Transportbeton · Fachartikel

Transportbeton-Software für kleine Werke, große Werke und Werksgruppen

10 min Lesedauer TBSoft Redaktion
Weiße Linienzeichnung eines kleinen Betonwerks, eines größeren Werks und einer vernetzten Werksgruppe mit gemeinsamer Disposition

Drei Werksporträts, fünf Fragen: Wie kommt der Auftrag herein, wer disponiert, welche Fahrzeuge fahren, wie entsteht der Beleg, wer rechnet ab. Was sich mit der Größe ändert und was mitwachsen muss.

Ein Betonwerk mit vier Fahrmischern und eine Gruppe mit zwölf Werken stellen einer Transportbeton-Software dieselben fünf Fragen. Nur die Antworten unterscheiden sich. Wie kommt der Auftrag herein? Wer disponiert, und womit? Welche Fahrzeuge fahren? Wie entsteht der Beleg? Wer rechnet ab, und wann? Wer diese fünf Fragen für das eigene Werk beantwortet, weiß, welche Software passt, und vor allem, welche in drei Jahren noch passt.

Die drei Porträts unten sind vereinfacht. Kaum ein Werk entspricht genau einem davon, und die meisten stehen zwischen zwei Größen. Genau dort entscheidet sich, ob eine Transportbeton-Software mitwächst oder beim nächsten Werk ersetzt werden muss.

Das kleine Werk: eine Anlage, wenige Fahrmischer, ein Kopf für alles

Im kleinen Werk kommt der Auftrag per Telefon herein, oft beim Disponenten selbst, der zugleich verkauft, disponiert und die Mischanlage im Blick hat. Die Bestellungen der Stammkunden kennt er auswendig. Gefahren wird mit eigenen Fahrmischern, eine Pumpe wird bei Bedarf fremd bestellt. Der Lieferschein entsteht an der Anlage, wird vom Fahrer mitgenommen und kommt abends zurück ins Büro. Abgerechnet wird am Monatsende, wenn die Lieferscheine gezählt sind.

Die Software muss hier vor allem eines leisten: den Kopf des Disponenten entlasten, ohne ihm einen zweiten Bildschirm voller Pflichtfelder zu geben. Der Auftrag braucht die wenigen Angaben, die Transportbeton braucht, Sorte, Menge, Abnahmeleistung, Pumpe und Baustelle, und die Software rechnet daraus die Lieferfolge und den Fahrzeugbedarf, damit die Zusage am Telefon stimmt. Der Beleg soll aus den Produktionsdaten entstehen und nicht abgeschrieben werden, und die Rechnung soll aus den Belegen kommen, nicht aus dem Stapel. Der Unterschied zum Zettel zeigt sich am ersten Tag, an dem zwei Betonagen parallel laufen und die zweite Pumpe fehlt.

Die Versuchung im kleinen Werk ist die allgemeine Auftragsabwicklung oder das Tabellenblatt. Beides trägt, solange nichts schiefgeht. Die Auswahlkriterien für Transportbeton-Software gelten für das kleine Werk unverändert, nur die Gewichtung ist anders: Mehrwerke und Mandanten spielen keine Rolle, Abnahmeleistung, Pumpe und Wartezeit spielen dieselbe Rolle wie im großen Werk.

Das große Werk: zwei Anlagen, eigene Pumpen, Fremdspediteure, Schichtbetrieb

Im großen Werk kommen Aufträge über mehrere Wege: telefonisch im Vertrieb, per E-Mail, aus Rahmenverträgen mit festen Abrufen und zunehmend über ein Portal, in dem der Polier selbst abruft. Disponiert wird von zwei oder drei Personen im Schichtbetrieb, mit Übergabe am Morgen und am Nachmittag. Zu den eigenen Fahrmischern kommen Spediteure mit eigenen Fahrzeugen, dazu eigene Pumpen mit Maschinisten. Belege entstehen an zwei Anlagen und müssen mit Chargen, Zeitstempeln und Wartezeiten die Rechnung tragen. Abgerechnet wird laufend, mit Sammelrechnungen je Baustelle und Nebenleistungen aus den Lieferdaten.

