Transportbeton · Fachartikel

Wartezeiten im Transportbeton korrekt erfassen und abrechnen

9 min Lesedauer TBSoft Redaktion
Weiße Linienzeichnung einer Wartezeit am Fahrmischer mit bestätigten Zeitangaben auf dem Lieferschein und zugehöriger Rechnungsposition

Fünf Fragen vom Zeitstempel zur Rechnungsposition: Wann beginnt die Wartezeit, wer hat sie verursacht, wie wird sie erfasst, wie bestätigt und wie abgerechnet. Mit Streitfall als Beispiel.

Eine Wartezeit im Transportbeton ist ein Zeitraum zwischen zwei Zeitstempeln, und sie lässt sich nur dann abrechnen, wenn beide Zeitstempel belegt, die Ursache zugeordnet und die Zeiten vom Empfänger bestätigt sind. Fehlt eines davon, bleibt die Wartezeit eine Zahl, die der Fahrer aufgeschrieben hat und der Polier bestreitet. Zwischen dem Fahrzeug, das vor der Pumpe steht, und der Position auf der Rechnung liegen fünf Fragen. Wer sie im eigenen Werk beantwortet hat, rechnet Wartezeiten ab, statt sie zu verschenken, und hat im Streitfall den Beleg auf seiner Seite.

Wann beginnt eine Wartezeit, und wann endet sie?

Die Wartezeit beginnt mit der Ankunft des Fahrzeugs am vereinbarten Punkt der Baustelle und endet mit dem Entladebeginn. Die Fahrt zählt nicht dazu, die Entladung nicht, und die Reinigung nach dem Entladeende nicht. Von dieser Zeit wird die vereinbarte freie Zeit je Ladung abgezogen, weil ein Wechsel am Entladeplatz und eine kurze Vorbereitung zum normalen Ablauf gehören.

Zwei Zeiten werden oft mit der Wartezeit verwechselt. Die Zeit vor der Mischanlage, wenn das Fahrzeug im Werk auf seine Beladung wartet, ist ein Problem der eigenen Planung und keine Nebenleistung an den Kunden. Und eine Entladung, die wegen langsamer Abnahme doppelt so lange dauert wie geplant, ist keine Wartezeit, sondern eine Abweichung der Abnahmeleistung, die die Lieferfolge betrifft. Beides lässt sich nur unterscheiden, wenn Ankunft, Entladebeginn und Entladeende getrennt erfasst werden. Wo im Umlauf zwischen Wasserzugabe und Entladeende diese Zeitpunkte liegen, bestimmt die Definition der Wartezeit.

Wer hat die Wartezeit verursacht?

Nicht jede Wartezeit ist eine Wartezeit des Kunden. Steht das Fahrzeug, weil die Pumpe des Werks zu spät aufgebaut ist oder weil die Disposition die Fahrzeuge dichter geschickt hat, als die bestellte Abnahmeleistung erlaubt, hat das Werk gewartet, nicht der Kunde. Steht es, weil die Kolonne noch schalt oder der Entladeplatz belegt ist, hat der Kunde gewartet. Die Zurechnung braucht deshalb eine Ursache am Beleg, die der Fahrer aus wenigen Möglichkeiten wählt und der Polier bestätigt.

Ursachen von Wartezeiten im Transportbeton, ihre Zurechnung und der Nachweis, der die Zurechnung trägt
UrsacheZurechnungNachweis
Baustelle nicht bereit, Kolonne oder Schalung nicht fertigKundeAnkunft und Entladebeginn mit Ursache, vom Polier bestätigt
Entladeplatz belegt, vorheriges Fahrzeug entlädt noch bei eingehaltenem TaktKunde, wenn die Abnahme unter der bestellten liegtBestellte und tatsächliche Abnahmeleistung, Zeitstempel beider Fahrzeuge
Fahrzeuge dichter geschickt als die bestellte Abnahme erlaubtWerkLieferfolge im Auftrag gegen tatsächliche Ankünfte
Pumpe des Werks zu spät oder nicht einsatzbereitWerkStatus der Pumpe, Einsatzbeginn gegen geplanten Beginn
Fremdpumpe des Kunden zu spätKundeVereinbarter Pumpenbeginn im Auftrag, Ankunft der Fahrzeuge
Zufahrt gesperrt oder Baustelle nicht auffindbarJe nach Auftrag: Kunde, wenn die Zufahrt nicht wie angegeben, Werk, wenn Angaben ignoriertZufahrtsangaben im Baustellenstamm, Position des Fahrzeugs
Wetter, Unterbrechung der Betonage durch die BaustelleKunde, sofern nicht anders vereinbartZeitpunkt und Grund der Unterbrechung, bestätigt

Die Tabelle ist ein Ausgangspunkt für die eigene Regel je Kunde, keine Rechtsauskunft. Was als Wartezeit gilt und wer sie trägt, steht in der Vereinbarung mit dem Kunden, und diese Vereinbarung gehört an den Kundenstamm, damit Fahrer, Disposition und Fakturierung dieselbe Regel anwenden.

Wie wird die Wartezeit erfasst?

