Restbeton und Rückbeton digital dokumentieren
Was mit Beton passiert, den die Baustelle nicht abnimmt: der Weg des Rückbetons von der Baustelle über Fahrzeug, Werk, Verwertung und Abrechnung bis zur Mengenbilanz, und was der Beleg an jeder Station festhalten muss.
Beton, der die Baustelle nicht abnimmt, ist produziert, gefahren und bezahlt worden, nur eingebaut wurde er nicht. Was danach mit ihm geschieht, entscheidet über Kosten, Reklamationen und die Mengenbilanz des Werks, und es beginnt mit einer einzigen Frage: Steht die Menge mit Grund auf dem Beleg? In vielen Werken steht sie auf einem Zettel im Fahrerhaus oder in der Erinnerung des Mischmeisters. Rückbeton und Restbeton digital zu dokumentieren heißt, den Weg dieses Betons von der Baustelle bis zur Auswertung an jeder Station festzuhalten, mit derselben Sorgfalt wie die Lieferung selbst.
Rückbeton, Restbeton, Restwasser: drei Dinge, ein Wort
Die Begriffe werden in Werken unterschiedlich verwendet. Für diesen Artikel gilt: Rückbeton ist Frischbeton, den die Baustelle ganz oder teilweise nicht abgenommen hat und der in der Trommel ins Werk zurückkommt, etwa weil zu viel bestellt wurde, die Verarbeitungszeit überschritten ist oder die Baustelle den Beton beanstandet. Restbeton sind die Reste, die nach jeder Entladung in Trommel, Rutsche und Pumpe bleiben und beim Reinigen anfallen, dazu die Reste an der Anlage. Restwasser ist das Wasser aus der Reinigung, das Zement und Feinanteile enthält.
Alle drei brauchen einen Weg im Werk, aber nur der Rückbeton ist eine Menge je Lieferung, die dokumentiert, zugerechnet und abgerechnet wird. Der Restbeton ist ein Tagesvolumen des Werks, das in die Verwertung geht und in der Bilanz auftaucht. Wo im Artikel von Dokumentation je Lieferung die Rede ist, geht es um Rückbeton.
Der Weg des Rückbetons in fünf Stationen
- Auf der Baustelle entsteht die Menge
Der Polier nimmt nicht alles ab. Der Fahrer erfasst Menge, Grund und die Person, die entschieden hat, und der Polier bestätigt es auf dem Lieferschein.
- Im Fahrzeug läuft die Zeit weiter
Die Disposition erfährt, dass ein Fahrzeug beladen zurückkommt. Sie entscheidet mit der Betontechnologie, ob eine andere Baustelle in Frage kommt oder das Werk übernimmt.
- Im Werk wird übernommen und verwertet
Rücknahme mit Zeitpunkt und Menge, danach der Weg: Recyclinganlage, Formsteine, Aushärten und Brechen oder Entsorgung. Welcher Weg zulässig ist, richtet sich nach der Anlage und der Genehmigung des Werks.
- In der Abrechnung wird die Regel angewendet
Was der Kunde für nicht abgenommenen Beton und für die Rücknahme zahlt, steht in der Vereinbarung. Der Beleg mit Menge und Grund ist der Nachweis für die Position oder für die Gutschrift.
- In der Bilanz wird die Ursache sichtbar
Produzierte, gelieferte und eingebaute Menge je Tag, Rückbetonanteil je Baustelle, Kunde und Sorte, und daraus die Frage, warum zu viel bestellt oder zu spät geliefert wurde.
Station 1: Auf der Baustelle entsteht die Menge
Der Fahrer steht mit einem halb geleerten Fahrzeug vor dem Polier, der sagt, die Schalung sei voll. Jetzt entsteht die Angabe, von der alles Weitere abhängt. Sie besteht aus drei Teilen: der Menge, die in der Trommel bleibt, dem Grund und der Person, die entschieden hat. Die Menge schätzt der Fahrer an der Trommel oder, wo eine Fahrzeugwaage im Werk vorhanden ist, bestimmt sie die Rückwiegung genauer. Der Grund wird aus wenigen Möglichkeiten gewählt: zu viel bestellt, Verarbeitungszeit überschritten, Beanstandung der Konsistenz oder Sorte, Betonage abgebrochen. Die Person ist der Polier, der die Angabe bestätigt.
Ohne diese Bestätigung wird die Menge später bestritten, und ohne den Grund lässt sich die Ursache nie auswerten. Auf dem digitalen Lieferschein im Transportbeton sind das eigene Felder, die der Polier vor seiner Bestätigung sieht, und keine Bemerkung am Rand.
Station 2: Im Fahrzeug läuft die Zeit weiter
Ein Fahrzeug mit Rückbeton ist für die Disposition ein Sonderfall. Es kann nicht sofort neu beladen werden, und der Beton in der Trommel altert weiter. Die Disposition braucht die Meldung, sobald sie auf der Baustelle entsteht, nicht bei der Rückkehr. Dann kann sie mit der Betontechnologie entscheiden, ob eine andere Baustelle mit derselben Sorte innerhalb der verbleibenden Verarbeitungszeit beliefert werden kann, oder ob das Werk den Beton übernimmt. Wo im Umlauf zwischen Wasserzugabe und Entladeende die Zeit steht, entscheidet über diese Möglichkeit. Wird umgeleitet, entsteht eine zweite Lieferung mit eigenem Beleg, die auf den ersten verweist, damit Charge und Zeit nachvollziehbar bleiben.
