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Software für Sand- und Kieswerke auswählen

11 min Lesedauer TBSoft Redaktion
Weiße Linienzeichnung: Auswahl einer Kieswerk-Software entlang von Aufbereitung, Halde, Radlader, Fahrzeugwaage und Abrechnung

Von der Aufbereitung über Halde, Verladung und Waage bis zur Rechnung: Welche Anforderungen ein Sand- und Kieswerk an jeder Station an seine Software stellt und welche Fragen der Anbieter vorher beantworten muss.

Software für Sand- und Kieswerke wird meist an der Waage ausgesucht, weil dort der Bildschirm steht. Die Anforderungen entstehen aber früher und enden später: in der Aufbereitung, die die Sorten erzeugt, auf der Halde, die sie lagert, am Radlader, der sie verlädt, und in der Rechnung, die sie bezahlt. Wer die Auswahl entlang dieses Weges führt, findet Anforderungen, die in keiner Funktionsliste stehen, und erkennt Angebote, die nur den Bildschirm an der Waage meinen.

Warum die Auswahl am Materialfluss beginnt

Eine Funktionsliste beantwortet die Frage, was eine Software kann. Der Materialfluss beantwortet die Frage, was das Werk braucht. Beides deckt sich selten vollständig, und die Lücken liegen fast immer zwischen den Stationen: zwischen der Sorte, die die Siebanlage erzeugt, und dem Artikel, der auf der Rechnung steht, zwischen dem Bestand, den der Vertrieb verspricht, und der Halde, die der Radlader gerade leerfährt. Sechs Stationen reichen, um ein Sand- und Kieswerk vollständig zu beschreiben.

  • Gewinnung und Aufbereitung

    Bagger, Brecher, Siebanlage und Wäsche erzeugen Sorten mit Körnung und Güte. Die Software steuert sie nicht, muss sie aber so kennen, wie sie entstehen.

  • Halde

    Jede Sorte liegt an einem Lagerort. Der Bestand entsteht aus Produktion, Zukauf, Verkauf und Inventur und muss für Vertrieb und Verladung verlässlich sein.

  • Verladung

    Der Radladerfahrer braucht Fahrzeug, Sorte, Halde und Menge. Was er lädt, muss zur Wiegung und zum Auftrag passen.

  • Waage

    Ausgangswiegung an Kunden, Eingangswiegung von Fremdmaterial, Identifikation der Fahrzeuge, Selbstbedienung außerhalb der Bürozeit.

  • Beleg

    Lieferschein beim Abschluss der Wiegung, Barverkauf für Privatkunden, Unterschrift, Versand an Kunde und Büro.

  • Rechnung

    Konditionen je Kunde und Baustelle, Fracht ab Werk oder frei Baustelle, Sammelrechnung, Spediteursgutschrift, Übergabe an die Buchhaltung.

Gewinnung und Aufbereitung: Sorten, wie sie entstehen

Aus einem Rohkies werden beim Klassieren mehrere Lieferkörnungen, aus dem Überkorn nach dem Brechen Splitte und Brechsand, aus der Wäsche ein gewaschener Sand mit anderem Wassergehalt als der ungewaschene. Jede dieser Sorten hat eine Körnung, eine Güte, meist einen Normbezug und einen Preis, und jede kann ihren Namen ändern, wenn eine Siebanlage umgebaut wird.

Die Anforderung an die Software heißt deshalb nicht Produktionssteuerung, sondern Materialstamm: Sorten müssen mit Körnung, Güte und Herkunft angelegt werden können, ohne dass die Abrechnung oder der Bestand darunter leiden. Wie ein Kieswerk seine Materialstammdaten in Ebenen strukturiert, entscheidet darüber, ob eine neue Körnung in einer Stunde oder in einer Woche verkaufsfähig ist. Ob Produktionsmengen aus der Aufbereitung in die Software übernommen werden, hängt von der Anlagentechnik ab und wird vor der Einführung geklärt.

