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Schotterwerk-Software vergleichen: zehn Situationen an Waage und Verladung

12 min Lesedauer TBSoft Redaktion
Weiße Linienzeichnung: Vergleich zweier Schotterwerk-Systeme anhand derselben Vorgänge an Waage, Verladung und Belegprüfung

Zehn Situationen an Waage, Verladung und im Büro als Drehbuch für die Vorführung: Was die Software in jeder Situation zeigen muss und wie ein Bewertungsbogen mehrere Anbieter vergleichbar macht.

Schotterwerk-Software vergleichen heißt, jedem Anbieter dasselbe Drehbuch zu geben: zehn Situationen aus dem Werkstag, in drei Blöcken an der Waage, an der Verladung und im Büro, in derselben Reihenfolge, mit den eigenen Sorten, Kunden und Fahrzeugen des Werks. Was in jeder Situation auf dem Bildschirm zu sehen sein muss, steht hier. Am Ende steht ein Bewertungsbogen, mit dem drei Vorführungen an drei Tagen vergleichbar bleiben.

Wie der Vergleich als Drehbuch abläuft

Der Anbieter erhält vorab zehn Sorten, fünf Kunden und drei Fahrzeuge des Werks als Stammdaten, damit die Vorführung nicht mit Musterdaten läuft. Die zehn Situationen werden in fester Reihenfolge durchgespielt, jede mit einer Aufgabe und einem erwarteten Ergebnis, und bei jeder Vorführung sitzen dieselben Personen am Tisch: der Waagendienst, ein Radladerfahrer oder der Verladeleiter und die Fakturierung. Bewertet wird sofort nach jeder Situation, nicht am Ende des Tages.

Die zehn Situationen für Sand- und Kies-Software prüfen, ob eine Software Kieswerke kennt: Fahrer ohne Auftrag, Anhängerwechsel, Nachtwiegung, Barverkauf, Netzausfall. Die zehn Situationen hier setzen dort an, wo das Schotterwerk anders ist: bei Körnungen, Gemischen, Annahme, zwei Ausfahrten und der Rückverfolgung.

Block 1: An der Waage

Ein Sattelzug will zwei Körnungen auf einer Fahrt

Der Fahrer soll vorn Splitt 2/5 und hinten Schotter 32/63 laden, für zwei Baustellen desselben Kunden. Die Software muss die Mehrfachbeladung mit Zwischenwiegung abbilden: Erstwiegung leer, Zwischenwiegung nach der ersten Sorte, Zweitwiegung nach der zweiten, zwei Nettomengen, zwei Bestandsabgänge, und je nach Kundenwunsch ein Lieferschein mit zwei Positionen oder zwei Lieferscheine. Zu sehen sein muss, dass die Zwischenwiegung ein normaler Schritt ist und keine Korrektur.

Die bestellte Körnung liegt nicht auf der Halde

Der Auftrag nennt Splitt 8/11, die Halde ist leer, und der Kunde hat am Telefon 5/8 als Ersatz freigegeben. Die Software muss am Waagenarbeitsplatz den Bestand zeigen, die Sorte im Auftrag ändern lassen, den Preis der Ersatzsorte ziehen und den Wechsel auf dem Lieferschein vermerken. Zu sehen sein muss, wer diese Änderung darf und dass der ursprüngliche Auftrag erhalten bleibt.

Ein Fremdfahrer holt für einen Stammkunden ab

Der Fahrer ist unbekannt, sein Fahrzeug auch, er nennt den Kunden und die Baustelle. Die Software muss den Auftrag des Kunden über Nummer, Karte oder QR-Code finden, das Fahrzeug einmalig mit Kennzeichen anlegen, die Tara per Erstwiegung ermitteln und den Beleg mit dem Kunden als Rechnungsempfänger und dem Spediteur als Frachtführer erzeugen. Zu sehen sein muss, dass der einmalige Fahrer nicht zum Dauerstammsatz wird.

Ein Lkw bringt Aushub und nimmt Schotter mit

Der Lkw kommt beladen, wird gewogen, kippt auf der Verfüllfläche ab, wird leer gewogen, lädt Schotter und wird noch einmal gewogen. Die Software muss daraus zwei Belege machen: eine Annahme, die der Anlieferer bezahlt, und einen Verkauf, und beide Bestände buchen. Zu sehen sein muss, dass die Leerwiegung zwischen beiden Vorgängen einmal gewogen und zweimal verwendet wird.

Block 2: An der Verladung

Der Radlader hat von der falschen Halde geladen

Die Zweitwiegung zeigt den Auftrag mit Kies 8/16, geladen wurde 16/32, und der Fahrer merkt es an der Waage. Die Software muss die Sorte am Beleg vor dem Abschluss ändern lassen, den Bestand von der richtigen Halde abbuchen und den Vorgang mit Vermerk protokollieren. Zu sehen sein muss, wer die Änderung darf und wie sie später im Protokoll aussieht. Was für Korrekturen und Nachverwiegungen allgemein gilt, wird hier an der Verladung geprüft.

