Software für Schotterwerke auswählen
Körnungen und Güten, Halden und Gemische, Fremdmaterial am Eingang, mehrere Ausfahrten, Bahn, Schicht: Welche Anforderungen ein Schotterwerk an seine Software stellt und wie sie in der Vorführung nachgewiesen werden.
Software für ein Schotterwerk muss Dinge können, die in einem Kieswerk selten und in einem Baustoffhandel nie vorkommen. Der Brecher erzeugt Körnungen in Stufen, und jede Stufe ist ein Artikel mit Güte und Prüfzeugnis. Halden liegen im Steinbruch verteilt, und Gemische entstehen in der Anlage oder erst beim Verladen. Am Eingang kommt Aushub zur Verfüllung, am Ausgang stehen zwei Waagen und ein Gleis. Sieben Besonderheiten reichen, um die Anforderungen zu beschreiben, und zu jeder gehört ein Nachweis, den der Anbieter in der Vorführung erbringen kann.
Was ein Schotterwerk von anderen Werken unterscheidet
Ein Schotterwerk beginnt mit gesprengtem Fels und endet mit einem Dutzend oder mehr Sorten: Schotter für Tragschichten, Splitt und Edelsplitt für Asphalt und Beton, Brechsand, Gleisschotter, Gemische wie Frostschutz und Schottertragschicht. Dazwischen liegen Vorbrecher, Nachbrecher und Siebanlage, und beim Klassieren entscheidet die Siebbelegung darüber, welche Körnungen in welcher Menge entstehen. Die Gesteinsart, Kalkstein, Basalt, Diabas oder Granit, bestimmt die Einsatzgebiete und die Güteüberwachung.
Für die Software heißt das: Der Materialstamm ist tiefer als im Kieswerk, die Bestände liegen auf mehr Halden, die Belege tragen mehr Angaben, und die Wiegung findet an mehr Stellen statt. Die Anforderungen entlang des Materialflusses eines Sand- und Kieswerks gelten auch hier, und die sieben Besonderheiten kommen dazu.
Brechen und Klassieren: Sorten in Stufen
Die Aufbereitung erzeugt Sorten, die die Software als Lieferkörnungen mit Gesteinsart, Körnung und Güte führen muss. Eine Umbelegung der Siebanlage erzeugt eine neue Körnung, und die muss am selben Tag verkaufsfähig sein, mit Preis, Halde und Beleg. Die Anforderung heißt Materialstamm in Ebenen: Gesteinsart, Produktgruppe, Körnung, Güte, Verkaufsartikel. Der Nachweis in der Vorführung ist einfach: Der Anbieter legt eine neue Körnung 2/5 an und zeigt, was danach an Preisen, Halden und Lieferscheinen geschieht.
Körnungen und Güten: Norm, Prüfzeugnis, Zeitraum
Jede Sorte hat eine Güteüberwachung mit Prüfzeugnissen, die für einen Zeitraum gelten. Wenn ein Kunde drei Wochen nach der Lieferung die Sieblinie reklamiert, muss das Werk vom Lieferschein zur Sorte, zur Halde und zum Prüfzeugnis des Zeitraums kommen. Die Anforderung lautet: Der Lieferschein trägt Sorte, Norm und einen Bezug auf die Güteüberwachung, und die Dokumente sind dem Zeitraum und der Sorte zugeordnet. TBArchiv legt den Belegausgang digital ab und findet Belege nach beliebigen Kriterien. Ob Prüfzeugnisse dort neben den Belegen liegen oder in einem eigenen System, wird vor der Einführung geklärt. Der Nachweis: eine Reklamation vom Lieferschein bis zur Charge in der Vorführung zurückverfolgen, mit einem Beleg von vor drei Wochen.
Halden und Gemische: Bestand auf zwei Ebenen
Im Steinbruch liegen die Halden verteilt, und Gemische entstehen auf zwei Wegen: in der Anlage als eigene Sorte mit eigener Halde oder beim Verladen, wenn der Radlader aus zwei Halden mischt. Die Software muss beide Wege abbilden: den Bestand je Halde und das Gemisch als Artikel, dessen Verkauf entweder von der Gemischhalde oder von den Komponentenhalden abgeht. Wie Lagerbestände zwischen Halde, Verladung und Faktura konsistent bleiben, ist im Schotterwerk wegen der Gemische schwieriger als im Kieswerk. Der Nachweis: ein Gemisch verkaufen und zeigen, wo der Bestand abgeht.
Annahme von Fremdmaterial: Eingangswiegung mit eigener Regel
Viele Schotterwerke nehmen Bodenaushub zur Verfüllung, Bauschutt zur Aufbereitung oder Zukauf an. Der Lkw kommt beladen, wird gewogen, kippt ab, wird leer gewogen, und das Netto ist eine Annahme, die der Anlieferer bezahlt, nicht das Werk. Oft nimmt derselbe Lkw danach Schotter mit. Die Anforderung: Eingangswiegung mit eigenem Beleg und eigenen Materialarten, Abrechnung in beide Richtungen, Zubuchung auf den Bestand oder auf eine Annahmefläche, Annahmeerklärung als Dokument. Was für die Annahme im Baustoffrecycling gilt, gilt im Schotterwerk mit Verfüllung entsprechend. Der Nachweis: ein Lkw bringt Aushub und nimmt Schotter mit, mit zwei Belegen und zwei Bestandsbuchungen in einem Vorgang.
