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Sand- und Kies-Software für Kiesgrube, große Werke und Werksgruppen

11 min Lesedauer TBSoft Redaktion
Weiße Linienzeichnung: Kleine Kiesgrube, größeres Kieswerk und vernetzte Werksgruppe mit gemeinsamer Software

Wer nimmt den Auftrag an, wer wiegt, wer verlädt, wer kennt den Bestand, wer schreibt die Rechnung, was passiert beim Ausfall: sechs Fragen mit je einer Antwort für Kiesgrube, großes Werk und Werksgruppe.

Sand- und Kies-Software für eine Kiesgrube mit einer Waage, für ein großes Werk mit Wäsche, zwei Ausfahrten und Bahnanschluss und für eine Werksgruppe mit zentralem Vertrieb beantwortet dieselben sechs Fragen. Nur die Antworten unterscheiden sich, und zwar nicht in der Zahl der Funktionen, sondern darin, wer im Werk die Frage stellt und wie viele Menschen an der Antwort beteiligt sind. Wer die sechs Fragen für den eigenen Betrieb beantwortet, weiß, welche Größe er kauft und welche er als Nächstes braucht.

Drei Größen, sechs Fragen

Die Kiesgrube hat eine Waage, einen Radlader und eine Person, die wiegt, verlädt, verkauft und am Monatsende Rechnungen schreibt, oft der Inhaber selbst. Die Kunden kommen aus dem Umkreis, viele als Privatkunden mit Anhänger. Das große Werk hat eine Aufbereitung mit Wäsche, mehrere Ausgangswaagen, eine Eingangswiegung für Zukauf und Verfüllmaterial, zwei oder drei Radlader, Schichtbetrieb, eine Bahnverladung und eigene Lkw oder feste Spediteure. Die Werksgruppe hat mehrere Kies- und Sandwerke, einen zentralen Vertrieb, eine zentrale Fakturierung, gemeinsame Kunden und Lieferungen, die vom nächstgelegenen Werk kommen sollen.

Die sechs Fragen lauten: Wer nimmt den Auftrag an? Wer wiegt? Wer verlädt? Wer kennt den Bestand? Wer schreibt die Rechnung? Was passiert beim Ausfall? Für das Schotterwerk in seinen drei Größen gelten dieselben Fragen mit anderen Schwerpunkten, weil dort Körnungen aus dem Brecher und der Bahnanschluss die Antworten prägen. Im Kieswerk prägen sie Privatkunden, Wäsche und Feuchte.

Wer nimmt den Auftrag an?

In der Kiesgrube entsteht der Auftrag an der Waage, wenn der Fahrer kommt. Er nennt Kunde, Sorte und Baustelle, und die Software muss den Auftrag beim Wiegen anlegen können, ohne dass vorher jemand im Büro war. Stammkunden haben feste Konditionen und eine Kundenkarte, Privatkunden zahlen bar. Alles andere ist für die Kiesgrube Ballast.

Im großen Werk kommen Aufträge vorab: per Telefon, E-Mail oder als Abruf aus einem Rahmenauftrag der Baustelle. Sie werden im Büro angelegt, und an der Waage werden sie über Auftragsnummer, Kundenkarte oder Kennzeichen aufgerufen. Eigene Lkw werden auf die Aufträge disponiert, und ein Auftrag mit sechs Fuhren muss an der Waage sechsmal aufgerufen werden können, ohne dass jemand die Restmenge im Kopf führt.

In der Werksgruppe nimmt der zentrale Vertrieb den Auftrag an und ordnet ihn einem Werk zu. Angebote und Auftragsbestätigungen laufen in TBVertrieb, und das Werk sieht den Auftrag, bevor der Fahrer da ist. Die Anforderung ist die werksübergreifende Sicht: Der Vertrieb muss wissen, welches Werk die Sorte vorrätig hat, und der Auftrag muss an der Waage dieses Werks aufrufbar sein, nicht nur an der des Werks, das ihn angelegt hat.

Wer wiegt?

