.

Die Zuordnung entsteht am einfachsten, wenn die Wiegesoftware den Beleg direkt an das Archiv übergibt: Alle Felder sind beim Abschluss der Wiegung bekannt. Wird der Beleg später gescannt, muss jemand die Felder eintippen, und genau dort entstehen Lücken.

Recherche im Alltag: fünf typische Suchen

Ob ein Archiv taugt, zeigt sich an den Fragen, die täglich gestellt werden. Fünf davon kommen in fast jedem Werk vor. Jede sollte in einem Schritt beantwortbar sein.

Typische Suchen im Lieferscheinarchiv
FrageWer fragtSuchwegErgebnis in einem Schritt
Alle Lieferscheine der Baustelle Nordring vom letzten MonatBauleitung, VerkaufKunde, Baustelle, ZeitraumListe mit Datum, Material, Menge, Belegnummer und Summe der Mengen
Der Lieferschein zu Rechnungsposition 17Buchhaltung des Kunden, eigene BuchhaltungRechnungsnummer, PositionDer Beleg mit Wiegedaten und Bestätigung
Was hat Kennzeichen XY am Dienstag geladen?Disposition, Spediteur, ReklamationKennzeichen, DatumAlle Belege des Fahrzeugs an diesem Tag mit Zeitpunkten
Der Beleg zur Bestellnummer des KundenKunde, VerkaufBestellnummerDer Lieferschein, auch wenn der Kunde die Belegnummer nicht kennt
Alle korrigierten Belege einer WocheVerwaltung, PrüfungStatus Korrektur, ZeitraumListe mit Original, Korrektur, Grund und Bearbeiter

Die vierte Suche ist die, die am häufigsten scheitert. Kunden kennen ihre Bestellnummer und ihre Baustelle, nicht Ihre Belegnummer. Ein Archiv, das nur nach eigenen Nummern sucht, verlagert die Suche zurück ans Telefon.

Fehlende Angaben und Korrekturen

Nicht jeder Beleg kommt vollständig ins Archiv. Ein Fremdfahrzeug ohne Stammdaten, eine Baustelle, die erst nach der Lieferung angelegt wurde, ein Beleg aus dem Notbetrieb nach einer Störung: Solche Belege brauchen einen Platz, an dem sie sichtbar unvollständig bleiben, bis jemand die Zuordnung nachträgt.

Bewährt hat sich ein Status „Zuordnung offen“, der in einer Liste erscheint, die das Büro täglich abarbeitet. Ein unvollständiger Beleg, der in einem Ordner „Sonstiges“ verschwindet, ist verloren. Steht er in einer Liste, wird er in Minuten vervollständigt. Wichtig ist, dass die Nacherfassung im Archiv und in der Wiegesoftware denselben Stand erzeugt, sonst gibt es zwei Belege mit unterschiedlichen Baustellen.

Korrekturen gehören als eigene Version ins Archiv, mit Bezug zum Original, Bearbeiter, Zeitpunkt und Grund. Das Original bleibt erhalten, der gültige Stand ist erkennbar. Korrekturen erreichen dabei alle Empfänger, die die erste Fassung erhalten haben.

Zugriff und Aufbewahrung

Ein Lieferscheinarchiv hat mehr Nutzer als das Büro. Die Waage sucht nach Fahrzeug und Tag, der Verkauf nach Kunde und Baustelle, die Buchhaltung nach Rechnung, der Kunde nach seiner Bestellnummer, der Spediteur nach seinen Fahrten. Rollen regeln, wer welche Belege sieht: Preise gehören nicht zur Waage, Belege anderer Kunden nicht ins Kundenportal. Zugänge für Kunden werden je Unternehmen und Person vergeben.

Lieferscheine und Rechnungen sind handels- und steuerrechtlich relevante Belege, die über gesetzliche Fristen aufbewahrt werden. Das Archiv sollte Belege unverändert bewahren, Korrekturen als Versionen kenntlich machen und Zugriffe nachvollziehbar protokollieren. Welche Anforderungen im Einzelnen gelten, richtet sich nach den jeweiligen rechtlichen Vorgaben und sollte mit Buchhaltung und steuerlicher Beratung abgestimmt werden. Ein Archiv ersetzt diese Abstimmung nicht.

Prüfliste für das Lieferscheinarchiv

  • Lieferscheine kommen direkt aus Wiegesoftware und Fakturierung ins Archiv, Scans sind die Ausnahme.
  • Jeder Beleg trägt Kunde, Baustelle, Auftrag, Bestellnummer, Wiegung, Fahrzeug, Rechnung und Status.
  • Die fünf typischen Suchen sind mit echten Belegen in einem Schritt beantwortbar.
  • Unvollständige Belege stehen in einer Liste mit Status und werden täglich vervollständigt.
  • Korrekturen sind Versionen mit Bezug zum Original, der gültige Stand ist erkennbar.
  • Rollen regeln den Zugriff für Waage, Verkauf, Buchhaltung, Kunden und Spediteure.
  • Aufbewahrung und Unveränderbarkeit sind mit Buchhaltung und steuerlicher Beratung abgestimmt.

Häufige Fragen zum Archivieren von Lieferscheinen

Reicht ein Ordner auf dem Server mit PDFs?

Für das Aufheben ja, für das Finden nein. Ein Ordner kennt einen Dateinamen, ein Archiv kennt Kunde, Baustelle, Bestellnummer, Fahrzeug und Rechnung. Die Frage der Bauleitung nach den Lieferscheinen einer Baustelle beantwortet nur das Archiv.

Müssen alte Papierbelege nachgescannt werden?

Nur so weit, wie sie im Alltag gebraucht werden. Altbestand kann im bisherigen Ordner bleiben. Ab dem Stichtag kommen Belege digital ins Archiv. Wer nachscannt, sollte die Zuordnung je Beleg erfassen, sonst entsteht ein digitaler Scanstapel.

Wie kommt der Kunde an seine Belege?

Über das Kundenportal, das dieselben Belege zeigt, die im Archiv liegen, gefiltert nach seinem Unternehmen und seinen Baustellen. Ein Beleg, der im Portal erscheint, ist derselbe wie im Archiv.

Was passiert mit dem Beleg im Archiv, wenn er korrigiert wird?

Er bleibt als Original erhalten. Die Korrektur wird als neue Version mit Bezug abgelegt. Das Archiv zeigt beide und markiert den gültigen Stand.

So geht es weiter

Bei TBSoft legt TBArchiv den gesamten Belegausgang digital und strukturiert ab und findet Belege nach beliebigen Kriterien wieder. TBScale übergibt Lieferscheine mit ihrer Zuordnung beim Abschluss der Wiegung, TBFakt und TBRegio ergänzen den Rechnungsbezug. Was Kunden davon sehen, steht auf der Übersichtsseite zum Kundenportal.

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