Hier trägt die Software den Tag, und die fünf Fragen bekommen neue Antworten. Der Auftragseingang braucht Kanäle mit derselben Datenqualität, ob am Telefon oder im Portal. Die Disposition braucht eine Plantafel, auf der beide Anlagen, alle Fahrzeuge und die Pumpen zusammen sichtbar sind, und eine Übergabe, die offene Entscheidungen der Frühschicht an die Spätschicht weitergibt. Fremdfahrzeuge brauchen einen Rückmeldeweg, der in derselben Ansicht landet wie die eigene Telematik. Der Beleg braucht Zeitstempel für Ankunft, Entladebeginn und Entladeende, aus denen die Wartezeit entsteht. Und die Fakturierung braucht Regeln je Kunde, damit Wartezeiten, Pumpeneinsatz und Mindermengen ohne Handarbeit auf die Rechnung kommen. Wie Eigenfuhrpark und Fremdspediteure gemeinsam disponiert werden, ist im großen Werk die Kernfrage der Fahrzeugplanung.

Dazu kommen Rollen und Rechte. Wer Preise ändert, wer Lieferscheine storniert, wer eine Liefersperre aufhebt, ist im großen Werk nicht mehr dieselbe Person. Ein Rollenmodell mit Protokoll ist hier keine Formalie, sondern der Grund, warum die Rechnung vom Freitag am Montag noch nachvollziehbar ist.

Die Werksgruppe: mehrere Werke, gemeinsame Kunden, eine oder mehrere Dispositionen

In der Werksgruppe kommt der Auftrag beim Vertrieb der Region oder zentral herein, und die erste Entscheidung ist, welches Werk liefert. Disponiert wird entweder zentral für alle Werke oder regional mit der Möglichkeit, Aufträge und Fahrzeuge zwischen Werken zu verschieben. Die Fahrzeuge gehören dem Werk, der Gruppe oder Spediteuren, und ein Fahrmischer aus Werk A fährt am Nachmittag für Werk B. Belege tragen das liefernde Werk, die Rechnung geht vom Rechnungsempfänger aus, der drei Werke beliefert bekommt. Abgerechnet wird je Gesellschaft oder Mandant, mit gemeinsamen Kunden und lokalen Rezepturen.

Die fünf Fragen werden hier zu Fragen der Struktur. Der Auftragseingang braucht eine Werkswahl, die Rezeptverfügbarkeit, Fahrtzeit und Kapazität im Zeitraum berücksichtigt, und nicht nur die Entfernung. Die Disposition braucht eine Mehrwerksdisposition, in der ein Werkswechsel Kunde, Baustelle und Konditionen mitnimmt und beide Werke die Wirkung auf ihre Kapazität sehen. Fahrzeuge brauchen eine Heimat und eine tagesaktuelle Zuordnung. Belege brauchen ein einheitliches Layout mit dem liefernden Werk. Die Fakturierung braucht Mandanten, gemeinsame Kundenstammdaten und Kennzahlen, die sich über Werke vergleichen lassen. TBDispo ist auf vernetzte Transportbetonprozesse mit mehreren Werken, Fahrzeugen und Ressourcengruppen ausgelegt, TBRegio auf Abrechnungsstrukturen mit mehreren Werken, Gesellschaften oder Mandanten. Für die strategische Flotten- und Schichtplanung über die Gruppe kommt TBDispoPlan hinzu.

Die Einführung ist in der Gruppe eine eigene Aufgabe. Ob alle Werke zugleich oder in Wellen mit einem Pilotwerk starten, und was zentraler Standard und was lokale Ausnahme bleibt, wird vor dem ersten Werk entschieden, nicht beim dritten.