Halde: Bestand je Sorte und Lagerort

Eine Halde ist ein Lagerort mit einer Sorte und einem Bestand, und der Bestand ist eine Bilanz: Was die Aufbereitung aufgeschüttet hat, plus Zukauf, minus das, was über die Waage gegangen ist, korrigiert um die Inventur. Solange diese Bilanz im Kopf des Werksleiters geführt wird, stimmt sie, bis er in Urlaub fährt.

Die Software muss Bestände je Sorte und Lagerplatz führen, Abgänge aus jeder Wiegung automatisch buchen, Zugänge aus Produktion und Fremdanlieferung aufnehmen und Inventurdifferenzen nachvollziehbar ausgleichen. Auf der Branchenseite für Sand-, Kies- und Schotterwerke ist der Bestand über alle Sorten und Lagerplätze die zweite Kernaufgabe nach der Wiegung. Wie Lagerbestände zwischen Halde, Verladung und Faktura konsistent bleiben, ist die Frage, an der sich Wiegesoftware und Branchensoftware unterscheiden.

Verladung: der Radlader und der Auftrag

Zwischen Waage und Halde steht der Radlader, und in den meisten Werken erfährt sein Fahrer per Funk oder Zuruf, was auf welches Fahrzeug kommt. Solange ein Radlader und eine Waage im Sichtkontakt stehen, funktioniert das. Bei zwei Radladern, acht Halden und einer Warteschlange bis zur Straße nicht mehr.

Die Anforderung lautet: Der Auftrag, der an der Waage angelegt oder aufgerufen wird, muss den Radladerfahrer mit Fahrzeug, Sorte, Halde und Menge erreichen, und seine Rückmeldung muss in den Vorgang zurück. Was auf dem Hof passiert, gehört in den Vorgang zwischen Hof, Waage, Fahrer und Büro und nicht auf einen Zettel. Welche Angaben eine digitale Verladeanweisung für den Radladerfahrer trägt und welche Rollen am Hof mobil erfassen, wird im Projekt anhand der tatsächlichen Abläufe festgelegt.

Waage: Eingang, Ausgang, Identifikation, Selbstbedienung

An der Waage entscheidet sich, ob die Software das Werk kennt. Die Ausgangswiegung mit Erstwiegung und Zweitwiegung oder gespeicherter Tara ist die Grundfunktion, aber ein Kieswerk wiegt auch am Eingang: Zukauf von Sorten, die es nicht selbst herstellt, Recyclingmaterial, Bodenaushub zur Verfüllung. Diese Eingangswiegung muss dem Bestand zugebucht werden und braucht einen eigenen Beleg.

Dazu kommen die Identifikation der Fahrzeuge über Kundenkarte oder Kennzeichen, die Selbstbedienung für Stammkunden außerhalb der Bürozeit und das Verhalten bei Ausfall des Netzwerks. TBScale ist mit eichamtlich zugelassenen Messtechniken kombinierbar, TBTouchScale übernimmt die Selbstbedienung am Terminal, und TBAutoIdent erkennt Fahrzeuge an Kennzeichen, Karte oder Chip. Die zehn Situationen aus dem Softwarevergleich zeigen, was davon in der Vorführung zu sehen sein muss, und die Anforderungen an Wiegesoftware gelten für das Kieswerk vollständig.

Beleg: Lieferschein, Barverkauf, Unterschrift

Mit dem Abschluss der Wiegung entsteht der Lieferschein aus Gewicht, Auftrag, Material und Fahrzeug. Im Kieswerk kommen drei Belegarten zusammen, die eine Software gleichzeitig beherrschen muss: der Lieferschein auf Rechnung für den Bauunternehmer, der Barverkauf mit Kassenbeleg für den Privatkunden mit Anhänger und der Eingangsbeleg für die Anlieferung.