In der Kiesgrube wiegt, wer gerade da ist, und das ist oft dieselbe Person, die verlädt. Die Software muss deshalb an einem Arbeitsplatz alles können, und die Selbstbedienung am Terminal ist hier keine Komfortfunktion, sondern die Möglichkeit, den Radlader nicht jedes Mal zu verlassen. TBTouchScale lässt den Fahrer seine Aufträge finden, wiegen, unterschreiben und drucken, und das SB-Wiegen entlastet die eine Person an der Waage mehr als jede andere Funktion.

Im großen Werk wiegt ein Waagebüro in Schichten an zwei oder drei Waagen, dazu kommt die Eingangswiegung. Fahrzeuge werden per Kennzeichen erkannt, damit die Stoßzeit am Morgen nicht am Tippen hängt, und Rollen und Rechte legen fest, wer storniert und wer Preise sieht. Was für mehrere Waagen und Standorte gilt, beginnt hier innerhalb eines Werks: Eine Wiegung, die an Waage 1 begonnen wurde, muss an Waage 2 beendet werden können.

In der Werksgruppe wiegt jedes Werk lokal mit gemeinsamen Stammdaten. Die Zentrale sieht alle Wiegungen, aber sie wiegt nicht, und ein Werk, dessen Verbindung zur Zentrale abbricht, muss weiterwiegen können. Welche Rollen und Rechte in Wiege-, Dispositions- und Fakturasoftware die Gruppe braucht, ist die Frage, an der die meisten Gruppenlösungen zuerst hängen: Wer darf im Werk B den Preis eines Kunden sehen, den der Vertrieb in der Zentrale gepflegt hat?

Wer verlädt?

In der Kiesgrube verlädt der Radlader, dessen Fahrer eben noch gewogen hat. Ein Zuruf ist nicht nötig, weil es niemanden gibt, dem man zurufen müsste. Die Software muss die Verladung nicht steuern, nur den Auftrag an die Wiegung binden.

Im großen Werk verladen zwei oder drei Radlader von acht oder zehn Halden, dazu kommt ein Silo für die gängigsten Sorten. Der Zuruf per Funk trägt hier nicht mehr, und die Anforderung heißt Verladeanweisung: Fahrzeug, Sorte, Halde und Menge müssen den Radladerfahrer erreichen, und seine Rückmeldung muss in den Vorgang. Was am Hof passiert, gehört in den Vorgang zwischen Hof, Waage, Fahrer und Büro und wird im Projekt anhand der tatsächlichen Abläufe festgelegt.

In der Werksgruppe kommt zur Verladung je Werk die Umlagerung zwischen den Werken: Sand vom Werk A wird ins Werk B gefahren, weil dort die Wäsche steht. Diese Fahrt ist ein Abgang im einen und ein Zugang im anderen Werk, keine Lieferung an einen Kunden, und sie braucht einen eigenen Beleg und eine eigene Buchung.

Wer kennt den Bestand?

In der Kiesgrube kennt der Inhaber den Bestand, und die Software führt ihn mit: Jede Wiegung bucht ab, die Produktion wird wöchentlich gebucht, und die Inventur zum Jahresende gleicht aus. Das reicht, solange nur eine Person verkauft.

Im großen Werk führt der Bestand je Halde ein Eigenleben: Zugänge aus Produktion und Eingangswiegung, Abgänge aus zwei Waagen und der Bahnverladung, Umschichtungen zwischen Halden, Feuchteverluste. Der Vertrieb verspricht Mengen, die der Radlader gerade wegfährt. Die Branchenseite nennt Bestände über alle Sorten und Lagerplätze als Kernaufgabe, und die Software muss den gebuchten Bestand je Halde so führen, dass die Inventur eine Korrektur ist und keine Neuerfassung.

In der Werksgruppe kommen getrennte Bestände je Werk mit einer gemeinsamen Sicht dazu. Der Vertrieb sieht, dass die Sorte im Werk B vorrätig ist, und die Umlagerung bucht in beiden Werken. Auswertungen über Kunden, Sorten, Standorte und Zeiträume, wie sie die Branchenseite nennt, sind in der Gruppe keine Statistik, sondern die Grundlage der Werkszuordnung.

Wer schreibt die Rechnung?

In der Kiesgrube schreibt der Inhaber am Monatsende die Rechnungen aus den Lieferscheinen, Privatkunden haben bar bezahlt. Der Lieferschein von TBScale kann bar oder auf Rechnung entstehen, und die Anforderung an die Fakturierung heißt Einfachheit: eine Sammelrechnung je Kunde und Monat, eine Übergabe an den Steuerberater.