Mehrere Ausfahrten und Waagen
Große Schotterwerke wiegen an zwei Ausfahrten, manche zusätzlich am Eingang. Ein Fahrzeug, das an Waage 1 erstgewogen wurde, muss an Waage 2 zweitgewogen werden können, die Nummernkreise müssen zusammenpassen, und der Ausfall einer Waage darf die andere nicht betreffen. Was für mehrere Waagen und Standorte gilt, beginnt hier innerhalb eines Werks. Der Nachweis: Erstwiegung an einer Waage, Zweitwiegung an der anderen, dann eine Waage abschalten und an der anderen weiterwiegen.
Bahnverladung: der Waggon als Einheit
Ein Schotterwerk mit Gleisanschluss liefert Gleisschotter und Tragschichtmaterial in Ganzzügen. Die Einheit ist der Waggon, nicht die Fuhre, die Wiegung kommt von einer Gleiswaage oder einer Bandwaage, der Beleg ist eine Ladeliste je Zug, und die Abrechnung läuft je Waggon oder je Zug. TBScale ist mit eichamtlich zugelassenen Messtechniken kombinierbar, und ob die vorhandene Gleis- oder Bandwaage dazugehört, wird vor der Einführung geklärt. Was sich beim Schüttgut per Bahn oder Schiff gegenüber dem Lkw ändert, ist ein eigener Katalog. Der Nachweis: einen Zug mit zwanzig Waggons als einen Vorgang erfassen und abrechnen.
Staub, Schicht und Fremdfahrer: Bedienung an der Waage
Die Waage im Schotterwerk steht im Staub, wird in zwei oder drei Schichten bedient und sieht viele Fremdfahrer. Die Anforderung: ein robustes Terminal, Bedienung ohne Maus, Schichtübergabe mit offenen Vorgängen, Kennzeichenerkennung mit Rückfall auf Karte oder Eingabe, wenn die Kamera das Kennzeichen nicht liest. TBTouchScale ist für den rauen Einsatz ausgelegt, und TBAutoIdent bietet neben dem Kennzeichen RFID, Bar- und QR-Code. Der Nachweis: das Terminal an einer Waage im Betrieb sehen, nicht im Besprechungsraum, und die Schichtübergabe mit einem offenen Vorgang durchspielen.
| Besonderheit | Anforderung an die Software | Nachweis in der Vorführung |
|---|---|---|
| Brechen und Klassieren | Materialstamm in Ebenen, neue Körnung am selben Tag verkaufsfähig | Körnung 2/5 anlegen und die Folgen an Preisen, Halden und Belegen zeigen |
| Körnungen und Güten | Sorte, Norm und Güteüberwachung am Beleg, Dokumente je Zeitraum | Reklamation eines drei Wochen alten Lieferscheins bis zum Prüfzeugnis zurückverfolgen |
| Halden und Gemische | Bestand je Halde, Gemisch als Artikel mit Abgang von Gemisch- oder Komponentenhalde | Ein Gemisch verkaufen und den Bestandsabgang zeigen |
| Annahme von Fremdmaterial | Eingangswiegung mit eigenem Beleg, Abrechnung in beide Richtungen, Annahmefläche | Aushub annehmen und Schotter mitgeben, zwei Belege in einem Vorgang |
| Mehrere Ausfahrten | Erstwiegung und Zweitwiegung an verschiedenen Waagen, gemeinsame Nummernkreise, Ausfall einer Waage | Waage wechseln, dann eine Waage abschalten |
| Bahnverladung | Waggon als Einheit, Gleis- oder Bandwaage als Messtechnik, Ladeliste je Zug | Zug mit zwanzig Waggons erfassen und abrechnen |
| Staub, Schicht, Fremdfahrer | Robustes Terminal, Schichtübergabe, Rückfall bei nicht lesbarem Kennzeichen | Terminal im Betrieb, Schichtübergabe mit offenem Vorgang |
Vom Katalog zur Entscheidung
Die sieben Nachweise sind das Drehbuch für die Vorführung, und wer sie um die zehn Situationen an Waage und Verladung aus dem Schotterwerk-Vergleich ergänzt, hat einen vollständigen Ablauf, den jeder Anbieter in derselben Reihenfolge durchspielt. Danach bleibt die Einführung: Die Einführung im Schotterwerk beginnt mit dem Materialstamm und nutzt den Winter als Fenster, und wer den Materialstamm in der Vorführung schon gesehen hat, weiß, wie viel Arbeit dort auf ihn wartet.
Häufige Fragen zur Auswahl von Software für Schotterwerke
Braucht ein Schotterwerk eine andere Software als ein Kieswerk?
Nein, aber eine tiefer eingerichtete. Materialstamm, Halden, Eingangswiegung, Bahn und mehrere Waagen sind Einstellungen und Module derselben Software, nicht ein anderes Produkt. Der Unterschied zeigt sich in der Vorführung daran, ob der Anbieter die sieben Nachweise ohne Umwege erbringt.
Wie werden Prüfzeugnisse und Güteüberwachung abgebildet?
Als Dokumente, die einer Sorte und einem Zeitraum zugeordnet sind, und als Angabe auf dem Lieferschein. Ob sie im Dokumentenarchiv neben den Belegen liegen oder in einem Labor- oder Qualitätssystem, wird vor der Einführung entschieden. Die Software muss in beiden Fällen vom Lieferschein zum Zeugnis führen.
Muss die Bahnverladung von Anfang an dabei sein?
Nur, wenn sie einen nennenswerten Teil des Absatzes trägt. Werke mit gelegentlichen Zügen führen die Bahn zuerst als eigenen Vorgang mit Ladeliste und ergänzen die Anbindung der Gleiswaage später. Wichtig ist, dass die Software den Waggon als Einheit kennt, bevor der erste Zug im neuen System abgerechnet wird.
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