Station 3: Im Werk wird übernommen und verwertet
Bei der Rückkehr übernimmt das Werk die Menge mit Zeitpunkt. Ab hier gibt es mehrere Wege: die Restbetonrecyclinganlage, die den Beton auswäscht und Gesteinskörnung und Restwasser zurückgewinnt, das Ausgießen in Formen für Betonblöcke, das Aushärten und Brechen für die Verwertung als Recyclingmaterial, oder die Entsorgung. Welcher Weg im Werk zulässig und wirtschaftlich ist, hängt von der vorhandenen Anlage und der Genehmigung ab. Für die Dokumentation zählt, dass die übernommene Menge einem Weg zugeordnet wird und dass der Zeitpunkt der Übernahme mit dem Zeitpunkt der Rücknahme auf der Baustelle zusammenpasst. Eine Menge, die auf der Baustelle mit zwei Kubikmetern bestätigt und im Werk mit vier übernommen wurde, ist eine Frage an den Fahrer, nicht an die Buchhaltung.
Station 4: In der Abrechnung wird die Regel angewendet
Ob und wie nicht abgenommener Beton berechnet wird, steht in der Vereinbarung mit dem Kunden: der Beton ist produziert und geliefert worden, die Rücknahme und die Verwertung verursachen Aufwand, und bei einem Fehler des Werks, etwa einer falschen Sorte, wird nicht berechnet, sondern gutgeschrieben. Diese Regel gehört an den Kundenstamm, damit die Fakturierung sie aus dem Beleg anwenden kann, ohne dass jemand nachfragt. Die Position auf der Rechnung trägt die Lieferscheinnummer, die Rückmenge und den Grund. Bei einer Gutschrift gilt dasselbe in die andere Richtung, und wie Korrekturen und Gutschriften sauber entstehen, hängt davon ab, dass der Beleg die Ursache bereits kennt. TBRegio übernimmt Lieferscheindaten, wendet Konditionen an und erzeugt Rechnungen und Gutschriften aus denselben Daten.
Station 5: In der Bilanz wird die Ursache sichtbar
Rückbeton ist produzierte Menge ohne Erlös und mit Aufwand, und sein Anteil je Baustelle, Kunde und Sorte sagt mehr über die Auftragserfassung als jede Kundenumfrage. Ein Kunde, der regelmäßig zu viel bestellt, bekommt beim nächsten Auftrag den Hinweis auf den Beton-Rechner für die Menge je Bauteil. Eine Baustelle, an der regelmäßig die Verarbeitungszeit überschritten wird, hat ein Problem im Umlauf, nicht beim Beton. Eine Sorte, die häufig beanstandet wird, ist eine Frage an die Betontechnologie. In der Mengenbilanz des Tages stehen produzierte, gelieferte, eingebaute und zurückgenommene Menge nebeneinander, und der Rückbeton ist der Teil, der sich bei jeder Auswertung am schnellsten erklärt. Auch in der CO₂-Bilanz je Lieferung taucht er auf: als Menge, die Emissionen verursacht hat, ohne verbaut zu werden.
Drei Fragen, die der Beleg beantworten muss
Wie viel? Die Rückmenge in Kubikmetern, geschätzt an der Trommel oder gewogen im Werk, mit Angabe, welche der beiden Methoden verwendet wurde. Warum? Der Grund aus einer festen Auswahl, ergänzt um einen Freitext, wenn nötig, und die Person, die entschieden hat. Wohin? Der Weg im Werk mit Zeitpunkt der Übernahme. Die ersten beiden Fragen beantwortet die Baustelle, die dritte das Werk, und alle drei stehen am selben Vorgang wie der Lieferschein, die Charge und die Rechnung. Eine Reklamation, die bis zur Charge zurückverfolgt werden muss, findet dann auch den Rückbeton derselben Lieferung, und der Tagesabschluss zeigt am Abend, welche Rücknahmen noch keinen Weg haben.
Häufige Fragen zu Restbeton und Rückbeton
Wie genau kann der Fahrer die Rückmenge angeben?
An der Trommel bleibt es eine Schätzung, die für die Auswertung reicht. Für die Abrechnung genügt sie, wenn der Polier sie bestätigt hat. Wo das Werk eine Fahrzeugwaage hat, bestimmt eine Rückwiegung die Menge genauer, und der Beleg vermerkt, welche Methode gilt.
Darf Rückbeton an eine andere Baustelle geliefert werden?
Das entscheiden Betontechnologie und Disposition anhand von Sorte, verbleibender Verarbeitungszeit und den Anforderungen der zweiten Baustelle. Die zweite Lieferung braucht einen eigenen Beleg mit Verweis auf den ersten, damit die Charge und die Zeit seit der Wasserzugabe für beide Empfänger nachvollziehbar bleiben.
Wer trägt die Kosten für Rückbeton?
Das regelt die Vereinbarung mit dem Kunden, und sie unterscheidet nach Grund: zu viel bestellt, Zeit überschritten, Fehler des Werks. Ohne Grund am Beleg lässt sich die Vereinbarung nicht anwenden, und dann zahlt in der Regel das Werk.
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