Der Lieferschein von TBScale kann bar oder auf Rechnung erstellt, um Zuschläge und Zusatzartikel erweitert, digital unterschrieben und automatisch als PDF versendet werden. Der Weg vom Wiegeschein zum unterschriebenen, versendeten und archivierten Beleg ist im Kieswerk vor allem eine Frage der Kundentypen: Wie ein digitaler Lieferschein für Sand, Kies und Schotter zum Bauunternehmer, zum Privatkunden, zum Händler und zum Spediteur kommt, unterscheidet sich je Typ.

Rechnung: Konditionen, Fracht, Sammelrechnung

Am Ende des Weges steht die Rechnung, und hier scheitern reine Wiegeprogramme: Der Preis hängt an Kunde, Baustelle, Sorte und Menge, die Fracht muss bei frei Baustelle getrennt vom Material ausgewiesen werden, Fremdspediteure erhalten Gutschriften, Bauunternehmer wollen eine Sammelrechnung je Baustelle und Monat, und die Buchhaltung will die Buchungen ohne Nacherfassung.

TBRegio übernimmt Lieferscheindaten, führt Konditionen mit Vererbung, prüft Plausibilitäten, rechnet Standard, Spediteursgutschriften und Händlerabrechnungen ab und übergibt an FiBu, Statistik und Archiv. Angebote und Auftragsbestätigungen davor laufen in TBVertrieb. Wie Schüttgut aus Wiege- und Lieferdaten abgerechnet wird und wie Material und Fracht bei ab Werk und frei Baustelle getrennt bleiben, sind die beiden Prüfsteine für diese Station.

Was über die Stationen hinaus zählt

Vier Anforderungen liegen quer zu den Stationen. Mehrere Waagen oder mehrere Werke brauchen gemeinsame Stammdaten und getrennte Bestände. Rollen und Rechte legen fest, wer Preise ändert, wer storniert und wer nur wiegt. Der Ausfall von Netzwerk oder Buchhaltungssystem darf die Waage nicht anhalten. Und die Einführung muss laufen, während die Waage weiter wiegt.

Dazu kommen die Auswertungen: TBScale liefert Statistiken mit Filtern, und die Branchenseite nennt Auswertungen über Kunden, Sorten, Standorte und Zeiträume. Was Sand- und Kies-Software für Kiesgrube, großes Werk und Werksgruppe jeweils leisten muss und wie die Einführung ohne Anhalten der Waage abläuft, gehört vor der Entscheidung geklärt. Wer wissen will, ob eine zweite Waage oder ein Terminal die Stoßzeit entschärft, kann den Werkshof mit Ankünften, Waagen und Beladestellen im Simulator durchspielen, bevor er einen Anbieter fragt.

Häufige Fragen zur Auswahl von Software für Sand- und Kieswerke

Reicht eine Wiegesoftware, wenn das Werk nur eine Waage hat?

Für die Wiegung ja, für das Werk selten. Bestand, Verladung und Rechnung entstehen auch in einem Werk mit einer Waage, und wenn die Wiegesoftware sie nicht kennt, führt jemand sie in Tabellen daneben. Die Frage ist nicht die Zahl der Waagen, sondern die Zahl der Stationen, die ohne Software bleiben.

Muss die Software die Aufbereitung steuern?

Nein. Die Steuerung von Brecher und Siebanlage ist Anlagentechnik. Die Software muss die Sorten kennen, die dort entstehen, und ihre Mengen aufnehmen, sobald sie auf der Halde liegen. Ob das über eine Anbindung oder über eine Buchung geschieht, wird je Anlage entschieden.

Wie viele Anbieter sollten in die Vorführung?

So viele, wie das Werk mit denselben zwölf Fragen und denselben eigenen Wiegungen durchspielen kann, ohne dass die Beteiligten die Antworten verwechseln. Zwei bis drei Vorführungen mit identischem Ablauf sind aussagekräftiger als sechs verschiedene Präsentationen.

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