Glossar · Sand & Kies

Kalkstein

Sedimentgestein aus überwiegend Calcium­carbonat (CaCO₃) — wichtigstes Ausgangsmaterial für Schotter, Splitt, Zement, Branntkalk und Mineralfüller in zahlreichen Industrien.

Auch: Kalksteinsplitt ·Kalkstein-Schotter

Kalkstein ist ein Sedimentgestein, das überwiegend aus Calcium­carbonat (CaCO₃) besteht — geologisch entstanden aus biogenen Ablagerungen (Korallen, Muschel­schalen, Mikroorganismen) oder durch chemische Ausfällung in flachen Meeren über Jahrmillionen.

Eigenschaften

  • Druckfestigkeit: 80–180 N/mm² (weicher als Hartgesteine wie Basalt oder Granit)
  • Dichte: 2,5–2,8 g/cm³
  • Mohs-Härte: 3 (deutlich weicher als Quarz-haltige Gesteine)
  • Chemisch reaktiv — reagiert mit Säuren (CO₂-Freisetzung)
  • Frost­beständigkeit: gut bis sehr gut, je nach Porosität

Verwendung im Sand- und Kies-Werk

  • Schotter für Tragschichten (wirtschaftliche Alternative zu Hartgestein-Schotter)
  • Splitt für Asphalt-Mischgut der unteren Schichten
  • Mineralfüller (< 0,063 mm) für Asphalt und Beton
  • Wasch­berge für Wege- und Hofbefestigungen
  • Gartenkies und Dekormaterial in hellen Farb­tönen

Verwendung in anderen Industrien

Kalkstein ist über das Bauwesen hinaus einer der bedeutendsten industriellen Roh­stoffe:

  • Zement­herstellung — Kalkstein liefert das CaO im Brennprozess (CEM I etc.)
  • Branntkalk und Düngkalk — Bau-, Stahl-, Glas- und Landwirtschafts­industrie
  • Hütten- und Stahl­industrie — als Hochofen-Zuschlag
  • Glasherstellung — als CaO-Lieferant
  • Bauchemie (Mörtel, Putze, Spachtelmassen)
  • Papier- und Kunststoff­industrie als Füllstoff

Wirtschaftlicher Vergleich

Im Sand- und Kies-Segment gilt Kalkstein-Schotter als das wirtschaftliche Material — niedrigere Festigkeit als Hartgesteine, dafür deutlich günstiger und überall verfügbar. Für untere Tragschichten und Frostschutz­zonen ohne extreme Belastung ist er meist die wirtschaftlich beste Wahl.

Vorkommen in Deutschland

Großvorkommen in:

  • Schwäbische und Fränkische Alb (Baden-Württemberg, Bayern)
  • Eifel und Sauerland (Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz)
  • Harz und Thüringer Wald
  • Norddeutsche Kreidekalke (Schleswig-Holstein)
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