Im großen Werk ist die Fakturierung eine eigene Rolle mit eigenen Regeln: Konditionen je Kunde und Baustelle, Frachten bei frei Baustelle, Gutschriften an Spediteure, Zuschläge, Sammelrechnungen je Baustelle. TBRegio führt Konditionen mit Vererbung, prüft Plausibilitäten, rechnet Spediteursgutschriften und Händlerabrechnungen ab und übergibt an die Buchhaltung, die Statistik und das Archiv.

In der Werksgruppe fakturiert die Zentrale für mehrere Werke und oft für mehrere Gesellschaften. TBRegio ist für mehrere Mandanten und Werke ausgelegt, und die Vererbung der Konditionen von der Gruppe über das Werk zum Kunden ist hier die Funktion, die die Pflege bezahlbar hält: Ein Kunde mit einem Rahmenvertrag über drei Werke bekommt eine Kondition, nicht drei.

Was passiert beim Ausfall?

In der Kiesgrube fällt das Netzwerk aus, und die Waage muss trotzdem wiegen, weil der Fahrer vor ihr steht. Die Anforderung ist ein Arbeitsplatz, der lokal weiterarbeitet und später überträgt, und eine Sicherung, die der Inhaber ohne IT-Abteilung zurückspielen kann.

Im großen Werk sind zwei Waagen die Reserve füreinander, und der Ausfall der Verbindung zur Buchhaltung oder zum ERP darf die Waage nicht anhalten. Führendes System, Wiederholung der Übergabe und die Frage, ob an der Waage weitergearbeitet werden darf, werden vor dem Start festgelegt, so beschreibt es die Lösungsseite zu Schnittstellen.

In der Werksgruppe ist der Ausfall der Verbindung zur Zentrale der häufigste Fall, und jedes Werk muss dann so weiterwiegen wie die Kiesgrube: lokal, mit den zuletzt bekannten Stammdaten, und mit einer Regel, welcher Stand nach der Rückkehr der Verbindung gilt. Ein Rollout über mehrere Werke ohne Big Bang prüft dieses Verhalten am ersten Werk, bevor das zweite folgt.

Was mit dem Werk mitwächst

Die Struktur des Materialstamms, die Kundenkarten, die Rollen und die Belegwege werden in der Kiesgrube angelegt und bleiben bis zur Gruppe gültig, wenn sie von Anfang an so angelegt sind, dass ein zweites Werk dazukommen kann. Was mit der Größe dazukommt, sind die Sicht über mehrere Werke, die Mandanten in der Fakturierung, die Umlagerung als Beleg und die Verladeanweisung als eigener Vorgang. Was sich nie ändert, ist die Waage: Sie wiegt in jeder Größe dasselbe Fahrzeug, und sie muss in jeder Größe weiterwiegen, wenn alles andere ausfällt.

Häufige Fragen zur Sand- und Kies-Software nach Betriebsgröße

Braucht eine Kiesgrube mit einer Waage eine Software mit Bestandsführung?

Sobald mehr als eine Person verkauft oder der Inhaber in Urlaub fahren will, ja. Der Bestand entsteht aus den Wiegungen ohne Mehrarbeit, und die Inventur zum Jahresende wird zur Korrektur statt zur Schätzung.

Kann jedes Werk der Gruppe eigene Preise haben?

Ja. Die Kondition wird auf der Ebene gepflegt, auf der sie gilt: für die Gruppe, für ein Werk oder für einen Kunden an einem Werk. Die Vererbung sorgt dafür, dass ein Kunde ohne Sonderregel den Werkspreis bekommt und ein Kunde mit Rahmenvertrag denselben Preis an allen Werken.

Wann wechselt eine Kiesgrube von der kleinen auf die große Lösung?

Wenn eine der sechs Fragen eine zweite Antwort bekommt: Ein zweiter Radlader, der eine Verladeanweisung braucht, eine zweite Person, die Rechnungen schreibt, oder eine zweite Waage. Der Wechsel ist dann kein Neukauf, sondern ein zusätzliches Modul auf demselben Stamm.

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