Fünf Fragen an eine Transportbeton-Software und ihre Antworten je Werkstyp
FrageKleines WerkGroßes WerkWerksgruppe
Wie kommt der Auftrag herein?Telefon beim Disponenten, wenige Pflichtangaben, Lieferfolge aus AbnahmeleistungTelefon, E-Mail, Rahmenabrufe, Portal, alle mit derselben DatenqualitätVertrieb regional oder zentral, Werkswahl nach Rezept, Fahrtzeit und Kapazität
Wer disponiert, und womit?Eine Person, Plantafel mit Fahrzeugen und Pumpe, Konflikte vor der ZusageZwei bis drei Personen im Schichtbetrieb, Übergabe offener EntscheidungenZentral oder regional, Werkswechsel mit sichtbarer Kapazitätswirkung
Welche Fahrzeuge fahren?Eigene Fahrmischer, Fremdpumpe bei BedarfEigene Fahrzeuge, Spediteure, eigene Pumpen mit Rückmeldeweg für alleFahrzeuge je Werk, Gruppe und Spediteur, tagesaktuelle Zuordnung über Werke
Wie entsteht der Beleg?Aus den Produktionsdaten, Unterschrift beim FahrerAn zwei Anlagen, mit Charge, Zeitstempeln, Wartezeit und WasserzugabeEinheitliches Layout, lieferndes Werk auf dem Beleg, Archiv über die Gruppe
Wer rechnet ab, und wann?Büro am Monatsende, Rechnung aus BelegenLaufend, Sammelrechnung je Baustelle, Nebenleistungen aus LieferdatenJe Mandant, gemeinsame Kunden, Kennzahlen über Werke vergleichbar

Was mit dem Werk mitwächst

Kaum ein Werk bleibt in seiner Größe. Eine zweite Anlage, ein zugekauftes Werk, ein Spediteur, der die Hälfte der Fahrten übernimmt, oder ein Kunde, der ein Portal verlangt: Jede dieser Veränderungen verschiebt die Antworten auf die fünf Fragen. Eine Software, die mitwächst, erkennt man an fünf Eigenschaften, die im kleinen Werk noch nicht gebraucht werden, aber angelegt sein müssen:

  • Ein zweites Werk lässt sich anlegen, ohne dass Kunden und Baustellen ein zweites Mal gepflegt werden.
  • Pumpen, Fremdfahrzeuge und weitere Ressourcengruppen sind vorgesehen, auch wenn heute nur eigene Fahrmischer fahren.
  • Rollen und Rechte lassen sich trennen, wenn aus einer Person drei werden.
  • Belege und Rechnungen können mehrere Werke und Mandanten tragen, ohne das Layout zu wechseln.
  • Ein Portal für Kunden lässt sich anschließen, ohne den Auftragseingang neu zu bauen. Was ein Kundenportal für Baustofflieferungen je Kundenrolle bereitstellt, ist im Transportbeton vor allem der Lieferstatus und der Beleg je Baustelle.

Wer diese fünf Punkte in der Vorführung prüft, kauft für das Werk in drei Jahren, nicht für das von heute. Wie sich zwei Anbieter an zehn Situationen aus dem Werkstag vergleichen lassen, gilt für jede Größe.

Häufige Fragen zur Transportbeton-Software nach Betriebsgröße

Ab wie vielen Fahrmischern lohnt sich eine Dispositionssoftware?

Die Zahl der Fahrzeuge ist der falsche Maßstab. Entscheidend sind gleichzeitige Betonagen, Pumpen und Änderungen am Tag. Ein Werk mit fünf Fahrmischern und zwei parallelen Betonagen mit Pumpe hat dieselben Abhängigkeiten wie ein großes Werk, nur ohne Reserve.

Braucht eine Werksgruppe eine zentrale Disposition?

Nicht zwingend. Manche Gruppen disponieren regional und verschieben nur bei Engpässen Aufträge und Fahrzeuge zwischen Werken. Die Software muss beides tragen, weil sich die Organisation ändert, wenn ein Werk dazukommt oder wegfällt.

Kann ein kleines Werk mit einer Software für Werksgruppen starten?

Ja, wenn die Software ohne die Gruppenfunktionen nicht schwerer zu bedienen ist. Die Frage in der Vorführung lautet, wie viele Felder ein Auftrag im kleinen Werk mindestens braucht und ob die übrigen ausgeblendet bleiben.

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