Die Ankunft meldet das Fahrzeug oder der Fahrer: über die Telematik beim Erreichen der Baustelle oder über eine Statusmeldung auf dem Gerät. Den Entladebeginn und das Entladeende bestätigt der Fahrer, weil kein Sensor zuverlässig weiß, wann der erste Kubikmeter fließt. Entscheidend ist, dass jeder Zeitstempel den Zeitpunkt des Ereignisses trägt und nicht den Zeitpunkt der Übertragung. Auf einer Baustelle ohne Netz muss die Meldung auf dem Gerät gespeichert und später mit der ursprünglichen Zeit übertragen werden. Welche Anforderungen an mobile Erfassung bei instabiler Verbindung zu stellen sind, gilt für Wartezeiten mehr als für jede andere Angabe, weil hier Minuten Geld sind.

Welche Fahrzeugstatus eine Disposition braucht, und welche der Fahrer bestätigt, ist damit auch die Frage, woher die Wartezeit kommt. Die Auftragsinformationen gehen von TBDispo an Fahrer und Telematik, zurück kommen über TBTelematik Geoposition, Statusmeldungen und Bilder der Baustelle. Für Fremdspediteure ohne Anbindung braucht es denselben Rückmeldeweg über das Gerät des Fahrers, sonst fehlen ihre Wartezeiten in der Abrechnung und in der Spediteursgutschrift.

Wie wird die Wartezeit bestätigt?

Eine Wartezeit, die nur das Werk kennt, wird bestritten. Die Zeiten, die Ursache und die Dauer gehören auf den Lieferschein, und der Empfänger bestätigt sie bei der Übergabe, bevor das Fahrzeug die Baustelle verlässt. Auf dem digitalen Lieferschein im Transportbeton sind das drei Zeilen, die der Polier vor seiner Bestätigung sieht. Was er nicht bestätigt, wird mit seinem Vermerk festgehalten, und die Disposition erfährt am selben Tag davon, nicht die Fakturierung am Monatsende.

Ein Foto des wartenden Fahrzeugs mit Zeitstempel und Position ergänzt die Bestätigung, ersetzt sie aber nicht. Welche Nachweismittel eine Ablieferung auf der Baustelle im Streitfall tragen, gilt für die Wartezeit entsprechend.

Wie kommt die Wartezeit auf die Rechnung?

Aus bestätigten Zeiten und einer Regel je Kunde entsteht die Position ohne Handarbeit: freie Zeit abziehen, Rest in angefangene Einheiten umrechnen, mit dem vereinbarten Satz multiplizieren, als eigene Position mit Lieferscheinnummer, Datum, beiden Zeitstempeln und Ursache ausweisen. In der Sammelrechnung je Baustelle stehen die Wartezeiten getrennt vom Beton, damit der Kunde sie je Lieferung nachvollziehen kann. Die Fakturierung TBRegio übernimmt Lieferscheindaten, wendet hinterlegte Preise und Konditionen an und prüft Abrechnungsgrundlagen, bevor Rechnungen und Gutschriften entstehen. Welche Regel je Kunde gilt, wird dort als Kondition gepflegt und nicht je Rechnung nachgetragen.

Wartezeiten, die dem Werk zugerechnet sind, erscheinen nicht auf der Rechnung, aber in der Auswertung. Wie Nebenleistungen mit Auslöser, Datenquelle, Berechnungsbasis und Nachweis allgemein aufgebaut sind, gilt für die Wartezeit im Transportbeton mit der Besonderheit, dass die Zeit auch für den Beton läuft.

Wartezeit als Kennzahl

Bestätigte Wartezeiten sind nicht nur eine Rechnungsposition. Je Baustelle, Kunde und Sorte ausgewertet, zeigen sie, wo die Lieferfolge regelmäßig dichter ist als die Abnahme, welcher Kunde seine Pumpe zu spät bestellt und welche Zufahrt jeden Morgen zwanzig Minuten kostet. Die Wartezeit wird damit zur Kennzahl der Disposition neben Umlaufzeit und Auslastung, und zur Grundlage für das nächste Gespräch mit der Baustelle. Was Leerfahrten und Wartezeiten als Kosten- und Emissionsfaktor bedeuten, gilt für den Fahrmischer vor der Pumpe mit laufendem Motor und laufender Trommel in besonderem Maß.

Häufige Fragen zu Wartezeiten im Transportbeton

Muss der Polier die Wartezeit unterschreiben?

Er sollte die Zeiten bestätigen, weil eine bestätigte Zeit selten bestritten wird. Verweigert er die Bestätigung, wird das mit seinem Vermerk festgehalten, und der Vertrieb klärt es am selben Tag mit der Bauleitung, nicht die Fakturierung Wochen später.

Wie wird die Wartezeit für Fremdspediteure behandelt?

Sie wird auf demselben Weg erfasst und bestätigt und fließt in zwei Richtungen: als Position an den Kunden und als Bestandteil der Gutschrift an den Spediteur, sofern so vereinbart. Ohne Rückmeldeweg für den Fremdfahrer fehlt beides.

Was ist mit Wartezeit vor der eigenen Anlage?

Sie wird ebenfalls erfasst, aber dem Werk zugerechnet und nicht berechnet. Als Kennzahl zeigt sie, ob die Ladefenster der Anlage zur Lieferfolge passen oder ob Fahrzeuge regelmäßig zu früh im Hof stehen.

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