Ein Gemisch wird beim Verladen aus zwei Halden gemischt

Der Kunde bestellt Frostschutz 0/32, und das Werk mischt ihn mit dem Radlader aus zwei Halden, weil keine Gemischhalde angelegt ist. Die Software muss das Gemisch als Artikel verkaufen und den Bestand entweder von einer Gemischhalde oder anteilig von den Komponentenhalden abbuchen. Zu sehen sein muss, wo der Bestand abgeht und wie das Werk später erklärt, warum die Halde 0/5 schneller leer ist als die Wiegungen sagen. Wie Lagerbestände zwischen Halde, Verladung und Faktura konsistent bleiben, entscheidet sich an dieser Situation.

Die zweite Ausfahrt öffnet in der Stoßzeit

Um sieben Uhr steht die Schlange bis zur Straße, und die zweite Waage wird besetzt. Ein Fahrzeug, das an Waage 1 erstgewogen wurde, fährt zur Zweitwiegung an Waage 2. Die Software muss die offene Erstwiegung an beiden Waagen zeigen, den Vorgang an Waage 2 abschließen und die Nummernkreise beider Waagen ohne Lücke führen. Zu sehen sein muss, wie beide Arbeitsplätze dieselbe Warteschlange sehen.

Block 3: Im Büro

Ein Kunde reklamiert die Sieblinie einer drei Wochen alten Lieferung

Der Kunde nennt Datum und Kennzeichen. Die Software muss den Lieferschein finden, die Sorte und die Halde zeigen, das Prüfzeugnis des Zeitraums erreichen und alle anderen Lieferungen derselben Sorte an diesem Tag auflisten. Zu sehen sein muss, ob das ohne Ordnerwechsel und ohne den Waagendienst geht. Die Sieblinie ist im Schotterwerk der häufigste Reklamationsgrund, und die Rückverfolgung vom Lieferschein bis zur Charge ist die Situation, die die Fakturierung am Tisch bewertet.

Der Bestand der Halde 16/32 passt nicht zu den Wiegungen

Der Radladerfahrer meldet, die Halde sei fast leer, der gebuchte Bestand sagt etwas anderes. Die Software muss die Bilanz der Halde zeigen: Anfangsbestand, Produktion, Abgänge, Korrekturen, und eine Inventurbuchung mit Grund und Berechtigung zulassen. Zu sehen sein muss, dass die Korrektur als Korrektur erkennbar bleibt und nicht als Abgang verschwindet.

Die Monatsrechnung mischt ab Werk und frei Baustelle

Ein Bauunternehmer hat im Monat an drei Baustellen bezogen, teils selbst abgeholt, teils frei Baustelle mit dem Spediteur des Werks. Die Software muss die Sammelrechnung je Baustelle erzeugen, Material und Fracht als getrennte Positionen ausweisen, die Spediteursgutschrift aus denselben Lieferscheinen bilden und die Rechnung als XRechnung oder ZUGFeRD bereitstellen. TBRegio rechnet Standard, Spediteursgutschriften und Händlerabrechnungen ab und übergibt an FiBu, Statistik und Archiv. Zu sehen sein muss, dass die Trennung von Material und Fracht bei ab Werk und frei Baustelle aus dem Lieferschein kommt und nicht aus der Nacharbeit.

Was der Vergleich nicht zeigt

Die zehn Situationen prüfen die Software im Betrieb, nicht das Projekt. Ob der Materialstamm mit Körnungen, Güten und Gemischen sauber aufgebaut wird, ob die Gleiswaage angebunden werden kann und wie die Einführung im Winter abläuft, gehört in das Erstgespräch und in den Anforderungskatalog für Schotterwerke mit seinen sieben Nachweisen. Beides zusammen, Nachweise und Situationen, ergibt einen Vormittag je Anbieter. Das ist die Zeit, die eine Entscheidung braucht, mit der das Werk zehn Jahre arbeitet.

Häufige Fragen zum Vergleich von Schotterwerk-Software

Müssen alle zehn Situationen in einer Vorführung gezeigt werden?

Ja, in einer, nicht verteilt über mehrere Termine. Die Situationen bauen aufeinander auf: Der Fremdfahrer aus Block 1 taucht in der Monatsrechnung aus Block 3 wieder auf, und der Bestandsfehler aus Block 3 entsteht beim Gemisch aus Block 2. Ein Anbieter, der die Reihenfolge ändern will, hat meist einen Grund.

Was, wenn ein Anbieter eine Situation nur mit Anpassung abbildet?

Dann steht im Bewertungsbogen, welche Anpassung, was sie kostet und wann sie fertig ist. Eine benannte Anpassung ist eine Antwort. Eine Anpassung, die in der Vorführung als Kleinigkeit bezeichnet und danach nicht mehr erwähnt wird, ist keine.

Wer aus dem Schotterwerk sollte die Vorführung bewerten?

Die drei Personen, die die Situationen im Alltag haben, und niemand sonst. Die Geschäftsführung entscheidet am Ende über den Bogen, nicht über den Eindruck aus der Vorführung. Sitzt sie trotzdem am Tisch, bewertet sie nicht mit.

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